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2005.02: Rundbrief Mai 2005

Der neue Rundbrief liegt auch als PDF-Datei vor.

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

jetzt beginnt nach dem schriftlichen und mündlichen Abitur an den Gymnasien die arbeitsreiche Phase des Schuljahresendes. Neben den schriftlichen Korrekturen sind die letzten Klassenarbeiten und die Versetzungskonferenzen, aber auch bereits die Vorbereitung des neuen Schuljahrs zu bewältigen. Ich wünsche Ihnen bei diesen wichtigen Aufgaben eine gute Hand.

Nicht alle von Ihnen hatten die Gelegenheit an unserer großen Verbandstagung in der nordöstlichen Region, dem Tag des niedersächsischen Geschichtslehrers am 19. April im Lüneburger Rathaus, teilzunehmen. Die Tagung war gut besucht. Der Vortrag von Jörg Friedrich über die Bombardierung der niedersächsischen Städte fand eine gespannte Aufmerksamkeit. Zahlreiche Fragen der Zuhörer im Anschluss erforderten nahezu einen zweiten Vortrag des Referenten. Aus Zeitgründen musste die sehr spannende Debatte abgebrochen werden.

Während die meisten Teilnehmer an Arbeitskreisen zur mittelalterlichen Geschichte in und um Lüneburg teilnahmen, fand eine Sitzung des erweiterten Landes­verbandsvorstands statt, auf dem u. a. die am Nachmittag beginnende Mitglieder­ver­sammlung im ?Eselstall? des Salzmuseums vorbesprochen wurde.

Sie können den Inhalt und Ablauf der Mitgliederversammlung aus dem im Folgenden abgedruckten und um die Punkte ?Genehmigung der Tagesordnung? und ?Genehmigung des Protokolls? gekürzten Protokoll unseres Schriftführers, Herrn Dr. Heinßen, entnehmen.

Im Augenblick werden die Beschlüsse von Lüneburg umgesetzt. Es sind Kontakte zu den vorgeschlagenen Persönlichkeiten hergestellt worden. Die ersten Treffen werden im Augenblick vorbereitet.

Bei der diesjährigen Hauptvorstandssitzung des Bundesverbandes vom 20.-23. Mai in Mainz sind einige wichtige Beschlüsse das Fach Geschichte betreffend verabschiedet worden. Auf einen Antrag Bayerns hin beschloss der Hauptvorstand eine Resolution (?Mainzer Erklärung?) für die durchgängige Zweistündigkeit des Geschichtsunterrichts in Deutschland, um den Bestrebungen in manchen Bundesländern, den Geschichtsunterricht in Integrationsfächern mit Erdkunde und Sozialkunde aufgehen zu lassen, einen Riegel vorzuschieben. Zudem enthält die Resolution die Forderung die universitäre Bildung für den Lehrernachwuchs zu sichern und damit die Qualifikation der Lehrkräfte gegen einen allenthalben an den Hochschulen und in den Planungen der Wissen­schaftsministerien fortschreitenden Niveau­verlust zu verteidigen. Geschichts­unterricht braucht nicht nur ausreichend Zeit, sondern auch qualifizierte und ausreichend bezahlte Lehrer. Nach der Kürzungswelle im Lehrerstundenbereich könnte die Kürzung im Ausbildungsbereich und in der Zuordnung zu niedrigeren Gehaltsstufen als Sparmethode entdeckt werden.

Sowohl die Stundenkürzungen als auch der Niveauverlust in der Ausbildung betreffen den Geschichtsunterricht fundamental und sind daher auch Sache unserer Arbeit als Verband.

Aus diesem Grunde beginnt jetzt auch die Arbeit an den Standards für den Geschichtsunterricht. Nur wenn das Fach Geschichte Prüfungsfach ist, und dafür sind die Standards notwendig, kann es die Rolle innerhalb der Bildungsbemühungen der Schule spielen, die ihm eine Zukunft sichern.

