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Bildungsstandards Geschichte/Kerncurriculum Niedersachsen

Die Kommissionen des Bundesverbandes und des Landesverbandes Niedersachsen des VGD haben die Arbeiten an den Bildungsstandards Geschichte abgeschlossen.

Die "Informationen für den Geschichts- und Gemeinschaftskundelehrer", Heft 72/2006, hatten das Schwerpunktthema "Bildungsstandards im Geschichtsunterricht". Autoren sind u.a. der Vorsitzende des VGD, LV Niedersachsen, sowie ein weiteres Mitglied der niedersächsischen Standards-Kommission, Prof. Dr. Michael Sauer, Göttingen.

Auf dem Historikertag September 2006 in Konstanz wurde eine Druckfassung vorgelegt, die als Unterlage für die Vorstellung der Standards in einer besonderen Veranstaltung in Konstanz u.d.T. ?Bildungsstandards Geschichte ? Probleme und Lösungsansätze? diente.

Auf dem Tag des Geschichtslehrers des VGD, LV Niedersachsen, in Hannover am 9. November 2006 fanden eine ausführliche Einführung sowie eine Diskussion zum Thema statt.

Auf dem Tag des Geschichtslehrers in Aurich, 14. April 2007, waren die Bildungsstandards erneut Thema der Diskussion, diesmal besonders im Vergleich zu den Überlegungen, die unsere Nachbarn in den Niederlanden dazu angestellt haben. Vgl. Sie dazu das Protokoll der Tagung und die PowerPoint-Datei des Referenten Dr. Arie Wilschut.

Inzwischen war beim MK eine Kommission zusammengetreten, die die Bildungsstandards Geschichte des VGD für das Land Niedersachsen bearbeitet hat. Zahlreiche Fachkonferenzen der niedersächsischen Gymnasien haben den beiden Kommissionsmitgliedern des VGD (Dr. Sachse und Dr. Stupperich) ihre praxisbezognenen Kommentare und Wünsche dazu eingereicht.

Die gültige Fassung des Kerncurriculums Geschichte des Landes Niedersachsen von 2008 finden Sie HIER.

Zur Diskussion über die Bildungsstandards
vgl. den Aufsatz von
Martin Stupperich: Der Modellentwurf Bildungsstandards des Verbandes der Geschichtslehrer Deutschlands, in: GWU  59 (2008), H. 11, S. 653-661; der Aufsatz antwortet auf einen Beitrag von Karl Heinrich Pohl  in derselben Nummer von GWU.

Vgl. auch die Vorträge, die sich auf dem Historikertag in Dresden 2008 mit dem Thema Bildungsstandards befassten, unter Berichterstattung über den Historikertag Dresden.

 

02.05.08/ Arbeitsgemeinschaft Bildungsstandards im VGD:

 

Thesenpapier

für die Sonderveranstaltung des VGD auf dem Historikertag Dresden 2008

 

 

 

  1. Die "Entrümpelungs"-Debatte des Frühjahrs 2008 hat verschiedene Hintergründe: Angestoßen wurde sie durch die aktuelle Debatte um das G8. Angeschlossen hat sich eine Mediendebatte über Schule heute generell in die zahlreiche frustrationsbedingte Vorbehalte vor allem gegen die gestrige Schule einflossen. Politisch ist die Kürzungsdebatte vom Spardiktat bestimmt. Das Ergebnis werden massive Stundenkürzungen und die Hinwendung zum Integrationsfach sein. Damit ist dem Fach Geschichte keinesfalls gedient. Für die Weiterentwicklung der Fachlehrpläne bietet diese Debatte keine sinnvolle Orientierung.

