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2005.03: Rundbrief September 2005

 Der Rundbrief liegt auch als PDF-Datei vor.


 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

 

das neue Schuljahr hat begonnen und wir wünschen Ihnen für die kommende Zeit viel Kraft und Geduld mit den vielerorts erheblich viel größer gewordenen Klassen und dem für viele noch neuen Unterricht in der Unterstufe. Aber auch die Vorbe­reitung der neuen Oberstufe, die jetzt mit Klasse 11 beginnt, erfordert noch viel Planungsarbeit, bei der wir als Geschichts­lehrerverband Ihnen so gut es geht zur Seite stehen wollen.

 

Die neue Klasse 11 ist im Wesentlichen eine Kopie der Klasse 10. Abgesehen von den Langfächern werden alle übrigen Fächer zweistündig im Klassenverband erteilt. Da die Schulleitungen gehalten sind, die Schüler­pflichtstundenzahl von 34 Stunden der augen­blicklich noch gültigen Schüler­pflicht­stunden­zahl von 31 Stunden anzu­passen, also 3 Stunden zu kürzen, sollten die Fachschaften Geschichte aufmerksam darauf achten, dass dies nicht zu Lasten des Faches Geschichte geschieht. Die Schulen können nach eigener Entscheidung beliebig kürzen. Der Hinweis, dass Geschichte bisher lediglich ein Halbjahr lang unterrichtet worden sei, verfängt als Kürzungsargument insofern nicht, als die bisherige Mindestverpflichtung für alle in 12 und 13 zwei dreistündige Kurse umfasste, jetzt aber für die sog. Abdecker nur noch zwei zweistündige Kurse gegeben werden. Die in der Summe eine Stunde mehr in den beiden Halbjahren der Klasse 11 kann also die demnächst in der Summe zwei Stunden weniger für die sog. Abdecker in 12 und 13 nicht ausgleichen.

 

Schon im letzten Rundbrief war darauf hingewiesen worden, dass es eine wichtige Aufgabe der Fachschaften Geschichte ist, darauf zu achten, dass Geschichte als Leistungsfach angeboten wird. Dies setzt voraus, dass der gesell­schafts­wissen­schaft­liche Schwerpunkt angeboten wird. Nur unter der Voraussetzung, dass sonst der sprachliche und der natur­wissen­schaftliche Schwerpunkt nicht eingerichtet werden können oder ein anderer absolut zwingender Grund besteht, darf auf die Einrichtung des gesell­schafts­wissenschaftlichen Schwerpunkts verzichtet werden. Ohne Not darf eine Schule auf die Einrichtung dieses Schwerpunkts also nicht verzichten.

 

Eine andere Gefahr liegt darin, dass der gesellschaftswissenschaftliche Schwerpunkt durch eine Schule so gestaltet wird, dass er zum Ausweichschwerpunkt für weniger leistungsbereite Schülerinnen und Schüler wird. Durch eine entsprechende Zusammen­stellung der Prüfungsfächer (Schwerpunkt- und Kernfächer) kann eine Schule sicherstellen, dass das Anforderungsniveau in allen angebotenen Schwerpunkten vergleichbar ist. Dies sollte im Interesse der Geschichts­fachschaften ebenso wie der übrigen Fachschaften des Aufgabenfeldes B liegen. Es wird allerdings nur gelingen,  wenn Schulen den Mut haben, Prüfungsfächer von vornherein zu setzen, was nach der neuen Oberstufenverordnung möglich ist, und sich nicht ? so wie früher üblich ? den unterschiedlich motivierten Ergebnissen der Schülerkurswahlen von vornherein unter­werfen. Die Schülerwahlen beziehen sich dann im Wesentlichen auf die Wahl des Schwer­punkts mit seinen vorgegebenen Prüfungs­fächern. Die Lerngruppen in diesen Prüfungsfächern sind dementsprechend identisch. Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel.

 

Wir wollen als Verband versuchen, die künstliche Verknappung der Stunden für den Geschichtsunterricht, die für die neuen Klassen 7 darauf hinausläuft, schon in Klasse 9 mit dem Gesamtdurchgang fertig zu sein, durch die Einbeziehung der neuen Klasse 10 in den normalen Gesamtdurchlauf wieder aufzuheben. Die historischen Themen der einzelnen Schuljahre lassen sich nicht ohne weiteres jeweils ein Jahr vorverlegen mit dem vordergründigen Hinweis, man habe ja schon in Klasse 5 beginnen können. Die sinnvolle Bearbeitung dieser Stoffe setzt auf Schülerseite eine Mindestreife voraus. Ohne diese ist das notwenige Reflexionsniveau bei bestimmten Themen kaum erreichbar.

