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2006.02: Rundbrief Mai/Juni 2006

Den untenstehenden Rundbrief als PDF-Datei finden Sie HIER.

 

 

Juni 2006

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

 

Das Abitur ist demnächst überstanden und es beginnt der Endspurt am Schuljahrsende. Wir wünschen Ihnen die Kraft, noch bis zum 20. Juli, dem ersten Ferientag, durchzuhalten! Bevor es soweit ist, möchten wir Ihnen noch ein paar Informationen aus dem Geschichtslehrerverband zur Kenntnis geben, damit Ihnen später nicht die Zeit fehlt, sich diesen überhaupt noch zu widmen!

 

Der Tag des niedersächsischen Geschichtslehrers in Hameln am 28. April war sehr gut besucht. Wir konnten den großen Saal des Weserberglandzentrums benutzen und hatten nicht den Eindruck, darin verloren zu gehen. Finanziert wurde das Tagungslokal durch die ?Erlebniswelt Renaissance?. An dieser Stelle möchte ich mich im Namen des Geschichtslehrerverbandes noch einmal bei der ?Erlebniswelt? insbesondere ihrem historischen Leiter, Dr. Horst Rabe, sehr herzlich für dieses großzügige Entgegenkommen bedanken.

Die Hauptarbeit des Geschichtslehrertages übernahm Frau PD Dr. Botermann (Althistorisches Seminar der Universität Göttingen), die gleich zwei Vorträge über den thematischen Schwerpunkt des Zentralabiturs 2008 zum Thema Spätantike übernahm. Die Zuhörer wurden in die neue Forschungslage eingeführt. Viele machten die Erfahrung, mit liebgewordenen Vorstellungen aus ihrer eigenen Studienzeit aufräumen zu müssen. Die Vorträge halfen auch insofern weiter, als sie sich auf durchaus unterrichtsrelevante Themenstellungen bezogen und somit zu so mancher Modifizierung der Unterrichtsinhalte führen werden. Für alle, die sich genauer mit den Hamelner Vorträgen befassen wollen, sei auf den von Frau Dr. Botermann autorisierten Wortlaut der Vorträge auf der Internetseite unseres niedersächsischen Geschichtslehrerverbandes hingewiesen (www.vgd-nds.de/index.php?pid=2&id=957). Sie können bei Interesse Ausdrucke der Vorträge anfertigen und im Fachkollegium weitergeben.

 

Es könnte für die verschiedenen Regionen in Niedersachsen der Hinweis von Bedeutung sein, dass Frau Dr. Botermann gern bereit ist, in Ihrer Region vorzutragen. Sie würde dann nicht einfach eine Wiederholung ihrer Hamelner Vorträge anbieten, sondern eigens etwas Neues ausarbeiten. Bitte äußern Sie entsprechende Wünsche über Ihren Regionalbeauftragten!

 

Im Anschluss an die Mittagspause war es für die Verbandsmitglieder möglich, einen kostenlosen Besuch der ?Erlebniswelt Renaissance? im Hamelner Hochzeitshaus durchzuführen. Der bereits erwähnte historische Leiter dieser Einrichtung, Dr. Horst Rabe, gab noch im Vortragssaal eine kurze Einführung. Eine große Anzahl von Kolleginnen und Kollegen nahm die Gelegenheit wahr, diesen neuen durch und durch digitalisierten Ansatz der Geschichtsvermittlung zu betrachten. Die Darbietungen sind zweifellos interessant; es stellt sich jedoch die Frage, ob Schülerinnen und Schüler, die in dieser Weise zum ersten Mal mit der Thematik der Renaissance im weitesten Sinne (was hier z.B. auch die Reformation einschließt) konfrontiert werden, einen Lerneffekt davon tragen und nicht eher mit zahlreichen, für sich genommen interessanten, aber untereinander unverbundenen Eindrücken nach Hause fahren. Die Comicfiguren werden Schüler möglicherweise ansprechen. Auch der Umgang mit digitalem Gerät wird Schüler motivieren. Aber gerade dies ist keine Gewähr dafür, dass die Zusammenhänge erkannt werden, zumal es keinen roten Faden gibt, dem zu folgen dem Besucher nahegelegt wird.

