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2005.01: Rundbrief Februar 2005

Rundbrief Februar 2005 als pdf-Datei

 

 

Februar 2005

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

 

Ihnen allen wünschen wir einen guten Start in die zweite Hälfte des Schuljahrs 2004/05.

Wir hoffen, dass Sie die Stressphase der Konferenz- und Zeugniszeit überstanden haben und die kurze Verschnaufpause danach zum Durchatmen nutzen konnten.

 

Am zweiten Tag des neuen Halbjahrs erschien im Internet die endgültige Fassung der neuen Oberstufenverordnung. Die Grundstruktur ist erhalten geblieben, es sind jedoch einige für die Stabilisierung unseres Faches wichtige Veränderungen im Detail vorgenommen worden, von denen schon im letzten Rundbrief die Rede war. Am 17. November waren die Bedenken des VGD, die dem Minister bereits mehrfach schriftlich zugestellt worden waren, in einem Gespräch der beiden Vorsitzenden unseres Verbandes mit Herrn Ministerialrat Bade und dem Leiter des Ministerbüros, Herrn ter Horst (jetzt Leiter der Niedersächsischen Landesschulbehörde in Lüneburg), noch einmal mündlich vorgetragen worden. Das Ergebnis der Besprechung, das jetzt schriftlich vorliegt, ist die Einführung der weitgehenden Ver­bind­lichkeit des gesell­schafts­wissenschaftlichen Schwer­punkts, zu dem unser Fach Geschichte gehört. Dies bedeutet, dass aus einer Kann-Bestimmung eine Soll-Bestimmung geworden ist. War es im Entwurf, der den gesellschaftswissenschaftlichen Schwerpunkt als ?Kann?-Möglichkeit vorsah, so, dass eine Schule diesen Schwerpunkt nach Belieben ohne weitere Begründung entfallen lassen konnte, so ist jetzt mit der ?Soll?-Bestimmung die juristisch eindeutige Situation geschaffen worden, dass keine Schule, die aufgrund ihrer Schülerzahlen mehr als zwei Schwer­punkte bilden kann, ohne zwingende Begründung auf das Angebot des gesell­schafts­wissenschaftlichen Schwer­punktes verzichten darf. Ein zwingender Grund wäre z.B. die völlige Abwesenheit von Geschichts­lehrern. Aber schon die zu geringe Zahl von Geschichtslehrern wäre kein unbedingt aus­reichender Grund, denn in der Unterstufe ist auch fachfremder Geschichtsunterricht vorstellbar. Lediglich die Konkurrenz des gleich­gestellten musischen Schwer­punktes könnte in mittelgroßen Systemen ein Problem darstellen, denn es ist zwischen diesem und dem gesell­schafts­wissenschaftlichen Schwerpunkt keine Rangfolge festgelegt worden.

 

Es ist außerordentlich wichtig für die Zukunft unseres Faches in der Oberstufe, dass nunmehr jede Fachgruppe Geschichte in ihrer Schule aufmerksam auf die korrekte Durchführung der Oberstufenverordnung achtet. Wo dies nicht der Fall ist, sollte die Fachgruppe bei der Schulleitung vorstellig werden und, wenn dies nicht zum Erfolg führt, sich an den Geschichts­lehrerverband wenden, der dann seinerseits tätig wird und im Zweifelsfall mit der Schulbehörde Kontakt aufnimmt.

 

Unser Verband hat sich vorgenommen, für die Thematischen Schwerpunkte des Zentralabiturs  weitere Fortbildungen anzubieten. Auf der zentralen Tagung am 9. November 2004 in Hannover waren die Arbeits­kreise zu den Zentralabiturthemen 2006 am stärksten besucht. Wir haben daher beschlossen, den Regionen die Wiederholung dieser Veran­staltungen für ihre Einzugs­gebiete vorzu­schlagen.

 

Die erste Tagung dieser Art fand am 18. Februar 2005 für die Region Osnabrück in Gymnasium Melle statt. Herr Werner (Braunschweig), der schon in Hannover dabei war, leitete die Fortbildung zum Thema ?Geschichte der USA?. Die vorbereitende Organisation leistete der neue Regionalbeauftragte für das Osnabrücker Land, Herr Grove (Gymnasium Melle).

