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2004.04: Rundbrief Advent

Adventsrundbrief 2004 als pdf-Datei

Advent 2004

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Ihnen allen wünschen wir ein frohes Weihnachtsfest und ein gutes Neues Jahr. Hoffentlich gelingt es Ihnen nach all den Aufregungen und Mehrbelastungen, die das neue Schuljahr mit sich brachte, jetzt in der Weihnachtszeit etwas zur Ruhe zu kommen. Wir wünschen Ihnen, dass Sie die großen Veränderungen des ablaufenden Jahres, v.a. die Anbindung der Klassen 5 und 6 an die weiterführenden Schulen, inzwischen verkraftet haben und dass es im neuen Jahr besser werden wird. Dabei wissen wir schon jetzt, dass dieses neue Jahr uns Veränderungen auf anderen Gebieten bringen wird. Insbesondere steht jetzt die Umsetzung der neuen Oberstufenverordnung beginnend mit Klasse 11 bevor.

Bezogen auf die Oberstufenreform ist es dem Verband gelungen, eine Verbesserung für das Fach Geschichte und insgesamt für den gesellschaftswissenschaftlichen Schwerpunkt zu erreichen: Das Angebot des gesellschaftswissenschaftlichen Schwerpunkts ist keine Kann-Bestimmung mehr, sondern nunmehr eine Soll-Bestimmung. Dies ist ein juristisch eindeutig definierter Unterschied. Er besagt, dass etwas im Fall einer Soll-Bestimmung ohne wirklich triftige Gründe nicht unterlassen werden darf. Eine Kann-Bestimmung stellt es in das Belieben, etwas zu tun oder zu unterlassen.

Auf das Fach Geschichte als Schwerpunktfach bzw. den gesellschaftswissenschaftlichen Schwerpunkt insgesamt bezogen bedeutet dies konkret, dass lediglich kleine Systeme von um die 40 Schülerinnen und Schülern im Jahrgang auf das Angebot des gesellschaftswissenschaftlichen Schwerpunkts verzichten dürfen, da sie mehr als den sprachlichen und den naturwissenschaftlichen Schwerpunkt in der Praxis nicht umsetzen können. In größeren Systemen ist es jedoch möglich, drei oder auch vier Schwerpunkte anzubieten.

Das einzige Problem, das nach wie vor besteht, ist die Konkurrenz gegenüber dem musisch-künstlerischen Schwerpunkt. Auch für diesen Schwerpunkt gilt die Sollbestimmung. In Systemen, die nicht groß genug sind, um vier Schwerpunkte nebeneinander anzubieten, muss schulintern geklärt werden, welcher der beiden Schwerpunkte, der gesellschaftswissenschaftliche oder der musisch-künstlerische, angeboten wird. Dagegen ist das Angebot des sportlichen Schwerpunkts nach wie vor eine Kann-Bestimmung. Das heißt zugleich, dass der sportliche Schwerpunkt nur in sehr großen Systemen angeboten werden kann, da zunächst die der Soll-Bestimmung unterliegenden Schwerpunkte zustande gekommen sein müssen.

Dieser neue Sachverhalt wurde am 17. November in einem ausführlichen Gespräch der beiden Vorsitzenden unseres Verbandes mit Herrn Ministerialrat Bade und dem Leiter des Ministerbüros, Herrn ter Horst, abschließend besprochen.

Die Fachkonferenzen Geschichte sollten sich diesen Sachverhalt klar vor Augen führen und da, wo es nötig ist, der Schulleitung gegenüber vertreten, dass ohne wirklich zwingende Gründe nicht auf den gesellschaftswissenschaftlichen Schwerpunkt verzichtet werden darf. Hier sollte ein sehr strenger Maßstab angelegt werden.

Am 9. November fand unser Tag des Geschichtslehrers in Hannover im Zusammenhang mit der großen Landtagsveranstaltung zum Thema 9. November statt. Auf Initiative des niedersächsischen Geschichtslehrerverbandes, der die Einladung der Schulen bewirkt und deren Beteiligung gefördert hatte, hatten sich ca. 40 Schulen aus ganz Niedersachsen gemeldet, die entweder Projektausstellungen oder musikalische oder szenische Beiträge boten. Die Ausstellung zu den historischen Daten 9. November 1918, 1938 und 1989 zeigte ein hohes Niveau der inhaltlichen Erarbeitung und der Präsentation. Beide Etagen der großen Wandelhalle wurden genutzt und fanden ein sehr großes Interesse bei Schülern und anderen Besuchern. Es ist schade, dass nicht die Möglichkeit bestand, über den eigentlichen Veranstaltungstag hinaus diese Ausstellung für eine längere Zeit zugänglich zu machen. Sie hätte es verdient. Immerhin hatten die Landtagsabgeordneten die Möglichkeit, die Pausen während der Plenarsitzungen zu nutzen, um die Schülerarbeiten zu studieren. Eine kleine Übersicht über die Ausstellungsprojekte und die musikalischen und szenischen Darbietungen finden Sie auf unserer Internetseite.

