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2005.04: Rundbrief Dezember 2005

Den Rundbrief als PDF-Datei finden Sie HIER!

 

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

 

Ihnen allen wünschen wir vorab ein frohes Weihnachtsfest und ein gutes neues Jahr 2006. Insbesondere wünschen wir Ihnen für das kommende Jahr weniger berufliche Belastung in der Hoffnung, dass die zahlreichen Neuerungen innerhalb des niedersächsischen Schulwesens an ihr Ende gekommen sein und eine Phase der Konsolidierung eintreten möge. Als Ihr Fachverband wollen wir Sie auch im kommenden Jahr weiterhin begleiten und Ihnen, soweit es uns möglich ist und wir den Bedarf sehen, Hilfestellung geben.

 

Das Hauptereignis des abgelaufenen Quartals war der Zentrale Tag des Geschichtslehrers am 14. November im Historischen Museum in Hannover (Berichterstattung s. auch auf dieser Seite unter "Landesverband" => "Aktuelles" ) Es waren über 200 Teilnehmer erschienen, d.h. mehr als beim letzten Mal. Daher traf es sich gut, dass der große Ausstellungsraum des Museums für die Vortragsveranstaltung und die Eingangshalle für Anmeldung, Kommunikation, Verlagsausstellungen und Cafeteria zur Verfügung stand.
Wir danken dem Museumsleiter, Herrn Dr. Schwark, und seinem Mitarbeiterteam, dass er die Tagung in seinem gastfreundlichen Haus möglich gemacht hat.

 

Der erste Teil des Vormittagsprogramms bezog sich auf die Initiative unseres Verbandes ? gemeinsam mit dem Niedersächsischen Heimatbund ? zur Gründung eines Hauses der Geschichte des Landes Niedersachsen. Die Mitglieder der Initiativgruppe referierten nacheinander über die Geschichte der Initiative, über den Anteil des Niedersächsischen Heimatbundes, die pädagogische und didaktische Zielsetzung und schließlich über das konkrete Konzept für die Dauerausstellung. Letzteres war entworfen und wurde vorgetragen von Robert Packeiser (Schatzmeister unseres Verbandes) und war zugeschnitten auf die Räumlichkeiten des Forums des Landesmuseums. Es ist das bisher aussichtsreichste Angebot eines in Hannover zentral gelegenen Hauses. Dieses Angebot hatte der Landtag der Initiativgruppe unterbreitet. Sollte die Option verwirklicht werden können, läge das Haus der Geschichte in der hannoverschen Altstadt direkt gegenüber der Marktkirche.

 

In seinem Grußwort, das von MR Pohle verlesen wurde,  unterstützt der Kultusminister ausdrücklich das vom Verband vorgetragene Ziel. Inzwischen hat auch das Ministerium für Wissenschaft und Kultur, das fachlich zuständig ist, sein Interesse bekundet und die Initiativgruppe zu einem Gespräch eingeladen, um Wege der Verwirklichung des Hauses der Geschichte zu beraten. Es steht die Idee der Gründung einer Stiftung zur Sicherung der finanziellen Basis im Raum.

 

Der zweite Teil des Vormittags war ganz dem Thema ?Schulbuchwissen und Absolutismusforschung? gewidmet. In einem packenden Vortrag gelang es Herrn Prof. Dr. Ernst Hinrichs, Potsdam, ein an neueren Forschungsergebnissen orientiertes Bild des Absolutismus zu zeichnen. In diesem Vortrag blieben die thematischen Schwerpunkte in der bisherigen Akzentuierung nicht ganz ohne Kritik. Für Prof. Hinrichs steht die Außenpolitik und das Hegemoniestreben der europäischen Großmächte im Zentrum. Die absolutistischen Strukturen folgen für ihn mit Notwendigkeit aus diesen Voraussetzungen. Konsequent steht daher neben dem Militär das Steuerwesen im Mittelpunkt jeder absoluten Monarchie und damit dann auch die Bürokratisierung sowie die direkte Einwirkung auf die Wirtschaft. Die Staatsgebilde des Absolutismus waren weitaus komplexer als früher angenommen, so der Referent.

 

Vor der Mittagspause fand die Preisverleihung der Henning-von-Burgsdorff-Stiftung durch die Vorsitzende des Stiftungskuratoriums, Frau OStD` Brigitte Netzel, statt. Den ersten Preis erhielt der Kollege Thilo Lausecker (Lehrte) für eine Unterrichtseinheit zum Thema ?Die Reichsbauernstadt Goslar? (LK 13). Den zweiten Preis erhielt Dr. Friedemann Neuhaus (Osnabrück) für eine Ausstellung über ?Ende und Folgen des Zweiten Weltkriegs?, die er mit einer Klasse 11 erarbeitete. Dass diese Ausstellung im Zusammenhang mit einem Wettbewerb des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge entstand, wurde nicht als Hinderungsgrund gewertet.