Diese Form der Befassung mit Geschichte ist eine interessante Form eines zweiten Zugriffs. Sie setzt aber die systematische Vermittlung des Inhalts durch soliden Unterricht voraus. Sofern die Zusammenhänge erarbeitet worden sind, besteht die Chance, dass die in der ?Erlebniswelt Renaissance? vermittelten Inhalte bei den Schülerinnen und Schülern andocken, ohne diese Voraussetzung nicht.

Eine Exkursion nach Hameln mit Schülern einer 8. Klasse könnte erweisen, ob sich diese Vermutung verifizieren lässt.

 

Während der Mittagspause tagte ebenfalls im Hochzeitshaus der Erweiterte Vorstand unseres Landesverbandes. Acht Vorstandsmitglieder waren anwesend. Der Kassenwart stellte fest, dass 40 Mitglieder ihren Beitrag noch nicht entrichtet haben. Wir hoffen, dass dies inzwischen geschehen ist.

Der Vorstand legte Donnerstag, den 9. November, als Datum für die zentrale Tagung in Hannover 2006 fest. Tagungsort wird wieder das Historische Museum am Hohen Ufer sein. Als Tagungsthemen wurden beschlossen: Ein Vortrag über die neuen Bildungsstandards (dazu ist Professor Michael Sauer, Göttingen, angefragt worden). Weiterhin soll über den Fachaufsatz im Fach Geschichte referiert werden (Herr Münchenhagen, aus dem LV-Vorstand). Außerdem soll es einen Vortrag über das Zentralabiturthema Imperialismus geben (noch ohne Referenten).

Leider hat sich im Zuge der Hamelner Veranstaltung kein Anknüpfungspunkt für die Bildung einer Verbandsregion Hameln und Umland ergeben. Wir arbeiten weiter daran. Sollte jemand aus der Mitgliedschaft in Hameln oder bei Hameln bereit sein, die Rolle des Regionalbeauftragten und damit eine Vorstandsfunktion zu übernehmen, bitten wir um Mitteilung.

Dieselbe Problematik besteht in der Region Braunschweig. Auch hier ist die Frage der Leitung dieser Region auf Verbandsebene noch ungelöst. Wir hoffen durch die Verlegung unserer Frühjahrstagung 2007 nach Braunschweig in diesem Punkt weiterzukommen. Dass letztlich auch im Braunschweiger Land ein hoher Fortbildungsbedarf besteht, zeigte sich an der sehr gut besuchten Tagung unter der Leitung von Herrn Werner in der Christophorusschule Braunschweig zum Thema Geschichte der USA in diesem Frühjahr. Es ist jedoch nötig, die Arbeit in der Region Braunschweig auf mehrere Schultern zu verteilen.

 

Der Vorstand beschloss in dieser Hamelner Sitzung abschließend, das am 26. und 27. April absolvierte Zentralabitur im Fach Geschichte sowie die Themenfestsetzungen für die folgenden Jahre unter die Lupe zu nehmen. Nach Abschluss der Korrekturphase soll eine Bestandsaufnahme vorgenommen werden. Außerdem soll das Zentralabitur im Lichte der jetzt erarbeiteten Bildungsstandards Geschichte analysiert werden.

 

Die verschiedenen hier erwähnten Tagungen, insbesondere die Referentenhonorare, wurden zu einem hohen Prozentsatz von der Henning von Burgsdorff Stiftung unterstützt. Ich nutze die Gelegenheit dieses Rundbriefs, um mich im Namen des Geschichtslehrerverbandes beim Vorstand der Henning von Burgsdorff Stiftung für diese wertvolle Hilfe sehr herzlich zu bedanken.