Der Vormittag des 9. November war unserer Verbandstagung gewidmet. Über 200 Teilnehmer versammelten sich im Saal des Leineschlossrestaurants, dem ehemaligen Opernsaal des Schlosses. Es wurden Kurzvorträge zu den drei wichtigsten mit dem 9. November verbundenen Ereignissen des 20. Jahrhunderts gehalten, um auf diese Weise den Nachmittag vorzubereiten. Alle drei Vorträge stellten neben der Darstellung der Fakten didaktische Überlegungen an, insbesondere gingen sie auf die Frage ein, welche historischen Erkenntnisse sich letztlich nur auf dem Weg über die Projektmethode erschließen, die punktuell ein tieferes Eindringen in die Materie erlaubt.

Im Anschluss an die Vorträge und eine abschließende Diskussion verlieh die Vorsitzende der Burgsdorff-Stiftung, Frau Netzel, die diesjährige Auszeichnung für hervorragende geschichtspädagogische Leistungen, die mit einer Geldzuwendung verbunden ist. Sie ging 2004 an den Kollegen Reinhard Tegtmeier-Blanck, IGS Mühlenberg in Hannover; er hat sich im Rahmen des ?geschichtsatlas? mit seinen Schülerinnen und Schülern einem Forschungsprojekt zur Geschichte der Zwangsarbeiter gewidmet und die Ergebnisse in einer Ausstellung präsentiert.

Erstmalig wurde vom Geschichtslehrerverband eine Facharbeit Geschichte ausgezeichnet. Die Buchprämie erhielt Tabea Simon vom Gymnasium Alfeld; sie hatte 2003/2004 eine Arbeit mit dem Titel ?Das Leben meines Urgroßvaters Felix Brodnitz im Rahmen des deutschen Antisemitismus im 20. Jahrhundert? geschrieben und die gestellte Aufgabe in ausgezeichneter Weise mit einer Kombination von allgemeinen Quellen und biografischer Recherche bewältigt.

Die Arbeitskreise der zweiten Hälfte des Vormittags waren z.T. sehr stark besucht. Es war nicht zu übersehen, dass die Themen, die im Zusammenhang mit dem Zentralabitur standen, auf das größte Interesse stießen, was eindeutig auf Kosten der übrigen Angebote ging. Es wurde daher anschließend die Überlegung angestellt, die Referate auf Regionaltagungen wiederholen zu lassen, um auch denjenigen Kolleginnen und Kollegen, die nicht nach Hannover kommen konnten, die Gelegenheit zu geben, in den Genuss dieser Fortbildung zu kommen. Die verwendeten Materialien der Vorträge und Arbeitskreise finden Sie z.gr.T. auf unserer Internetseite (Landesverband => Börse für den Geschichtsunterricht).
 
Während der Mittagspause fand eine Sitzung des erweiterten Vorstands unseres Landesverbands statt, auf der die Mitgliederversammlung des Nachmittags besprochen wurde. Darüber hinaus wurde u.a. der Beschluss gefasst, aus Kostengründen die Rundbriefe an alle Mitglieder, die über E-mail-Adressen verfügen, auf elektronischem Weg zu verschicken. Alle elektronisch erreichbaren Mitglieder sind also aufgefordert, ihre E-mail-Adresse an die Anschrift kontakt@vgd-nds.de zu senden. Mit diesem Rundbrief starten wir einen Probelauf.

Zusätzlich werden die Rundbriefe auf unsere Verbandsseite (Landesverband => Aktuelles bzw. Archiv) gesetzt. Dies ist eine bereits seit zwei Jahren geübte Praxis. Alle Rundbriefe sind nach wie vor im Internet nachzulesen. Das Protokoll der nachmittäglichen Mitgliederversammlung ist im Folgenden abgedruckt.