 

Die Henning-von-Burgsdorff-Stiftung war auch aus einem anderen Grund für unsere Tagung wichtig: Sie unterstützte das Tagungsvorhaben mit einem hohen Geldbetrag, so dass der Verband von finanziellen Sorgen befreit wurde. Dafür danken wir dem Stiftungskuratorium und insbesondere Frau Netzel persönlich sehr herzlich.

 

Die Arbeitskreise des Nachmittags befassten sich neben dem erneut bearbeiteten Thema Absolutismus (Prof. Hinrichs, Dr. Sachse, Dr. Sinemus, Göttingen) mit den Themen Deutsche Außenpolitik bis 1945 (Dr. Lautzas, Mainz), Geschichte der USA (Chr. Werner, Braunschweig) und Imperialismus (P. Heldt, Braunschweig).

Zusätzlich wurde eine Museumsführung (Dr. Urban, Historisches Museum Hannover) angeboten.

Alle Arbeitskreise waren sehr stark besucht. Alle fanden in den Räumlichkeiten des Museums statt, z.T. direkt zwischen den Exponaten. So war der Arbeitskreis Deutsche Außenpolitik von den königlichen Kutschen des Welfenhauses aus der Zeit der Personalunion mit England umgeben.

Allen Referenten sei für ihren Einsatz herzlich gedankt! Ihre Arbeitskreis-Materialien finden Sie auf unserer Internetseite unter ?Landesverband? => ?Börse für den Geschichtsunterricht?.

 

Die anschließende Mitgliederversammlung bestätigte den augenblicklichen Vorstand geschlossen im Amt.

Die Mitgliederversammlung befürwortete darüber hinaus die Kooperation des Verbandes mit dem Niedersächsischen Landtag und n?21 bei der Ausschreibung und Durchführung des diesjährigen Landtagswettbewerbs. Diese Aktivität wurde notwendig durch die Schließung der Landeszentrale für politische Bildung, die den Wettbewerb in den früheren Jahren organisatorisch ausgerichtet hatte.

Die Zustimmung wurde begleitet von einigen kritischen Kommentaren, die darauf hinwiesen, dass es nicht Aufgabe des Geschichtslehrerverbandes sein könne, dem Staat den Rückzug aus wichtigen Gebieten der historischen und politischen Bildung durch eigenes Einspringen zu erleichtern.

Die Mitgliederversammlung diskutierte weiterhin die Frage, ob es nicht angezeigt sei, langfristig auf ein Oberstufenkerncurriculum zuzusteuern, wie es z.B. Baden-Württemberg bereits vorgelegt habe.

 

Zu den kommenden Regionaltagungen in Oldenburg (7. Februar 2006) und in Stade (2. Februar 2006), beide zum Thema USA, wird noch gesondert eingeladen. Soweit Details schon vorliegen, finden Sie diese auf unserer Internetseite (?Landesverband? => ?Regionen?).

 

 

Mit den besten Wünschen für 2006 grüßen vielmals

 

Dr. Martin Stupperich, 1. Vors., Hannover

Dr. Wieland Sachse, 2. Vors., Göttingen

 

 

 

 

   
 Tagungsort Historisches Museum Hannover 
 Tagungsort Historisches Museum Hannover 
   
 Die beiden LV-Vorsitzenden begrüßen Min.Rat Pohle aus dem KM 
 Die beiden LV-Vorsitzenden begrüßen Min.Rat Pohle aus dem KM 
   
 Dr. Röhrbein vom Niedersächsischen Heimatbund unterstützt die Haus der Geschichte-Initiative 
 Dr. Röhrbein vom Niedersächsischen Heimatbund unterstützt die Haus der Geschichte-Initiative 
   
 Die Thesen von Prof. Hinrichs liegen auch gedruckt vor. 
 Die Thesen von Prof. Hinrichs liegen auch gedruckt vor. 
   
 Frau Netzel im Gespräch mit dem Bundesverbandsvorsitzenden Dr. Lautzas 
 Frau Netzel im Gespräch mit dem Bundesverbandsvorsitzenden Dr. Lautzas 
   
 Tagen zwischen den königlich-welfischen Kutschen ... 
 Tagen zwischen den königlich-welfischen Kutschen ... 
   
 ... und zwischendurch Kaffee trinken und in den Verlagsauslagen schmökern! 
 ... und zwischendurch Kaffee trinken und in den Verlagsauslagen schmökern! 
   
 

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