 

Das Thema ?Die USA ? Von der Staatsgründung bis zum Ausgang des 19. Jahrhunderts? gehört auch zu den Thematischen Schwerpunkten für das Zentralabitur 2007, die soeben veröffentlicht wurden. Es bleibt also aktuell. Die verbindlichen Inhalte sind im Wesentlichen gleich geblieben. Ein gewisser Unter­schied ergibt sich aus der Tatsache, dass versucht wird, das in der neuen Ober­stufen­verordnung so genannte erhöhte Niveau durch Angaben unter der Rubrik ?vertiefend für Leistungs­kurse? zu ver­deutlichen.

 

Als Ersatz für das Mittelalterthema ist für 2007 das Thema ?Entstehung und Strukturen früh­neu­zeitlicher Monarchie? neu hinzugekommen. Verbind­liche Unter­richts­inhalte sind hier vor allem der früh­moderne Staat am Beispiel des absolu­tistischen Frankreich und das Thema König­tum und Parla­ment in England.

 

Dritter Schwerpunkt im Zentralabitur 2007 ist das ebenfalls neue Thema ?Kontinuität und Diskontinuität deutscher Außenpolitik 1914 ? 1945?. Verbindliche Inhalte sind hier der Versailler Vertrag und seine Folgen, Außenpolitik zwischen status quo und Radikalrevisionismus und als Besonderheit ?Formen der Erinnerung? (Vom Heldengedenktag zum Volkstrauertag). Auch dieses letztere Thema wird verbindlich gesetzt und ist nicht lediglich als Vorschlag zur Vertiefung eines Einzelaspekts des Semesterthemas gedacht.

 

Es soll noch einmal darauf hinge­wiesen werden, dass die Kollegen, die schon zu Themen des Zentralabiturs referiert haben, ihr Material für unsere online-Börse für den Geschichts­unterricht zur Verfügung gestellt haben: www.vgd-nds.de/index.php?pid=2 .

 

Der Tag des Geschichtslehrers 2005 findet am 19. April 2005 in Lüneburg statt. Tagungsstätte wird das historische Rathaus der Stadt sein. Organisator der Veranstaltung ist unser dortiger Regionalbeauftragter Dr. Uwe Plath /Wilhelm-Raabe-Schule Lüneburg.

Im Mittelpunkt steht der Vortrag von Jörg Friedrich, dem Verfasser des bekannten Buches ?Der Brand? über Deutschland im Bombenkrieg 1940-45 (List Tb 60432). Der Vortrag verbindet zwei Aspekte: die mittelalterliche Stadt, die durch Lüneburg selbst repräsentiert wird, und das 60 Jahre zurückliegende Kriegsende. Gerade in den letzten drei Kriegsmonaten wurden mehrere Städte in Niedersachsen, darunter solche mit mittelalterlichem Stadtbild (u.a. Hildesheim) Opfer der alliierten Bomberflotten. Es erscheint uns an der Zeit zu sein, die Geschichte des Bombenkrieges nicht weiterhin einer vermeint­lichen political correctness folgend aus der öffentlichen historischen Diskussion zu verbannen. Es dürfte 60 Jahre nach Kriegsende und das heißt auch 60 Jahre nach dem Holocaust niemand mehr ohne weiteres verdächtigt werden, etwas auf­rechnen zu wollen, sobald er auf den Bombenkrieg zu sprechen kommt.

 

Die übrigen Themen des Tages des Geschichts­lehrers 2005 beziehen sich auf Lüneburg und seine vorwiegend mittelalterliche Geschichte (zu Einzel­heiten s. das Programm Lüneburg).

 

Die Einladung zur jährlichen Mitglieder­ver­sammlung, die am Nachmittag stattfindet, finden Sie am Schluss dieses Rundbriefes.

 

Um die Reservierung eines ausreichend großen Saales vornehmen zu können, bitten wir die Kolleginnen und Kollegen sich für die Tagung anzumelden (VGD, p/A Dr. Stupperich, Weidengrund 3, 30657 Hannover, oder stupperich.vgd@web.de ).

 

Am 7. April 2005 soll nach dem Willen der Landes­regierung überall in Niedersachsen der Tag der nieder­sächsischen Landesgeschichte stattfinden. Auch die Schulen des Landes sind aufgerufen an diesem Tag Veran­staltungen zur Landesgeschichte durchzuführen.

