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2.Zielsetzung der H.v.Burgsdorff Stiftung: Förderung der historischen Bildung und Ausbildung

Ein Beispiel für notwendige private Initiativen zur Förderung der Bildung und Ausbildung

Warum Stiftungen im Bildungsbereich?
Bildung und Ausbildung sind ein wichtiges Potential für den Industriestandort Deutschland und müssen Kernanliegen in einer großen europäischen Kulturnation sein.

Internationale Vergleichsuntersuchungen bescheinigen der deutschen Schulbildung dagegen ein abnehmendes Niveau. Öffentliche Gelder fehlen; Stiftungen haben in Deutschland allenfalls im Bereich der Kunstförderung Tradition. Hier gilt es nach dem Vorbild anderer Länder Versäumtes nachzuholen.

Warum muss ein guter Geschichtsunterricht in unserer Gesellschaft das Anliegen aller Bürger sein?

Der Rechtsextremismus unter Jugendlichen hat aufgeschreckt, er deutet aber nur auf ein umfassenderes Problem hin: auf den "Verlust der Geschichte" und auf fehlende Orientierung in unserer Umbruchzeit.

Die Schule darf sich deshalb nicht nur auf die Vermittlung des in Gesellschaft und Wirtschaft unmittelbar verwertbaren Wissens und Könnens beschränken, sondern sie muss auch der Besinnung und historischen Reflexion Raum geben.

Ohne Kenntnis des Woher ist die Frage nach dem Wohin nicht verantwortungsvoll zu lösen.

Geschichtsunterricht dient der Standortbestimmung und der Suche nach der eigenen Identität.

Förderungsschwerpunkte der Stiftung

Schülerinnen und Schüler in der Oberstufe unserer Schulen benötigen zur Förderung der Selbsttätigkeit anregende Fachbücher, die für diese Altersgruppe geschrieben sind. Gegenwärtig stehen entweder nur Lehrbücher zur Verfügung, die Grundlage des Unterrichts sind und zur eigenen Lektüre wenig motivieren, oder auf dem freien Buchmarkt publizierte Bücher oft anregenden, aber nicht immer zweifelsfreien Inhalts.

Bisher hat sich die Wissenschaft der wichtigen Aufgabe nicht gestellt, sachlich einwandfreie und für junge Heranwachsende gut lesbare Darstellungen zu publizieren.

Die Stiftung finanziert deshalb als ersten Schritt die Herausgabe einer zweibändigen Taschenbuchausgabe zur Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts mit deutschem und europäischem Schwerpunkt (s. Veröffentlichungen).

Hier versuchen namhafte deutsche Wissenschaftler einerseits in essayistischer Form Geschichte zu erzählen, so dass der Leser oder die Leserin an der Lektüre Gefallen finden kann. Andererseits werden die sich aus der Geschichte ergebenden bedeutsamen Problem- und Fragestellungen deutlich benannt, um Jugendliche zu eigener Auseinandersetzumg anzuregen.

Ein guter Unterricht braucht fachlich und pädagogisch fortgebildete Lehrer und Lehrerinnen. Staatliche Fortbildung kann Teamer und Referenten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik nicht mehr bezahlen. Die Lehrerschaft – im Schnitt 50 Jahre alt – hat jedoch Anspruch auf eine qualitativ hochstehende Fortbildung.

Die Stiftung wird deshalb Fortbildungsveranstaltungen fördern, die neue Erkenntnisse der Wissenschaft vermitteln oder Anregungen für einen interessanten Unterricht bieten.

Guten Unterricht erteilen nur motivierte Lehrer und Lehrerinnen. In der Vergangenheit ist im öffentlichen Diskurs das Ansehen der Lehrerschaft vielfach herabgesetzt worden, obwohl ihre Aufgabe unter heutigen Bedingungen immer schwerer wird. Abgesehen von dieser bedenklichen Entwicklung gibt es im Schulbereich generell keine Anreize für gute pädagogische Arbeit. Für Lehrer und Lehrerinnen existiert an den Schulen keine Kultur der Anerkennung.

Dem möchte die Stiftung entgegen steuern durch die Zuerkennung eines jährlich ausgesetzten Preises von zur Zeit 1.000 Euro. Er wird am "Tag des Geschichtslehrers in Niedersachsen" öffentlich überreicht.

Um diesen Preis können sich Lehrerinnen und Lehrer bewerben, die

  • ein besonders gelungenes oder innovatives Unterrichtsmodell oder ein außerhalb des Unterrichts erarbeitetes Projekt realisiert haben,
  • Schülerwettbewerbe betreut oder
  • sich in der Lehrerfortbildung engagiert haben,
  • Interessantes zur Geschichtsdidaktik und -methodik geschrieben oder
  • eine andere pädagogische Leistung im Fach Geschichte oder im fachübergreifenden Unterricht erbracht haben.

Nähere Auskünfte erteilen die Vorstandsmitglieder der Stiftung.

Wer ist der Gründungsstifter?

Der im Frühjahr 2003 verstorbene Gründungsstifter Henning von Burgsdorff, in konservativem Milieu geboren, gegen sein Elternhaus von Jugend an in kritischer Distanz zum Hitlerregime, wurde als junger Offizier an der Ostfront schwer verwundet. Die Tragik seiner Erlebnisse hat er in einer Zeitzeugenbefragung durch Gymnasialschüler im Herbst 2000 in dem Satz zusammengefasst: "Wir haben dem Teufel gedient." Bis zuletzt hat sich Henning von Burgsdorff der Analyse der verhängnisvollen Mechnismen des NS-Regimes gewidmet.

Nach dem Krieg studierte Henning von Burgsdroff evangelische Theologie und Geschichte in Göttingen und Tübingen und war danach als Gymnasiallehrer und Dozent tätig.

Sein Anliegen war es, einen modernen, motivierenden Geschichtsunterricht zu fördern, der rechtsstaatlichem Denken in der Hoffnung verpflichtet ist, durch kritische Nutzung der historischen Erfahrung eine Geschichtsbewusstsein zu vermitteln, das jungen Leuten in Zeiten des Umbruchs Orientierung gibt, sie durch historische Kenntnisse gegen Manipulationen immunisiert und zu kritischen und verantwortlichen Bürgern macht.

Rechtsform und Organisation der Stiftung

Die Stiftung ist eine rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts mit Sitz in Hannover. Die Stiftung ist gemeinnützing und selbslos tätig und verfolgt keine eigenwirtschaftlichen Ziele. Die Mittel dürfen nur zu satzungsgemäßen Zwecken verwendet werden. Sie kann Spenden, Zuwendungen und Zustiftungen einwerben. Diese können von der Steuer abgesetzt werden.

Der Vorstand besteht aus vier Personen: zwei Mitglieder des erweiterten Vorstandes des Verbands der Geschichtslehrer/LV Niedersachsen, einem Vertreter der 1. Phase der Lehrerausbildung, d.h. der Universitäten, einem Vertreter der 2. Phase der Lehrerausbildung, d.h. der Studienseminare.

 

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