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2006.01: Rundbrief Februar 2006

Den Rundbrief als PDF-Datei finden Sie HIER!

 

 

 

 

Februar 2006

 

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

 

das Jahr 2006 ist nun schon so alt, dass Neujahrswünsche sich erübrigen, dennoch ist ein kurzer Blick auf das in den Schulen vor uns Liegende hilfreich, verbunden mit dem Wunsch, das Kommende gut und erfolgreich zu bewältigen.

 

Wir werden in den Schulen eine Menge Arbeit mit der Umsetzung der zahlreichen Reformen haben, die in schneller Folge zur Auflage gemacht wurden. Nicht nur das Zentralabitur betrifft das Fach Geschichte, sondern mehrere weitere Reformen in gleicher Weise. Schon in einem früheren Rundbrief haben wir darauf hingewiesen, dass die neue Oberstufen­verordnung den gesellschaftlichen Schwer­punkt als Soll-Bestimmung vorsieht. Diese kommt einer Muss-Bestimmung sehr nahe. Es ist Aufgabe der Fachgruppen Geschichte, darauf zu achten, dass diese Bestimmung auch eingehalten wird. Lediglich dort, wo angesichts der Schülerzahl nur zwei Schwerpunkte gebildet werden können, darf sich eine Schule auf den sprachlichen und den natur­wissenschaftlichen Schwerpunkt beschränken.

 

Das Fach Geschichte kann auch im Seminarfach eine Rolle spielen. Die meisten Schulen sind im Augenblick damit beschäftigt, die für sie passende und sinnvolle Form der Umsetzung des Seminar­fachs in die Praxis zu bedenken. Viele Schulen haben sich für eine Verknüpfung des Seminarfachs mit einem der Schwerpunktfächer entschieden, sei es dass der Schwerpunktfachlehrer zugleich der Seminar­fachlehrer ist, oder dass der Seminar­fachlehrer zumindest die Fächer des Schwer­punkt­fachlehrers vertritt, um eine sinnvolle Koope­ration zu ermöglichen. Nicht erlaubt ist allerdings die schlichte Aufstockung der Schwer­punkt­fachstunden um zwei Seminar­fachstunden zu einem sechsstündigen Super­leistungsfach. Dies wird durch die Verordnung nicht abgedeckt.

 

Überall da, wo der gesellschafts­wissen­schaft­liche Schwerpunkt eingerichtet wird, liegt es nahe, auch das Seminarfach mit historischer Thematik zu versehen. Dies kann auch fächerübergreifend mit dem Fach Politik geschehen. Da die Facharbeit im neuen Seminarfach innerhalb eines Semesters ge­schrieben und bewertet werden muss, die Facharbeit aber nur 50% der Bewertung des Halbjahrs ausmacht, ergibt sich, dass sie ein deutlich geringeres Gewicht hat als die frühere an einen Leistungskurs angebundene Fach­arbeit. Daher liegt es nahe, nach Möglichkeiten zu suchen, die den Schülerinnen und Schülern eine weitere Nutzung der Arbeit, die sie in die Erstellung der Facharbeit investiert haben, eröffnet.

 

Zwei Möglichkeiten bieten sich an:

  1. Präsentationen der Facharbeiten im Plenum der Seminarfachgruppe im darauffolgenden Halbjahr mit ausführ­licher Diskussion der Ergebnisse.
  2. Einreichen von gut gelungenen Fach­arbeiten als Wettbewerbsbeiträge bei geeigneten Wettbewerbs­aus­schrei­bun­gen.

 

Die letztere Möglichkeit setzt voraus, dass das Wettbewerbsthema vor Beginn der Abfassungs­zeit der Facharbeiten bekannt ist und für die Themenstellung berücksichtigt werden kann. Der Wettbewerb des Niedersächsischen Landtags zum Thema ?Erste parlamentarische Schritte in Niedersachsen 1945 bis 1947? wäre eine gute Möglichkeit zur weiteren Nutzung der Geschichts­facharbeit und für viele Schülerinnen und Schüler ein Anreiz, sich intensiv mit der frühen Nach­kriegs­geschichte Niedersachsens zu befassen.

 

Die Geschichtsfachschaften der nieder­säch­sischen Schulen haben bereits im Vorfeld Informationen zu diesem Wettbewerb erhalten. Er wird auf Beschluss der Mitglieder­versamm­lung unseres Verbandes vom 14. November unter Mitwirkung des Geschichts­lehrer­ver­bandes und der Initiative n-21 durchgeführt. Die offizielle Ausschreibung des Landtags wird die Schulen kurz vor den Osterferien erreichen.