Die Mehrheit der im Bundesverband zusammengeschlossenen Landesverbände ist der Auffassung, dass Standards zur Sicherung des Stellenwertes des Faches Geschichte im Rahmen der übrigen Fächer des schulischen Fächerkanons unerlässlich sind. Ein Fach, das entweder nicht in der Lage ist oder es für verzichtbar hält, seinen besonderen fachspezifischen Beitrag zur Bildungs­entwicklung des Einzelnen und der Gesellschaft darzustellen, kann nicht erwarten von der Öffentlichkeit in seinem Anliegen wahrgenommen zu werden. Wenn es darum geht, knappe Ressourcen im Bildungsbereich zu verteilen, wird ein solches Fach als eines der ersten Federn lassen müssen. In dieser Auffassung stimmten die Landesvorsitzenden, die in Mainz versammelt waren, mit deutlicher Mehrheit überein.

Für Niedersachsen wurde auf der Mitgliederversammlung in Lüneburg ein Arbeitskreis berufen, der einen Vorschlag für die Formulierung von Standards für den Geschichtsunterricht in unserem Bundesland entwerfen soll. Diese Arbeit möchte der Bundesverband in den kommenden Monaten aufnehmen. Es ist geplant die Standards für den Geschichtsunterricht zum Thema des übernächsten Heftes der ?Informationen für den Geschichts- und Gemein­schafts­kundelehrer?, die wir alle beziehen, zu machen. Dieses Heft mit dem Hauptthema ?Standards? soll rechtzeitig zum Historikertag im September 2006 in Konstanz vorliegen. Der Hauptvorstand hat daher einen eigenen Arbeitskreis benannt, der Formulierungen von Standards für den Bundesverband ausarbeiten wird. In diesem sind die Landesvorsitzenden der Landesverbände von Niedersachsen, Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern vertreten. Sie werden ihre Vorstellungen auf der Sitzung des Hauptvorstands im März 2006 in Leipzig vorlegen.

Sehr begrüßt wurde in Mainz die Initiative des niedersächsischen Landesverbandes für die Errichtung eines Hauses der Geschichte des Landes Niedersachsen. Inzwischen ist ein Statement zum Haus der Geschichte in die Rote Mappe des Niedersächsischen Heimatbundes aufgenommen worden, die der Landesregierung eingereicht wird. Der vorbereitende Arbeitskreis unseres Landesverbandes wird im Augenblick zusammengestellt und beginnt dann am Konzept für das Haus der Geschichte zu arbeiten.

Der Bundesverband verfügt jetzt über eine eigene Internetseite, über die alle Landesverbände, die eigene Homepages haben, erreicht werden können. Die Adresse lautet http://www.geschichtslehrerverband.de/. Über die Internetseite des niedersächsischen Geschichtslehrerverbandes ist die Bundes­homepage per Verlinkung erreichbar.

Der Landesverband Niedersachsen wird wie schon im November 2004 auch in diesem Jahr Fortbildungsveranstaltungen zu den Themen des nächsten Zentralabiturs durchführen. Einladungen dazu werden gesondert über die Fachobleute der Schulen den Fachkollegen zugeschickt. Die Tagungsorte werden auf die Regionen verteilt.

Leider war der Tag der Landesgeschichte, den das Land für den 7. April ausgerufen hatte und an dem sich die Schulen beteiligen sollten, von Seiten der Landesregierung selbst nur wenig gefördert worden. Eine generelle Aufforderung im Schulverwaltungsblatt fehlte. Es blieb einzelnen Schulen überlassen, aus Eigeninitiative rund um den 7. April schuleigene Veranstaltungen durchzuführen. Einzige Initiativmaßnahme des Kultus­ministers blieb die Empfehlung, am Tag der Landesgeschichte den Film des NDR über Niedersachsen ?Das Erbe der Cherusker? den Schülerinnen und Schülern vorzuführen. Diese Empfehlung wäre besser unterblieben, denn der Film ist von einer - mit den Augen eines Historikers gesehen - unvorstellbar schlechten Qualität. Er ist im schulischen Geschichtsunterricht nicht einsetzbar. Wir bedauern, im Vorfeld des Tages der Landesgeschichte, ohne den Film bereits selbst gesehen zu haben, auf die Einsatzmöglichkeit  in der Schule hingewiesen zu haben.

Der nächste Tag des Geschichtslehrers findet wieder in Hannover im Historischen Museum statt. Geplant ist der 14. November. Die Einladungen kommen rechtzeitig.

Merken Sie auch bereits jetzt den Termin des nächsten Historikertages in Konstanz vom 19. ? 22. September 2006 im Kalender vor.

