Startseite | HOMESitemap, SucheKontakt, eMail
Praxis Geschichte
Praxis Politik
Deutsch Unterricht
Praxis Englisch
 

2006.03 Rundbrief September 2006

Den vorliegenden Rundbrief einschließlich einiger Informationen betr. Zentralabitur 2009, Landtagswettbewerb 2007 und Resolutionsentwurf für den Historikertag in Konstanz 2006 finden Sie als PDF-Datei HIER.

 

 

September 2006

 

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

 

die ersten beiden Wochen des neuen Schul­jahres liegen hinter uns, die wichtigsten Rege­lungen für das neue Halbjahr konnten vorgenommen werden, die ersten Klausuren lassen aber noch eine kurze Weile auf sich war­ten. So ergibt sich vielleicht eine Phase etwas gerin­gerer Anspannung, die Ihnen u.a. Zeit lässt, diesen Rundbrief zu lesen.

 

In der Woche vom 18. ? 22.September findet in Konstanz der Historikertag statt. Diese Tagung hatten wir eigentlich nach Osnabrück holen wollen. Dies ist uns leider nicht gelungen, was nicht nur auf Kräfte außerhalb Niedersachsens zurückzuführen ist. Trotz dieser schwie­rigen Aus­gangslage sollten wir weiter daran arbeiten, den Historikertag wieder in den Norden zu holen. Die Entfernung in den äußersten Süden der Republik ist einfach zu groß, als dass sich nen­nens­werte Gruppen aus unserem Landes­verband dorthin auf die Reise begeben. Selbst die Zahl der Delegierten, die uns für die Bundes­mitglieder­versammlung zusteht, kann nicht im vol­len Umfang in Anspruch genommen werden. Dies hängt aber auch mit der beruflichen Über­lastung der Kolleginnen und Kollegen zu­sammen.

 

Der Landesverbandsvorsitzende ist qua Amt genötigt, in Konstanz anwesend zu sein. Dort findet die Hauptvorstandssitzung statt, auf der die Weichen für die Arbeit des Bundes­verban­des im laufenden Jahr gestellt werden. Zudem wird es zwei Mitgliederversammlungen geben. Auf mindestens einer dieser Versammlungen soll eine Resolution verabschiedet werden, die gegen den permanenten Abbau von Unterrichts­stunden im Fach Geschichte in den Stunden­tafeln der Bundesländer protestiert. Glücklicher­weise befindet sich Niedersachen noch nicht in der Problemzone, wenn auch kein Anlass zur Gelassenheit besteht. In anderen Bundes­ländern gibt es erheblichen Anlass zur Besorg­nis, wenn nicht sogar zum Schrillen der Alarm­glocken. Nordrhein-Westfalen plant die Redu­zierung des Geschichtsunterrichts in der Mittel­stufe auf lediglich noch drei Jahrgänge. Schon die bisherigen vier Jahrgänge waren bei Weitem nicht genug. Sinnvolle Lernergebnisse im Bereich des historischen Lernens lassen sich so kaum noch erzielen.

 

Es hat unmittelbar mit dieser Gefahr des einseitigen Sparens der Länder auf Kosten der geisteswissenschaftlichen Fächer und damit auch auf Kosten des Geschichtsunterrichts zu tun, wenn die Frage gestellt wird, weshalb der Entwurf der Bildungsstandards Geschichte, die der Bundesverband in diesen Wochen ver­öffentlicht, sich nicht auf ein inhaltlich abge­magertes Grundgerüst hat zurückdrängen lassen. Die Bildungsstandards, die jetzt in Kon­stanz der Öffentlichkeit vorgestellt werden, haben auch eine politische Aufgabe. Sie sollen verdeut­lichen, dass unterhalb eines klar definier­baren Mindeststandards an Unterrichts­stunden eine Realisierung von Geschichts­unterricht, der den Namen verdient, nicht mehr möglich ist. Und dieser zeitliche Mindest­standard, d.h. die unterste Grenze, liegt in der Mittelstufe bei zwei Jahreswochenstunden in fünf kompletten Jahrgängen. Niedersachsen befindet sich also an dieser untersten Grenze, denn in Klasse 5 sowie in Klasse 9 der Stunden­tafel 1 wird lediglich epochal unterrichtet.

