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Tag des Geschichtslehrers, 14. Nov. 2005, Bericht

Am 14. November 2005 fand der zentrale Tag des Geschichtslehrers 2005 im Historischen Museum Hannover statt.

Wie vor zwei Jahren hatte uns der Leiter des Historischen Museums, Herr Dr. Schwark, die Möglichkeit gegeben in seinem gastfreundlichen Haus zu tagen. Das bedeutete für ihn selbst und sein teils angestelltes, teils ehrenamtliches Team, die Räumlichkeiten vorzubereiten, die Aufsicht wahrzunehmen und einen Imbiss während des ganzen Tages bereit zu halten. Wir möchten Herrn Dr. Schwark ausdrücklich für diesen Dienst an einem im Museum im Allgemeinen geschlossenen, d.h. dienstfreien, Tag danken.

Die ab 8.30 eintreffenden Kolleginnen und Kollegen konnten sich vor Beginn der Veranstaltung bereits mit Kaffee stärken und die Auslagen der Verlage ansehen.

Um 9.30 Uhr begrüßte der Hausherr, Dr. Thomas Schwark, und der Verbandsvorsitzende Herr Dr. Stupperich, die ca. 230 aus dem ganzen Bundesland angereisten Kolleg/innen. Auch der zu den Referenten zählende Bundesvorsitzende, Herr Dr. Lautzas, Mainz, sprach ein Grußwort.

Aus dem Niedersächsischen Kultusministerium war Herr Ministerialrat Pohle gekommen und verlas ein Grußwort des Ministers, der die Arbeit des Verbandes würdigte.

Anschließend folgte die Vorstellung der Initiative des Geschichtslehrerverbandes ?Haus der Geschichte des Landes Niedersachsen. Ziele ? Strukturen ? Inhalte ? Didaktik ? Gebäude ? Finanzierung Ein Angebot und eine Arbeitshilfe für Geschichtslehrer in Niedersachsen?. Mit je einem Kurzreferat stellten die Mitglieder der Initiativgruppe aus den Reihen des LV Niedersachsen das Projekt vor und sprachen zu den Themen Entstehungsgeschichte der Idee des Hauses der Geschichte, Einbeziehung des Niedersächsischen Heimatbundes sowie der Fachministerien und Nutzen der Einrichtung für die Bildungsarbeit von Schule und Hochschule. Schließlich erläuterte Robert Packeiser (LV-Vorstand) das unter seiner Federführung entstandene inhaltliche Konzept des geplanten Hauses, das im Zentrum Hannovers direkt gegenüber der Marktkirche sein Domizil finden soll. Herr Dr. Röhrbein referierte über den Anteil des bei dem Projekt mitwirkenden Niedersächsischen Heimatbundes (vgl. dazu die "Rote Mappe" 2005 des Heimatbundes, S. 29 f.).

Nach einer Kaffeepause folgte der Hauptvortrag zum Thema ?Schulbuchwissen und Absolutismusforschung? von Prof. Dr. Ernst Hinrichs (Potsdam/vormals Oldenburg). Er setzte sich kritisch mit der Akzentuierung des Absolutismusthemas in den Thematischen Schwerpunkten für das Zentralabitur 2007 auseinander. Diese zielten zu stark auf die innerstaatliche Organisation absolutistischer Herrschaft ab. Hinrichs plädierte für eine stärkere Ableitung des Absolutismus aus den außenpolitischen Ereignisketten seit dem 15. Jahrhundert. Ausgehend von den dynastischen Konflikten der Renaissancemonarchien sei die Entstehung absolutistischer Strukturen Bedingung wie Begleitphänomen des Hegemoniestrebens der europäischen Großmächte gewesen. Mit dem Abschluss der europäischen Erbfolgekriege habe sich ein Gleichgewicht zwischen den Großmächten England, Frankreich, Österreich und Russland herausgebildet, das ab dem 18. Jahrhundert noch um Preußen ergänzt wurde. Charakteristisch für den aus diesen Umständen entstandenen absolutistischen Staat waren die Dominanz des Militärs, seine intensive Steuererhebung, die Anlass zu zahlreichen Aufständen gab, seine hohe Verschuldung (die im Widerspruch zur gängigen Vorstellung eines absolutistischen Königs steht, da sie ihm die Hände band), die Bürokratisierung, die Einflussnahme auf die Wirtschaft sowie der Hof. Kritisch wandte sich Hinrichs gegen homogenisierende Vorstellungen von Gleichheit im Untertanenverband und in der Konfessionenfrage. Insofern sei es angemessen, die Monarchie als Steuerungszentrum eines weit komplexeren Staatsgebildes zu betrachten.

Dem Vortrag folgte die Preisverleihung der Henning-von-Burgsdorff-Stiftung durch die Stiftungsvorsitzende, Frau OStD? a.D. Brigitte Netzel (s. unter Burgsdorff-Stiftung).

Nach der Mittagspause traten vier Arbeitskreise zu den Thematischen Schwerpunkten des Zentralabiturs 2007 und 2008 zusammen, die alle sehr stark besetzt waren (Die verwendeten Materialien finden sich z.gr.T. auf unserer Internetseite unter ?Börse für den Geschichtsunterricht?):

1. Geschichte der USA von der Gründung bis zum Spanisch-Amerikanischen Krieg 1898 (Christian Werner, Braunschweig)

2. Deutsche Außenpolitik des Ersten Weltkriegs, der Weimarer Republik und des NS-Regimes (Dr. Peter Lautzas, Mainz)

3. König und Adel im Frankreich und England des 16. und 17. Jahrhunderts (Prof. Hinrichs, Potsdam, Dr. Sachse und Dr. Sinemus, Göttingen)

4. Imperialismus (Peter Heldt, Wolfenbüttel)

Außerdem führte der Museumspädagoge des Historischen Museums, Dr. Urban, eine interessierte Besuchergruppe durch die Ausstellung ?Ritter, Bürger, Fürstenmacht?.

Auf der abschließenden Mitgliederversammlung wurde der bisherige Vorstand im Amt bestätigt.

Die Tagung endete gegen 16.00 Uhr.

 

 

   
 Zu Gast im Museum am Hohen (Leine-)Ufer 
 Zu Gast im Museum am Hohen (Leine-)Ufer 
   
 Verteilen der Tagungsmappen an der \"Rezeption\" 
 Verteilen der Tagungsmappen an der "Rezeption" 
   
 Begrüßen der Kollegen durch Dr. Heinßen 
 Begrüßen der Kollegen durch Dr. Heinßen 
   
 Orientierung in den Verlagsangeboten 
 Orientierung in den Verlagsangeboten 
   
 Veröffentlichung des Hauptreferenten zum Vortragsthema 
 Veröffentlichung des Hauptreferenten zum Vortragsthema 
   
 Prof. Hinrichs spricht im vollbesetzten Ausstellungssaal des Museums. 
 Prof. Hinrichs spricht im vollbesetzten Ausstellungssaal des Museums. 
   
 Der Bundesvorsitzende Dr. Lautzas mit MR Pohle 
 Der Bundesvorsitzende Dr. Lautzas mit MR Pohle 
   
 

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