 

Inzwischen ist die Entwicklung, die auf die Errichtung eines Hauses der Geschichte des Landes Niedersachsen hinausläuft, weiter fortgeschritten. Die Idee wurde jetzt zum ersten Mal im Rahmen der Veranstaltung ?Historischer Salon? des Historischen Museums Hannover der Öffentlichkeit vorgestellt. Professor Wernstedt, Dr. Röhrbein und andere Vertreter der beteiligten Verbände diskutierten fast zwei Stun­den lang auf dem roten Sofa über das Haus der Geschichte. Dabei wurde deutlich, dass die Sache eigentlich überfällig ist. Passende Flyer (entworfen von unserem Vorstandsmitglied Robert Packeiser) und eine noch provisorische Homepage (www.hdg-nds.de) sind bereits fertiggestellt. Wir haben ein großes Interesse daran, möglichst viele Mitglieder unseres Verbandes als ?Freunde und Förderer? des Hauses der Geschichte zu gewinnen. Schließ­lich handelt es sich um eine Initiative unseres Verbandes. Sie finden daher den Flyer und ein Formular, mit dem Sie ihr Inter­esse bekunden können, diesem Rundbrief beigelegt. Sie können es auf dem Postweg einreichen, haben aber auch die Möglichkeit, sich per E-mail oder Fax anzumelden. Sobald wir eine wirklich nennens­werte Zahl von Interessenbekundungen zu­sam­men­bekommen haben, soll es zur Gründung eines Kreises der ?Freunde und Förderer? des Hauses der Geschichte kommen. Sollte es zu wenig Interesse geben, erübrigt sich die Initiative.

 

Auch die Frage des Domizils für das Haus der Geschichte ist in Bewegung geraten. Das Forum des Landesmuseums gegenüber der Markt­kirche in Hannover ist inzwischen nicht mehr im Gespräch. Es wird anstatt dessen eine deutlich bessere Lösung geben. Über diese Lösung soll allerdings vorerst noch der Mantel des Schwei­gens gebreitet bleiben, um nicht Gefahr zu laufen, dass die Sache in den Wahlkampf gezogen wird. Daran kann niemand ein Inter­esse haben.

 

Die Aktivitäten unseres Verbandes richten sich augenblicklich sehr intensiv auch auf die Beein­flussung der Diskussion über die nationalen Bildungsstandards. Die entsprechende Kom­mission unseres Landesverbandes, in der als Hoch­schuldidaktiker Prof. Dr. Michael Sauer, Göttingen, mitarbeitet, hat ein Kerncurriculum für die Doppel­jahrgangsstufe 5/6 erstellt. Außerdem hat sie nach längeren Beratungen je ein Papier über die Kompetenz historischen Denkens und über die Methodenkompetenz, beides für alle Stufen bis zum 10. Jahrgang, entwickelt. Diese Ergebnisse gehen in die Arbeit der parallel arbeitenden Kommission des Bundesverbandes der Geschichtslehrer ein. Ziel der Kooperation beider Kommissionen ist es, ein Kerncurriculum Geschichte zu entwerfen, das den Kultus­bürokratien der Länder zugeleitet werden soll, um diesen die Entscheidung für landes­bezogene Bildungsstandards für das Fach Geschichte zu erleichtern. Der Verband ist der Auffassung, dass das Fach Geschichte im Interesse seiner eigenen Stabilisierung auf Bildungsstandards nicht verzichten kann. Die Bemühungen auf Seiten der Länder waren bisher wenig erfolgreich, so dass die Gefahr gesehen wurde, dass mit dem Verzicht auf Bildungsstandards Geschichte durch die KMK unser Fach eine weitere Schwächung würde hinnehmen müssen.

 

Das Interesse der Kultusbürokratien der Länder an diesem in der Entstehung befindlichen Papier ist groß. Auf die Mitteilung des Bundes­verbandes an die Länderministerien, dass sich ein Rahmenmodell für ein Kerncurriculum Geschichte in der Entwicklung befinde, äußerten bisher bereits zehn Bundesländer schriftlich ihr Interesse, diesen Entwurf so bald wie möglich zu erhalten.