 

Die Gymnasien steuern auf das erste Zentralabitur 2006 zu. Schon bisher waren unsere Tagungen sehr stark an der Thematik der sog. thematischen Schwerpunkte ausgerichtet. Auch in diesem Herbst soll die zentrale Tagung wieder auf die gültigen Thematischen Schwerpunkte, diesmal für das kommende Zentralabitur 2007, bezogen sein. Die zentrale Tagung für den ganzen niedersächsischen Landesverband findet wie stets in Hannover und wieder im Historischen Museum statt. Die Arbeitskreise tagen vereinzelt in Räumen umliegender Ge­bäude. Bitte notieren Sie den Termin 14. November 2005! Hauptvortragender an die­sem Tag wird Herr Prof. Dr. Ernst Hinrichs (vormals Oldenburg) sein. Er spricht über das Thema ?Schulbuchwissen und moderne Forschung zum Absolutismus?. Natürlich orientiert sich diese Themenwahl am Thema­tischen Schwerpunkt 2 (Entstehung und Strukturen frühneuzeitlicher Monarchie). Da sicher bei diesem Schwerpunkt im Vergleich zu den beiden anderen der größte Fortbildungsbedarf besteht, soll es am Nach­mittag zusätzlich zwei Arbeitskreise geben, die das Thema bezogen jeweils auf Frankreich und auf England noch einmal aufnehmen.

Um allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Gelegenheit zu geben, wenigstens zwei Arbeitskreise zu besuchen, finden alle Arbeits­kreise zweimal statt, dafür wird die jeweilige Dauer auf maximal eine Stunde gekürzt. Die weiteren Arbeitskreise befassen sich mit der deutschen Außenpolitik ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und erneut mit den USA im 18./19.Jahrhundert.

Die Einladungen mit dem konkreten Tagungs­programm gehen Ihnen noch rechtzeitig zu.

 

Schon im letzten Rundbrief war die Rede davon, dass die Mehrheit der im Bundes­verband zusammengeschlossenen Landes­verbände der Auffassung ist, dass es uner­lässlich sei, dass für das Fach Geschichte in gleicher Weise wie für die Langfächer und die naturwissenschaftlichen Fächer Bildungs­standards entwickelt werden. Der Landes­verband Niedersachsen hat gemein­sam mit Baden-Württemberg die Federführung über­nommen. Inzwischen hat auf nieder­sächsischer Landesebene die Arbeit an den Standards für den Geschichtsunterricht begonnen. Das Kultusministerium begrüßt diese Arbeit und zeigt sich interessiert. Mit­glieder der Kommission sind neben den beiden Unterzeichneten die Herren Prof. Dr. Sauer (Göttingen), Dr. Heinßen (VGD, LV Nds., Geschäftsf. Vorstand), Dr. Sinemus (Fachleiter Göttingen), Herr Thunich (Fachberater Hannover). Die Kommission bearbeitet zu­nächst die Stufe 5/6 bezogen auf die römische Antike. Sie hat sich entschieden die Kompetenzen, auf die sich die Standards beziehen, nach vier Kategorien zu entfalten: Sach­kompetenz, Orientierungskompetenz (Daten, Epochen, Begriffe, Chronologie), Instrumentelle Methodenkompetenz und Kom­petenz historischen Denkens. Im weiteren Verfahren wird es eine Abstimmung mit zu­nächst fünf weiteren Landesverbänden geben. Zum Historikertag 2006 in Konstanz (zur Erinnerung: 19. ? 22. September 2006) möchte der Bundesverband ein Ergebnis präsentieren. Dieses soll zeitgleich in der Verbandszeitschrift ?Informationen? publiziert werden.

 

Der Prozess der Konzeptentwicklung für das Haus der Geschichte des Landes Nieder­sachsen geht weiter. Inzwischen ist eine gut geeignete Lokalität im Zentrum Hannovers (Altstadt) ins Auge gefasst worden. Nähere Angaben folgen, wenn die Rahmen­bedingungen noch besser geklärt sind. Die Initiativgruppe besteht bisher aus den beiden Unterzeichneten, unserem Schatzmeister, Herrn Packeiser/Hannover, sowie Herrn Dr. Schwark, dem Direktor des Historischen Museums Hannover. Es ist geplant, die Kon­turen des inhaltlichen Konzepts in einem besonderen Beitrag auf unserer Tagung am 14. November 2005 in Hannover vorzustellen. Klar ist bislang, dass die Geschichte des Bundeslandes Niedersachsen zunächst im Zentrum stehen wird und dass die früheren Epochen durch besondere Rückblenden einbezogen werden. Wichtig wird es sein, alle Regionen Niedersachsens zu berücksichtigen. Noch ungeklärt ist die finanzielle Seite. Hier wird noch viel öffentliche Werbearbeit zu leisten sein. Auch die Einbeziehung nicht­schulischer Gruppen steht noch aus.