 

Die Kolleginnen und Kollegen, die sich am Landtagswettbewerb zum Thema ?Mai 1945 ? Mai 1947. Erste parlamentarische Schritte in der Nachkriegszeit? beteiligen wollen, können auf unserer Verbandsseite im Internet eine Handreichung dazu einsehen (www.vgd-nds.de/index.php?pid=2&id=950). Sie erhalten die Unterlagen aber auch noch auf dem Postweg, da nicht alle über eine E-mail-Adresse verfügen.

 

Die Arbeitskraft des Ersten und Zweiten Vorsitzenden sowie dreier weiterer Landesverbandsmitglieder, Herrn Dr. Sinemus, Herrn Thunich und Herrn Dr. Heinßen, ist in diesem Herbst und Frühjahr sehr weitgehend in die Erstellung der verbandseigenen Fassung von Bildungsstandards für das Fach Geschichte geflossen. Gemeinsam mit einer Kommission des Bundesverbandes wurde ein Text erarbeitet, der dann ? wie berichtet ? im Februar dem Hauptvorstand auf seiner Leipziger Tagung vorgelegt wurde. Inzwischen sind die notwendigen Korrektursitzungen abgehalten worden und das endgültige Exemplar ist an den Bundesvorsitzenden geschickt worden. Eine Druckausgabe der neuen Bildungsstandards durch den Wochenschau-Verlag ist in Vorbereitung. Sie wird im September beim Historikertag in Konstanz vorliegen. Zu diesem Termin werden die neuen Standards im Rahmen einer Sonderveranstaltung des Historikertages der Öffentlichkeit vorgestellt.

 

Die Ministerien werden zu gegebener Zeit Exemplare erhalten, damit der Geschichtsunterricht in Deutschland auf eine weitgehend gemeinsame Basis gestellt werden kann.

Festzuhalten bleibt, dass das Grundmodell dieser neuen Standards niedersächsischen Ursprungs ist. In diesem Zusammenhang möchte ich Herrn Professor Michael Sauer (Göttingen) herzlich danken, der sehr intensiv und in einer tragenden Rolle an der Erarbeitung dieser Bildungsstandards als Geschichtsdidaktiker beteiligt war.

 

Erste Reaktionen hatten bisher vor allem den Tenor, diese Standards seien nicht besonders innovativ. Dazu kann zweierlei gesagt werden:

  1. Bildungsstandards haben nicht die Aufgabe Innovationen voranzutreiben, sondern das festzulegen, was ?Standard? ist. Innovationen müssen sich aus der alltäglichen Praxis ergeben und können erst später Eingang in offizielle Vorgaben erhalten.
  2. Die vorliegenden Bildungsstandards nehmen durchaus dasjenige auf, was auf dem methodischen Sektor hinzugewachsen ist, allerdings in dem Rahmen, der es erlaubt, die neue Hinwendung zum Methodischen als Standard zu formulieren.

 

Die neuen Bildungsstandards legen fest, was Schülerinnen und Schüler am Ende der drei Doppeljahrgangsstufen 5/6, 7/8 und 9/10 können sollen. Um dies zu unterstreichen, wird gleichlautend am Anfang jedes Teilkapitels mit dem Satz begonnen ?Die Schülerinnen und Schüler können am Ende von Klasse 6 ...? oder am Ende von Klasse 8 bzw. Klasse 10. Es wird einleitend deutlich gemacht, dass ein Paradigmenwechsel vollzogen worden ist. Es geht mit der Einführung der Standards nicht mehr um den Prozess der Vermittlung von Lerninhalten, sondern nur noch um das Lernergebnis.

Das in Vorbereitung befindliche Heft der ?Informationen?, das allen Verbandsmitgliedern zugehen wird, befasst sich schwerpunktmäßig mit den neuen Standards für den Geschichtsunterricht.

 

 

So viel für dieses Mal!

Wir wünschen Ihnen einen gelungenen Endspurt und danach gute Erholung!

 

 

Dr. Martin Stupperich, Hannover                              Dr. Wieland Sachse, Göttingen

 

   
 Auf Wiedersehen beim Historikertag in Konstanz, 19. bis 22. September 2006 
 Auf Wiedersehen beim Historikertag in Konstanz, 19. bis 22. September 2006 
   
 

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