 

Der Hauptvorstand des Verbands der Ge­schichts­lehrer Deutschlands hat das Ergebnis der Bera­tungen über die Bildungs­standards in Gestalt eines Kerncurriculums als Gesamt­entwurf auf seiner Sitzung in Leipzig Mitte Februar 2006 ausführlich beraten. Die Diskussion ergab, dass dem Entwurf mehr­heitlich zugestimmt wurde. Lediglich Baden-Württemberg hatte abweichende Vorstellungen. Einige Ratschläge wurden den beiden Kommissionen mit auf den Weg gegeben. Insbesondere sollte im Bereich der Doppel­jahrgangsstufe 7/8 der Umfang reduziert werden.

 

Das Septemberheft unserer Verbandszeitschrift ?Informationen? wird sich ausführlich mit der Entwicklung der Bildungsstandards für unser Fach befassen. Die Beiträge stammen aus der Feder der Kommissions- und damit Verbandsmitglieder. Auf dem Historikertag in Konstanz (19. bis 22. September 2006) wird es eine besondere zwei­stündige Veranstaltung geben, auf der das bis dahin fertiggestellte Rahmenmodell der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Über die weiteren Veranstaltungen unseres Gesamtverbandes auf dem Historiker­tag  informiert Sie Herr Dr. Lautzas unter: www.geschichtslehrerverband.de/index1.htm

 

Neu ist, dass man sich nur noch elektronisch für den Historikertag anmelden kann. Informa­tionen über das Verfahren und auch die Zimmer­reservierung erhalten Sie unter www.uni-konstanz.de/historikertag/. Unter dem Menü­punkt ?Anmeldung? können Sie alle aktuellen Informationen mittels regelmäßiger News­letter erhalten. 

 

Im Februar haben in drei Regionen gelungene Fortbildungsveranstaltungen stattgefunden, die unter großem Einsatz der Regionalvertreter durchgeführt werden konnten. Sie befassten sich mit den Themen, die vielen Geschichts­lehrern augenblicklich auf den Nägeln brennen, Themen im Umkreis des Zentralabiturs. Die Region Stade begann am 2. Februar mit einer Veran­staltung, die die Themenkomplexe USA/­Zentralabitur 2006 und 2007 (Chr. Werner) und ?Fachaufsatz Geschichte in der Oberstufe? (W. München­hagen) praxisorientiert darstellte. Das Referat des Kollegen Werner stellte eine Wiederholung des bereits auf der Zentraltagung in Hannover am 14. November gehaltenen Referats dar. Erstmalig gehalten wurde das Referat über den Fachaufsatz. Hier ging der Kollege Münchenhagen von fächer­verbindenden Standards für schriftliche Arbeiten aus, wie sie vor allem im Deutschunterricht der Sek. I verbindlich unter­richtet werden und vom Fach Geschichte ? wie auch von anderen Fächern ? in der Sek. II übernommen werden sollten: Die Methodik, eine Untersuchung systematisch vorzubereiten und in einem Aufsatz auszuarbeiten, müsse nicht in jedem Fach neu erfunden werden! Ausgehend von den Anforderungsbereichen wurden gezielte metho­dische Hilfen vorgeschlagen, durch die die Schülerinnen und Schüler die Qualität ihrer Aufsätze deutlich verbessern können: weg vom assoziativen Schnellschreiben und hin zu einem systematischen und zielorientierten Gedanken­aufbau. Erfahrungsgemäß werde dadurch für Kolleginnen und Kollegen die Korrektur der Aufsätze einfacher und weniger zeitaufwändig. Eine Reihe von Arbeitsblättern für Schülerinnen und Schüler sollen helfen, dieses Methoden­training im eigenen Unterricht umzusetzen.

 

Am 7. Februar folgte die Fortbildung in Olden­burg für die Regionen Oldenburg/­Ost­friesland/­Osnabrücker Land, die sich wiederum auf das Abiturthema USA (Chr. Werner) konzentrierte.

 

Am 16. Februar begaben sich Kollegen aus den Regionen Osnabrück/­Bentheim/Emsland auf eine Studienfahrt zur Wewelsburg, die zur NS-Zeit als Kult- und Terrorstätte der SS gedient hatte; die Besichtigung bot den Anknüpfungs­punkt für eine Fortbildung zu einem Teilaspekt des Zentralabiturs 2007 und 2008 ?SS-Ideologie und NS-Außenpolitik? (Dr. M. Hambrock/­Wewels­burg), Am 8. März soll eine weitere Fortbildung zu Zentralabitur-Themen (USA/­Chr. Werner und Imperialismus/P. Heldt) in Braun­schweig statt­finden. Einzelheiten und Berichte zu allen Veranstaltungen lesen Sie auf unserer Internetseite (=> Landesverband => Aktuelles bzw. Regionen).