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen, die Rundbriefe enthalten stets nur Informationen zur aktuellen Entwicklung. Darüber hinausreichende Informationen, auch solche, die den Rahmen eines Rundbriefs sprengen würden, finden Sie jeder Zeit im Internet auf der Homepage des Landesverbandes Nieder­sachsen des VGD. Adresse:
www.vgd-nds.de. Sie finden hier auch An­gaben zu aktuellen Ausstellungen und Tagungen auch über den engeren nieder­sächsischen Bereich hinaus. Die Bilder sind alle vergrößerbar! Sie haben auch die Möglichkeit über die Internetseite des Bundes­verbandes www.geschichtslehrerverband.de  auf die Seiten der anderen Landesverbände zu gelangen, sofern diese über eine Homepage verfügen.

 

Nach wie vor gilt der Aufruf an alle, die über einen entsprechenden Anschluss verfügen, uns ihre E-mail-Adresse mitzuteilen, damit die Rundbriefe kostensparend elektronisch ver­schickt werden können. Bisher erhält lediglich ein Drittel der Mitglieder den Rundbrief auf diesem Wege. Bitte nutzen Sie für die Mitteilung Ihrer Adresse die Verbandsadresse kontakt@vgd-nds.de  !

 

Alle Angebote des Geschichtslehrerverbandes sind davon abhängig, dass eine ausreichend große Mitgliedschaft die finanzielle Basis dieser Aktivitäten garantiert. Vor allem gilt es, das Fach Geschichte als eines der langfristig gefährdeten Fächer des schulischen Fächerkanons durch die Anstrengungen des Verbandes immer wieder in seinem Bestand zu sichern. Daher ist es wichtig, dass alle Mitglieder sich bemühen, weitere Mitglieder für unseren Verband zu werben. Es ist wichtig zu wissen, dass Referendare eine kostenlose Mitgliedschaft genießen und dennoch uneingeschränkt alle Vorteile erhalten. Dazu gehört u.a. die Verbands­zeitschrift ?Informationen für den Geschichts- und Gemeinschaftskundelehrer?, die der Landesverband gemeinsam mit anderen Landesverbänden trägt.

 

Gespräche in Fachkonferenzen oder Lehrer­zimmern sollten immer auch einbeziehen, dass es zu den öffentlichen Pflichten im demo­kratischen Gemeinwesen gehört, eigene Beiträge zu leisten, um Chancen für alle, die immer auch die eigenen sind, zu wahren. Den Nutzen von der Arbeit des Verbandes haben letztlich alle, ob sie Mitglieder sind oder nicht. Es ist aber eine Stilfrage, ob man es in Ordnung findet, Vorteile zu genießen, die andere einem durch ihren Einsatz verschafft haben, ohne gleichzeitig die Bereitschaft zur Mitträgerschaft zu zeigen.

 

Allen Kolleginnen und Kollegen, die als Mitglieder unseres Landesverbandes nicht zuletzt durch ihren regelmäßigen Beitrag die Arbeit mitgetragen haben, möchten wir ausdrücklich danken. Sie zeigen durch Ihre Mitgliedschaft, wie wichtig Ihnen Ihr Beruf und das eigene Fach Geschichte ist, und demonstrieren darüber hinaus, dass es ein zentrales öffentliches Anliegen sein muss, historisches Bewusstsein für ein reflektiertes Umgehen mit den öffentlichen Belangen der Gegenwart und Zukunft zu bewahren und zu pflegen.

 

 

Dr. Martin Stupperich, 1. Vors., Hannover

Dr. Wieland Sachse, 2. Vors., Göttingen

 

   
 Die beiden Unterzeichner wünschen viel Kraft für das neue Schuljahr 2005/06 ... 
 Die beiden Unterzeichner wünschen viel Kraft für das neue Schuljahr 2005/06 ... 
   
 ... Auf Wiedersehen in Hannover! 
 ... Auf Wiedersehen in Hannover! 
   
 

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