 

Denkbar sind besondere Unterrichts- oder Aula­veranstaltungen, die sich mit Themen der Geschichte Niedersachsens befassen. Insbesondere liegt es nahe in diesem Zusammenhang den 60. Jahrestag des Kriegsendes in Niedersachsen zu begehen, denn für die meisten Gebiete unseres Landes war im April 1945 der Krieg zuende. Die Bildstellen verfügen noch über den vor Jahren gedrehten Schulfilm ?Niedersachsen 1945?, der das Vordringen der Amerikaner und Briten in Norddeutschland zeigt mit Filmsequenzen u.a. aus Hildesheim, Hannover, Uelzen und Lüneburg.

Zahlreiche ältere Mitbürger können aus dieser Zeit sehr interessant als Augenzeugen berichten. Man kann einen oder mehrere von ihnen zu einer derartigen Veran­staltung oder aber in den Geschichtsunterricht direkt einladen. Das Thema eignet sich auch für Projekte. So könnten Schüler z.B. das Ausmaß der Zerstörungen in ihrer Stadt durch Begehungen, Fotos und Stadt­karten­auswertung zu erfassen suchen und Interviews mit Angehörigen der Kriegsgeneration führen. Einige Museen, so das Historische Museum in Hannover, bereiten Ausstellungen zum Thema vor.

 

Das NDR-Fernsehen strahlt am 8. März 05 um 22.15 Uhr und am 7. April 05 um 11.30 Uhr den eigens für diesen Tag gedrehten Film über die niedersächsische Landesgeschichte aus. Es ist sicher möglich die Aula­veranstaltung für alle oder einen Teil der Schülerschaft am Tag der Landesgeschichte mit der Vorführung dieses 90minütigen Films zu gestalten.

 

Eine zentrale ganztägige Veranstaltung zum Tag der Landesgeschichte mit Ausstellungen, Vorträgen und Musik findet am 7. April im Niedersächsischen Land­tag statt. Das Programm finden Sie im Internet: www.landtag-niedersachsen.de/Aktuelles. Der o.a. Film wird gezeigt und die Ergebnisse des Schüler­wett­bewerbs des Niedersächsischen Landtags werden prämiert. Es sei hier auch noch einmal auf die Vortragsreihe zur niedersächsischen Landes­geschichte im Landtag verwiesen, die mit einer Besichtigung des Landtags gekoppelt werden kann (Anmeldung: Herr Surborg, E-mail: pressestelle@lt.niedersachsen.de , Tel. 0511/3030-0).

 

Am 11. Februar wurde durch einen Beschluss des Vorstands der Fachgruppe Geschichte des Niedersächsischen Heimatbundes die Kooperation mit dem niedersächsischen Geschichts­lehrer­verband bei dem Vorhaben ?Haus der Geschichte des Landes Niedersachsen? in Hannover offiziell begründet. Beide Verbände werden das Vorhaben durch

gemeinsame Schreiben den Parteien des Niedersächsischen Landtags mit dem Antrag auf überparteiliche Unterstützung vortragen. Außerdem wird als nächster Schritt versucht, evtl. Vorbehalte der Landesmuseen in den Regionen der Vorläuferländer Niedersachsens, die eine Konkurrenz fürchten könnten, zu zerstreuen.

 

Unser Verband wird in dem Prozess der Ent­wicklung bis zur schließlichen Eröffnung des Hauses der Geschichte des Landes Niedersachsen eine tragende Rolle spielen. Insbesondere wird es ihm darum gehen, das Konzept so zu gestalten, dass die Belange der Schulen und des Bildungswesens insgesamt eine deutlich ausgeprägte Berück­sichtigung finden, zumal die Landeszentrale für politische Bildung nicht mehr zur Verfügung steht. Wir werden über die Entwicklung regelmäßig berichten.

 

Alle elektronisch erreichbaren Mitglieder seien noch­mals aufgefordert, ihre E-mail-Adresse an die Anschrift stupperich.vgd@web.de zu senden. Eine große Zahl Adressen ist bereits gespeichert und entlastet die Portokasse des Verbandes.

 

Allen Kolleginnen und Kollegen wünschen wir vorerst ein gutes Schulhalbjahr und grüßen freundlich
Ihre

 

Dr. Martin Stupperich, Hannover

Dr. Wieland Sachse, Göttingen

   
 Tagungsstätte Lüneburger Rathaus 
 Tagungsstätte Lüneburger Rathaus 
   
 Lüneburg mit Rathaus und Salzmuseum (Südwesten) 
 Lüneburg mit Rathaus und Salzmuseum (Südwesten) 
   
 

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