 

  1. Das Eingehen auf die verbreiteten Kürzungs- und "Entrümpelungs"-Forderungen bedeutete das Eingeständnis, "Gerümpel", d.h. leichthin verzichtbare und überflüssige Inhalte, unterrichtet zu haben. Die Beschränkung auf wenige inhaltliche Stichpunkte (Beispiel NRW) würde die eigentliche inhaltliche Lehrplanarbeit in die Hände der Schulbuchautoren und Verlage legen. Eine Straffung des mit den Bildungsstandards des VGD vorgelegten Papiers kann sich nur an Überlegungen orientieren, die auf konkreten Erfahrungen mit heutigen Schülerinnen und Schülern einerseits und sorgfältigen Überlegungen zur fachlichen Legitimation von Inhalten andererseits beruhen. Die Überarbeitung der Bildungsstandards des Geschichtslehrerverbandes muss unter der Zielsetzung einer Niveau- und Bestandssicherung des Faches und ausgehend von der Praxis der Fachkollegenschaft in Aufnahme neuer Inhaltsbereiche (deutsch-jüdische Geschichte, Frauengeschichte, Islamgeschichte, deutsch-polnische Geschichte) so erfolgen, dass ein fundierter Oberstufenunterricht ermöglicht wird.

 

  1. Geschichte ist ein Denkfach. Daher ist ein wichtiger Schritt der Überarbeitung der Bildungsstandards des Geschichtslehrerverbandes die Einordnung des Abschnitts Sachkompetenz hinter den Abschnitt Deutungs- und Reflexionskompetenz. Damit wird verdeutlicht, dass das Fach und die Ziele des praktischen Unterrichts auf die Schulung des problemlösenden Denkens auszurichten sind. Dies setzt Unterrichtszeit voraus, die lt. Mainzer Erklärung des Geschichtslehrerverbandes von 2005 2 Wochenstunden pro Jahrgangsstufe in mindestens 4 Jahrgängen betragen muss.

 

  1. Es wäre ein Missverständnis des Kompetenzbegriffs, ihn ausschließlich als Methodenbeherrschung zu verstehen, der gegenüber die Inhalte Angebotscharakter haben. Die Inhalte sind für den Geschichtsunterricht nach wie vor konstitutiv. Geschichtsbewusstsein (Historische Kompetenz) erwächst aus dem Erwerb von Deutungs- und Reflexionskompetenz durch den Erwerb angemessener inhaltlicher Kenntnisse (Sachkompetenz) auf der Grundlage von Methodenkompetenz. Einer Beliebigkeit der Inhalte kann nicht das Wort geredet werden. Diese würde die auf Zusammenhangsdenken ausgerichtete innere Struktur des Faches Geschichte zerstören.

 

  1. Zeitbewusstsein ist für das Geschichtsbewusstsein konstitutiv. Daher ist das chronologische Prinzip als Leitfaden für den Mittelstufenunterricht unverzichtbar. Der Oberstufenunterricht baut auf dem chronologischen Orientierungswissen auf, benötigt die Chronologie jedoch nicht mehr als Leitfaden der inhaltlichen Planung.

 

  1. Lernprogression im Fach Geschichte erfolgt in Spiralen. Die Wiederaufnahme von Inhalten in neuen Zusammenhängen benötigt die Rückkopplung an einen Referenzrahmen, der z.B. als Epochenschema erarbeitet werden kann. Nur so kann Nachhaltigkeit im Geschichtsunterricht erzeugt werden.

 

  1. Langfristiges Ziel der Unterrichtsarbeit des Gymnasiums ist die Studierfähigkeit der Schülerinnen und Schüler.  Daher orientieren sich die Bildungsstandards am gehobenen Leistungsniveau. Das Fach Geschichte ist in den Oberstufenverordnungen als eigenständiges, belegungs- und einbringungspflichtiges sowie in der Abiturprüfung gesetztes Fach abzusichern (s. Mainzer Erklärung des Geschichtslehrerverbandes von 2005, Nr. 5). Dem entspricht die notwendige wissenschaftliche Verortung des Faches Geschichte in der Lehrerbildung an den Universitäten auch im Rahmen des Bologna-Prozesses (Mainzer Erklärung, Nr. 6).

 

Es ist das Ziel des Verbandes, dass auch die anderen weiterführenden Schulformen einen eigenständigen und qualitativ guten Geschichtsunterricht bewahren oder wieder aufbauen.

 

 

 

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