Kolleginnen und Kollegen aus den Kommissionen, die das Modell der Bildungs­standards entworfen haben, haben aus Sorge um ihr Fach einen Resolutionstext entworfen, der in Konstanz der Bundes­mitglieder­ver­sammlung vorgeschlagen werden soll. Er wird unten abgedruckt.

 

Der Bundesvorsitzende, Herr Dr. Lautzas, hat in seiner vorab bekannt gewordenen Begrüßungs­rede für die Eröffnungs­veranstaltung in Kon­stanz, bei der politische Prominenz, u.a. der Ministerpräsident von Baden-Württemberg und der Bundestagspräsident, anwesend sein werden, auf die bedrohliche Situation für die Geisteswissenschaften in Wissenschaft und Schule eindringlich hingewiesen. Seine Mah­nung an die Politik stellt das Hauptthema seiner Rede dar. Man kann nur hoffen, dass auch die Geschichtswissenschaft der Hochschulen aus ihrer Selbstvergessenheit erwacht und erkennt, dass auch an ihrem Ast gesägt wird.

 

Bitte behalten Sie die latente Gefährdung des Ge­schichtsunterrichts stets im Auge. Gerade aus diesem Grunde wäre es sehr zu begrüßen, wenn Sie auf Kolleginnen und Kollegen zugingen und für den Eintritt in unseren Verband würben, denn ge­mein­sam und zahlreich sind wir stark. Geringe Zahlen sind ebenfalls eine Aussage. Wir sollten diese Aussage vermeiden. Die Politik soll sehen, dass sich die Geschichts­lehrerschaft nicht leichthin die Grund­lage ihres Berufs­standes entziehen lässt.

 

Sie alle, liebe Kolleginnen und Kollegen, er­halten demnächst kostenlos eine Druck­fassung des neuen Modells unserer Bil­dungs­stan­dards (Verkaufspreis außerhalb des Ver­bandes: 7,- ?). Sie kommt gemeinsam mit dem neuen Heft der ?Informationen?, das sich in dieser Nummer ebenfalls mit dem Leitthema Bildungsstandards befasst.

 

Unser niedersächsischer Landesverband ist Initiator dieser Bildungsstandards. Nicht zufällig hat die niedersächsische Kommission zuerst mit der Arbeit begonnen und die maßgeblichen Pflöcke eingeschlagen, bevor die Bundes­verbands­kommission mit der Arbeit begann. Letztlich ist eine fruchtbare gemeinsame Arbeit zweier Kommissionen entstanden, die zu dem jetzt vorliegenden Ergebnis geführt hat.

 

Nach dem Gesagten wird es Sie nicht über­raschen, dass wir das Thema Bildungsstandards auch als Thema des ersten Hauptvortrags auf dem kommenden zentralen Tag des Geschichts­lehrers am 9. November in Hannover gewählt haben. Bitte kommen Sie zahlreich und bringen Sie interessierte Kolleginnen und Kollegen, die dem Verband noch nicht angehören, mit! Tagungsort ist wiederum, wie schon in einigen Vorjahren, das Historische Museum am Hohen Ufer. Wegen der Raumfrage im Museum ist es nötig, sich zur Tagung anzumelden (E-mail oder auf dem Postweg).

 

Abschließend sei noch auf die am 12. Oktober 2006 stattfindende Fortbildung für den Osna­brücker Raum verwiesen, der sich mit dem Zentral­abiturthema ?Spätantike? befasst. Ein­la­dungen werden noch versandt.

 

In der Erwartung, möglichst viele von Ihnen in Hannover zu treffen, grüßen vielmals

 

Ihre

 

Dr. Martin Stupperich, Hannover
Dr. Wieland Sachse, Göttingen

 

.:: Impressum | Disclaimer | Webmaster | Zuletzt aktualisiert am 04.12.2006 ::.