 

Die Frühjahrstagung des Niedersächsischen Geschichtslehrerverbandes in Hameln am 28. April 2006 (Achtung: geändert!) befindet sich in Vorbereitung. Es ist geplant, das Thema Spätantike ins Zentrum zu rücken. Diese Thematik ist für das Zentralabitur 2008 vorgesehen, müsste also in die inhaltliche Planung der Fachgruppen der Gymnasien für das kommende Schuljahr mit aufgenommen werden. Da wir davon ausgehen, dass die Spätantike in der Vergangenheit nicht zum Standard-Kursangebot in den Oberstufen ge­hörte, erscheint es uns wichtig, diese Mög­lichkeit für die Kolleginnen und Kollegen zu eröffnen. Es sollen im Vormittagsbereich zwei wissenschaftliche Vorträge zu Themen der Spät­antike gehalten werden. Dabei wird es Gelegenheit geben, nachzufragen und zu diskutieren. Wie in den Vorjahren wollen wir den Verlagen wieder Ausstellungsflächen ein­räumen.

Der Nachmittag des Tages soll der Besichtigung eines Projekts der Vermarktung von Geschichte im Bereich Hameln/Schaumburg-Lippe unter dem Titel Erlebniswelt Renaissance gewidmet sein. Das Hamelner Hochzeitshaus ist zu einem virtuellen Museum umgestaltet worden, das völlig ohne zwei- oder dreidimensionale Exponate auskommt, statt­dessen alles visuell und auditiv mit Hilfe der Digi­taltechnik vermittelt. Es wäre interessant durch einen Besuch festzustellen, ob dieser Ansatz, in den auch erhebliche Landesmittel geflossen sind, wirklich eine Revolution des Museumswesens bedeutet, oder ob andere Schlüsse nahe liegen.

 

Die Einladungen mit dem konkreten Tagungs­programm für Hameln werden rechtzeitig vor den Osterferien an die Schulen versandt. Schon jetzt sollten Sie sich den Termin dieser Tagung (Freitag, 28. April 2006) vormerken.

 

Im Januar haben Sie die letzte Ausgabe der ?Informationen? erhalten. Inzwischen hat der Hauptvorstand in Leipzig geklärt, welche Ober­themen die nächsten Hefte erhalten sollen: Das Heft 72, das im August erscheint, hat das augenblicklich aktuelle Thema Nationale Bildungs­standards im Fach Geschichte. Es erscheint rechtzeitig zum Historikertag. Das Heft 73 ist dem Thema Europa gewidmet. Das darauf folgende Heft 74 (August 2007) befasst sich mit der Hanse. Unser Kollege im früheren nieder­sächsischen Landesvorstand, Herr Dr. Eimers (Leer), der jetzt lange in Oberschlesien tätig war, schlägt für das Januarheft 2008 das Rahmen­thema Flucht und Vertreibung vor. Er wird auch das Buch zur gleichnamigen aktuellen Ausstellung im Bonner Haus der Geschichte besprechen.

 

Für alle, die Beiträge für die Informationen einreichen wollen: Redaktionsschluss ist regel­mäßig der 15. Mai und der 15. November (besser etwas eher). Grundsätzlich sollten die Beiträge elektronisch übermittelt werden. Wenn sie bereit sind Rezensionen für unsere Verbandszeitschrift zu übernehmen, sollten Sie sich an den Landesvorstand wenden. Wir werden Sie bei Bedarf mit Besprechungs­exemplaren versorgen.

 

 

In der Erwartung, möglichst viele von Ihnen in Hameln zu treffen, grüßen vielmals

 

Ihre

 

 

Dr. Martin Stupperich, Hannover
Dr. Wieland Sachse, Göttingen

 

   
 Auf Wiedersehen in der Renaissance-Stadt Hameln im April ... 
 Auf Wiedersehen in der Renaissance-Stadt Hameln im April ... 
   
 ... oder spätestens zum Historikertag in Konstanz im September! 
 ... oder spätestens zum Historikertag in Konstanz im September! 
   
 

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