Hervorzuheben ist der einstimmige Beschluss der Mitgliederversammlung, der Niedersächsische Geschichtslehrerverband möge gemeinsam mit dem Niedersächsischen Heimatbund die Initiative für die Errichtung eines Hauses der Geschichte des Landes Niedersachsen in Hannover ergreifen.

Die Initiative hat sich zum Ziel gesetzt, einen zentralen Ort der historisch-politischen Repräsentanz unseres Bundeslandes Niedersachsen zu schaffen. Das Haus der Geschichte muss selbstverständlich in der Landeshauptstadt errichtet werden, ohne dass dadurch die Bedeutung der verschiedenen Regionen Niedersachsens mit ihren z.T. sehr eigenständigen Geschichten eingeebnet werden soll. Es besteht die Absicht, eine breite parteiübergreifende Unterstützung für dieses Vorhaben zu erreichen.

Das Haus der Geschichte des Landes Niedersachsen soll u.a. ein Anziehungspunkt für schulische Exkursionen zu allen Themen der niedersächsischen Landesgeschichte sein. Es soll darüber hinaus ein Ort sein, an dem alle Wege der Information über Niedersachsen, seine Wurzeln und seinen Weg in die Gegenwart für den Benutzer offen stehen.
Es ist geplant, das Historische Museum, erweitert um eine Ausstellungsfläche von ca. 1000 qm, als Haus der Geschichte einzurichten. Die Erweiterung wird in einen geplanten Hotelkomplex auf dem Nachbargrundstück integriert, bildet aber eine Einheit mit dem bisherigen Bau des Historischen Museums.

Mit den besten Wünschen zu Weihnachten und zum Neuen Jahr
grüßen

Dr. Martin Stupperich, Hannover
Dr. Wieland Sachse, Göttingen



Protokoll
der Mitgliederversammlung
des VGD, LV Niedersachsen

Datum: 9. November 2004
Ort: Leineschlossrestaurant, Hinrich-Wilhelm-Kopf-Platz 1, Hannover
Zeit: 14.30-16.00 Uhr
Teilnehmer: s. Anwesenheitsliste


TOP 1: Genehmigung der Tagesordnung
Die Tagesordnung wird wie vorgelegt beschlossen.

TOP 2: Genehmigung des Protokolls der Mitgliederversammlung vom 6.10.2003
Das Protokoll der Mitgliederversammlung vom 6.10.2003 wird einstimmig genehmigt.

TOP 3: Bericht des Vorsitzenden
Herr Dr. Stupperich referiert über folgende Punkte:
- Die Bildung von acht Regionen wurde umgesetzt. Neu hinzugekommen sind die Regionen Stade und Hameln. Allerdings konnten nicht überall Regionalbeauftragte benannt werden.
- Mehrere Fortbildungen haben stattgefunden.
- Das Forum junger Geschichtslehrer(innen) ist gegründet worden.
- Durch neue Eintritte, vor allem von Referendaren, ist die Mitgliederzahl auf 331 gestiegen.
- Es stellt sich das Problem, dass auf dem Geschichtslehrertag eine Konkurrenzsituation zwischen den Arbeitskreisen und dem Forum junger Geschichtslehrer(innen) entstanden ist. Daher sollen Veranstaltungen des Forums zukünftig ausgegliedert werden. Weiterhin besteht die Idee, Materialien und Ideen ausarbeiten zu lassen und auf der Verbandsinternetseite zugänglich zu machen. Auch diese Arbeit sollte regionalisiert werden und parallel zur Arbeit in den Regionen organisiert werden.

TOP 4: Bericht des Schatzmeisters
Der Kassenstand betrug am 8.11.2004 ? 970,56. Der Grund für den niedrigen Kontostand liegt im Nachweis der Gemeinnützigkeit des Verbandes, der gehalten ist, keine größeren Beträge anzusammeln. Herr Zihn erläutert die einzelnen Posten seiner Abrechnung.

Herr Dr. Stupperich dankt dem ausscheidenden Kassenwart, Herrn Zihn, für die Arbeit, die er in den vergangenen sieben Jahren für den Verband geleistet hat. Er würdigt die gute Zusammenarbeit und die solide Basis, auf der diese stattgefunden habe und überreicht Herrn Zihn zum Dank ein Buchpräsent.