 

Mit den besten Wünschen zum Schuljahrsende grüßen freundlich

 

Dr. Martin Stupperich, 1. Vors., Hannover                                                                 

Dr. Wieland Sachse, 2. Vors., Göttingen



Protokoll
der Mitgliederversammlung
des VGD,
LV Niedersachsen,
19. April 2005

TOP 3: Bericht des Vorsitzenden

Herr Dr. Stupperich berichtet über die Initiative des Verbandes zur Gründung eines niedersächsischen Hauses der Geschichte in Hannover. Gemeinsam mit dem Niedersächsischen Heimatbund wurde ein Initiativpapier erstellt und dem Landtagspräsidenten übergeben. Dieser hält die Idee für realisierbar. Als Standort des Hauses der Geschichte könnte des Forum des Landesmuseums genutzt werden. Anliegen des VGD ist die Erstellung eines Konzeptes mit der Zielrichtung auf Schule und Bildung. Eine besondere Bedeutung kommt dabei auch der Konzeption von Wanderausstellungen zu, die über die Landeshauptstadt hinaus in den Regionen präsentiert werden sollen. Die SPD-Fraktion hat bereits ihre Zustimmung zu einem interfraktionellen Antrag signalisiert.

 

Herr Dr. Stupperich berichtet über den Tag des Geschichtslehrers am 9.11.2004 und über die Sitzung des Geschäftsführenden Vorstandes am 28.2.2005 in Hannover.

 

In Osnabrück hat eine vom Verband organisierte Fortbildungsveranstaltung zum Zentralabitursthema Geschichte der USA stattgefunden, die auf rege Resonanz stieß.

 

Der Intervention des VGD ist es zu verdanken, dass die Einrichtung des gesellschaftswissenschaftlichen Schwerpunktes in der reformierten Oberstufe nunmehr nicht nur eine Kann-, sondern eine Soll-Bestimmung ist. Geschichte ist dabei als eines von zwei zu wählenden Fächern verbindlich als Schwerpunktfach gesetzt.

In diesem Zusammenhang gibt Herr Münchenhagen den Hinweis, dass es sinnvoll sei, an den Schulen noch in diesem Jahr das Augenmerk auf die Profilbildung in den 11. Klassen zu richten. Herr Grove weist in diesem Zusammenhang auf mögliche Konflikte mit anderen Fächern hin. Er regt an, als Argumentationshilfe ein Musterprofil auf der Internetseite des Verbandes zu veröffentlichen. Herr Stupperich wird das Profil der Leibnizschule Hannover dort ablegen.

 

Die Informationsarbeit durch Rundbriefe wurde fortgesetzt. Die Umstellung auf den kostensparenden Internetversand schreitet voran. Mitglieder, die über eine E-Mail-Adresse verfügen, sind weiterhin gebeten, diese dem Verband mitzuteilen, um weitere Einsparungen bei den Portokosten zu ermöglichen.

 

TOP 4: Bericht des Schatzmeisters

Herr Packeiser erläutert den an die anwesenden Mitglieder ausgeteilten Kassenbericht für den Zeitraum vom 10.11.2004 bis 18.4.2005.

Der Kassenstand betrug am 18.4.2005 ? 7.101, 86.

 

TOP 5: Fortbildungsarbeit des Verbandes und Planung der Zentraltagung in Hannover

Am bewährten Konzept einer Zentraltagung in Hannover und einer Regionaltagung, die sich vor allem an Teilnehmer aus einem Umkreis von ca. 100 km um den Tagungsort wendet, soll festgehalten werden. Wiederum bieten sich die neuen Themen des Zentralabiturs 2007 als Thema an. Vorgeschlagen sind bisher folgende Titel:

1. Schulbuchwissen und moderne Absolutismusforschung (Referent: Ernst Hinrichs, Oldenburg)

2. 50 Jahre Souveränität der Bundesrepublik.

Herr Dr. Stupperich spricht sich für Vorschlag 1 aus. Ergänzend könnten die weiteren Themen Geschichte der USA und Deutsche Außenpolitik 1914-1945 hinzugenommen werden. Herr Werner regt an, die Veranstaltung so zu organisieren, dass die Teilnehmer mehrere Arbeitsgruppen besuchen können. Diese sollten daher zweimal angeboten werden.

Als Ort für die Zentraltagung wird abermals das Historische Museum in Hannover ins Auge gefasst, da für die Arbeitsgruppen dann gegebenenfalls die benachbarten Räume des Landtags genutzt werden können.