TOP 5: Bericht der Kassenprüfer

Frau Lorenz und Frau Vieth bescheinigen dem Kassenwart eine einwandfreie Kassenführung und stellen den Antrag auf Entlastung des Kassenwartes und des Vorstandes. Dieser Antrag wird einstimmig angenommen.

TOP 6: Nachwahlen zum Vorstand
a) Kassenwart
Herr Dr. Stupperich schlägt Herrn Packeiser (Hannover) für den Posten des Kassenwartes vor. Er wird von der Versammlung einstimmig gewählt.
b) Beauftrager für die Schulform Fachgymnasium
Nach dem Rücktritt von Herrn Legies hat sich kein Kandidat gefunden. Der Posten muss daher vakant bleiben.
c) Regionalbeauftragter für den Bezirk Osnabrück
Herr Dr. Stupperich dankt Herrn Kirschey für die geleistete Arbeit. Als Nachfolger schlägt dieser Herrn Grove (Melle) vor. Er wird von der Versammlung einstimmig gewählt.

TOP 7: Haushalt
Herr Dr. Stupperich erläutert den Haushaltsentwurf für das Jahr 2005 und betont die Notwendigkeit einer sparsamen Kassenführung. Hierzu soll der Versand der Rundbriefe, soweit möglich, zukünftig auf elektronischem Wege erfolgen. Die Höhe der Einsparungen hängt vom Grad der elektronischen Erreichbarkeit der Mitglieder ab. Weitere Einsparungen sollen erzielt werden durch eine Kostensenkung für die Informationen. Die Landesverbände sind gehalten, ihre Berichte kürzer zu halten als bisher.
Frau Vieth kritisiert am vorliegenden Entwurf, dass keinerlei Mittel für die inhaltliche Arbeit vorgesehen seien. Herr Stupperich verweist auf die Bereitschaft der Henning-v.-Burgsdorff-Stiftung, diese zu unterstützen, wobei er auf den Zuschuss von ? 2000,- für die laufende Veranstaltung verweist. Namens der H.-v.-B.-Stiftung unterstreicht Frau Netzel diese Bereitschaft.
Die Versammlung nimmt den vorliegenden Haushaltsentwurf mit einer Enthaltung an.

TOP 8: Vorhaben des Landesverbandes
Dr. Stupperich berichtet über folgende Punkte:
- Die laufenden Fortbildungsaktivitäten sollen fortgesetzt werden.
- Das Forum junger Geschichtslehrer(innen) soll in Kooperation mit den Studienseminaren ausgebaut werden. Ziel ist dabei auch die Verjüngung der Mitgliederschaft.
- Das Projekt Haus der Geschichte Niedersachsens. Hierzu liegt der Versammlung ein Initiativpapier vor (s. Anlage bzw. Internet), das den Parteien des Landtages, Kommunen, Museen und potentiellen Geldgebern (Stiftungen) zugeleitet werden soll. Gedacht ist an eine Erweiterung des Historischen Museums Hannover um eine Darstellung der Geschichte Niedersachsens. Die verschiedenen Landesteile sollen darin proportional angemessen vertreten sein. Das Museum könne geeignet sein, den Wegfall der NLPB zumindest teilweise aufzufangen. Bereits heute verfügt das Historische Museum Hannover nach Auskunft seines Leiters über große Magazinbestände, die für die Gestaltung der Ausstellung verwendet werden könnten. Die Dauer des Projekts wird mit fünf bis sechs Jahren veranschlagt.
Die Versammlung nimmt den Antrag auf Unterstützung des Vorstandes bei der Verfolgung dieses Projekts einstimmig an.

TOP 9: Verschiedenes
Aus dem Teilnehmerkreis wird die Bitte vorgetragen, die Materialien der einzelnen Arbeitskreise des Geschichtslehrertages ins Internet zu stellen [ist inzwischen erfolgt].
Es wird dafür plädiert, das Augenmerk der Verbandsaktivitäten stärker auf Haupt- und Realschulen zu richten, da auch hier Nachfrage nach fachlicher Unterstützung besteht.
Herr Münchenhagen plädiert für eine stärkere Akzentsetzung auf didaktische Themen. Frau Netzel erinnert in diesem Zusammenhang an die (eingeschlafene) Tradition didaktischer Tagungen.

gez. Dr. Johannes Heinßen, Schriftführer
Im Großen Sande 13
21640 Horneburg
Tel.: 04163/2217
Johannes.Heinssen@gmx.de

 

   
 Der Niedersächsische Landtag von der Leine aus gesehen 
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