Die Frage, inwieweit der zentrale Vortrag der Veranstaltung sich stärker an didaktischen Fragestellungen orientieren sollte, wird kontrovers diskutiert. Kritisch ist gegen die bisherige Praxis einzuwenden, dass stets ein Bruch zwischen wissenschaftlichem Vortrag und anschließenden didaktischen Arbeitsgruppen festzustellen war. Andererseits kann ein bekannter Referent aus der Wissenschaft häufig eine erhebliche Anziehungskraft entfalten. Dies wirkt sich positiv auf die Teilnehmerzahl aus.

Die Arbeitskreise im Rahmen der Zentraltagung sollten möglichst in den Regionen wiederholt werden, zumal die Fachberater neben Leistungs- und Prüfungskursen ab sofort auch keine Arbeitskreise zum Zentralabitur mehr leiten dürfen, sodass dem Verband hier noch mehr Verantwortung zufällt.

 

TOP 5a: Wahl eines Vorstandsmitglieds als Vertreter des Forums junger Geschichtslehrer

Herr Stupperich schlägt die Wahl eines Vertreters des Forums junger Geschichtslehrer in den erweiterten Vorstand vor. Nach Kandidaten wird gesucht.

 

TOP 6: Vorhaben Haus der Geschichte des Landes Niedersachsen ? Stand der Entwicklung und Perspektiven

Dem VGD trägt bei der Konzeption des Hauses der Geschichte die Hauptverantwortung. Eine Arbeitsgruppe des Verbandes soll Ideen für das Konzept des Hauses der Geschichte sammeln. Herr Packeiser erklärt sich zur Mitarbeit bereit. Herr Dr. Plath spricht sich dafür aus, auf die didaktische Planung Einfluss zu nehmen.

 

TOP 7: Belebung der Verbandsarbeit in bestimmten Regionen des Landes

Die bisher schwach vertretenen und erfassten Regionen sollen stärker in die Verbandsarbeit integriert werden. Zu diesem Zweck sollen die Fachobleute dieser Regionen angesprochen werden, da die Kontaktaufnahme über die Schulleiter häufig nicht erfolgreich ist.

 

TOP 7a: Wahl eines Regionalvertreters der Region Grafschaft Bentheim/Emsland in den erweiterten Vorstand

Herr Pfeifer (Gymnasium Neuenhaus) stellt sich vor und wird einstimmig zum Regionalbeauftragten für die Region Grafschaft Bentheim/Emsland gewählt.

 

TOP 8: Einrichtung einer Arbeitsgruppe ?Standards des Geschichtsunterrichts in Niedersachsen?

Eine Arbeitsgruppe, die sich mit der Erarbeitung von Standards beschäftigen soll, sollte gebildet werden aus Mitgliedern des Geschäftsführenden Vorstandes, Fachleitern und Fachberatern sowie Geschichtsdidaktikern. Als Vertreter der letzteren wurde Professor Dr. Michael Sauer (Göttingen) eingeladen; seine Antwort steht noch aus. Als weitere Vertreter werden von der Mitgliederversammlung einstimmig benannt: Dr. Stupperich, Dr. Sachse, Dr. Heinßen (Geschäftsführender Vorstand), Dr. Sinemus (Fachleiter Göttingen), Herr Thunich (Fachberater Hannover).

 

 

gez. Dr. Johannes Heinßen

 

 

   
 Das Lüneburger Rathaus von seiner barocken Seite, dahinter:  das größte mittelalterliche Rathaus Deutschlands 
 Das Lüneburger Rathaus von seiner barocken Seite, dahinter: das größte mittelalterliche Rathaus Deutschlands 
   
 Lüneburg: Vortrag von Dr. Friedrich im Fürstensaal - Tagungsfotos: Chr.Werner, BS 
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 Lüneburg: Eröffnung einer langen Diskussionsrunde mit Dr. Friedrich 
 Lüneburg: Eröffnung einer langen Diskussionsrunde mit Dr. Friedrich 
   
 Lüneburg: Organisatorisches - Dr. Plath und Dr. Stupperich 
 Lüneburg: Organisatorisches - Dr. Plath und Dr. Stupperich 
   
 Lüneburg: Arbeitskaffee im Eselstall des Salzmuseums 
 Lüneburg: Arbeitskaffee im Eselstall des Salzmuseums 
   
 

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