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Projekt 9. November 1918, 1938, 1989 in Niedersachsen

Für das Jahr 2004 wurde in Kooperation mit dem Geschichtslehrerverband, dem Politiklehrerverband, der Niedersächsischen Landeszentrale für politische Bildung, dem Landesverband der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen und dem Landesjugendring ein Sonderprojekt geplant, das am 9. November des Jahres im Niedersächsischen Landtag mit einer großen Veranstaltung eröffnet wurde.

Die deutsche Geschichte weist allein vier wichtige Daten des 20. Jahrhunderts auf, die am 9. November stattgefunden haben:

9. November 1918: Ausrufung der Republik (Novemberrevolution)

9. November 1923: Gescheiterter Hitlerputsch in München

9. November 1938: Pogromnacht

9. November 1989: Öffnung der Berliner Mauer

Es handelt sich um zwei ungeplante und zwei geplante Daten. Sowohl der 9. November 1923 als auch der 9. November 1938 wurden von den gegenrevolutionären und antirepublikanischen NS-Kräften bzw. dem NS-Regime bewusst auf das Symboldatum 9. November gelegt. Aber auch der 9. November 1989 steht zumindest in einem inneren Zusammenhang mit den übrigen Ereignissen. Es war das Enddatum der langjährigen Etablierung des Systems einer der beiden nichtdemokratischen politischen Richtungen, die sich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts massiv bekämpft hatten und gemeinsam die Totengräber der ersten deutschen Republik waren.

Die Betrachtung der vier Daten zum 9. November erlaubt einen Einblick in wichtige Faktoren und Leitlinien der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts. Sie haben jeweils auf ihre Weise auf die Geschichte Niedersachsens bzw. der damaligen Territorien des heutigen Niedersachsen Einfluss ausgeübt. An vielen Stellen in Niedersachsen stößt man auf Spuren dieser Ereignisse. Archive und Bibliotheken bergen dazu zahlreiche Schätze, die auch von unseren Schülerinnen und Schülern gehoben wurden.

Der Niedersächsische Landtag hatte im Rahmen seiner landesgeschichtlichen Aktivitäten zum Einstieg in die Geschichte unseres Bundeslandes anhand des Schicksalsdatums 9. November aufgerufen. Die Schulen des Landes Niedersachsen waren aufgefordert, sich daran zu beteiligen (Ausschreibung).

"9. November" war in diesem Zusammenhang nicht als jeweils einzelner Tag zu verstehen, sondern als Kristallisationsdatum eines bestimmten historischen Geschehens, das in einer Vielzahl von Teilthemen entfaltet werden konnte.

Es war den Schulen überlassen, wie sie die Arbeit organisierten, als Unterrichtsexkurs, als selbständiges Projekt (z.B. im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft) oder als Gruppen- oder Einzelarbeit von Schülerinnen und Schülern. Vorzugsweise jedoch sollten Gruppen, die auch arbeitsteilig im Unterricht beginnen konnten, an die Themen herangehen. Zeitungsverlage und Archive sollten den Schülern ihre Bestände zur Verfügung stellen.

Die Form der Präsentation der Ergebnisse war ebenfalls freigestellt. Erwünscht waren gut präsentable Formen wie Ausstellung (hierzu standen zahlreiche ?Kabinette?, nach Bedarf mit schwarzem Tuch ausgekleidet, in der weitläufigen Wandelhalle des Landtags zur Verfügung), Video-Beitrag, historischer Musikbeitrag (Lieder), zeitgenössische Bilder, mündlicher Vortrag (evtl. mit unterschiedlicher Rollenverteilung), Power-Point-Präsentation.

Am 9. November 2004 wurden diese Beiträge in der unteren und oberen Wandelhalle, im Repräsentationsaal  und im Plenarsaal des Landtags der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Ausstellungsthemen in den Kabinetten waren in drei getrennten Bereichen aufgebaut, den des 9. November 1918, den Bereich Pogromnacht 1938 und den Bereich Maueröffnung 1989. Vgl. dazu die Pressemitteilung des Landtags 89/15 vom 26. Oktober 2004 mit Programm.

Die Präsentation fand im Anschluss an den Tag des Geschichtslehrers, der ebenfalls im Landtagsgebäude (Großer Saal des Leineschloss-Restaurants) geplant war, statt.

Die beteiligten Schülergruppen waren eingeladen, nach Hannover zu kommen und ihre Präsentation selbst durch- bzw. vorzuführen.

Um 14.00 Uhr hielt der Präsident des Niedersächsischen Landtag, Herr Jürgen Gansäuer, eine  musikalisch umrahmte Eröffnungsrede . Anschließend zeigten die Schülerinnen und Schüler ihre Präsentationen in der Wandelhalle oder präsentierten Theater und Musikbeiträge in den Sälen des Landtags.

Über 1000 Schülerinnen und Schüler besuchten am 9. November den Landtag. Zahlreich waren auch Lehrerinnen und Lehrer sowie andere Besucher, die viel Lob und Anerkennung über die gründliche Recherche und Art der Präsentation äußerten.. Die Abgeordneten des Niedersächsischen Landtags hatten noch (insbesondere zur Zeit der Plenarsitzungen von 17.-19. November) bis zum 19. November Gelegenheit, die Ausstellungen zu besichtigen.

Folgende Schulen hatten eine Kabinett-Ausstellung zum Thema

?Der 9. November in der niedersächsischen Geschichte des 20. Jahrhunderts - Der 9. November in unserer Region"

gestaltet:

1918:

Leibniz-Schule Hannover

Die Novemberrevolution 1918 in Hannover

Gymnasium Isernhagen

Revolution 1918 auf dem Land ?

Geschwister-Scholl-Gymnasium Berenbostel

Der 9. November 1918 - Die Zeit der Novemberrevolution im Kreis Neustadt a.Rbg.

Max-Planck-Gymnasium,
Gymnasium an der Willms-Straße,
IGS Delmenhorst

Der 9. November 1918 auf der Nordwolle und in Delmenhorst

Goethegymnasium Hildesheim

Der 9. November 1918 in Hildesheim

Cäcilienschule Wilhelmshaven

1918 in Wilhelmshaven

Gymnasium Otterndorf

1918 in Cuxhaven

 

1938:

Abendgymnasium Osnabrück

Brandstiftung, Plünderung und Verfolgung in Osnabrück

KGS Stuhr - Brinkum

Verfolgte in der Heimat - Reichspogromnacht in den Altkreisen der Grafschaft Hoya und Diepholz -

Herderschule Bückeburg

Pogromnacht in Bückeburg - Erinnerung an den 9.11.1938 heute

Wilhelm-Raabe-Schule Hannover

Warum so viele Koffer gepackt werden mussten

Gymnasium Großburgwedel

9./10. November 1938

Hainberg - Gymnasium Göttingen

1938 - Pogrome in Göttingen

BBS Goslar

Pogromnacht in Goslar

BBS am Schölerberg Osnabrück

Der 9. November 1938 in Osnabrück

Gymnasium Johanneum Lingen

9. November 1938 - Zeitzeugengespräche

Töste Realschule Tostedt

Der 9. November 1938 im Kreis Harburg

Ratsgymnasium Stadthagen

1938 - Arisierung jüdischer Geschäfte in Stadthagen

Schiller-Realschule Sarstedt

1938 in Sarstedt

Ursulaschule Osnabrück

Der Gestapokeller in Osnabrück

Blumläger Schule (HS) Celle

Judenverfolgung in Celle

Realschule Langelsheim

Juden in Goslar 1933 - 1945

1989:

Gymnasium Großburgwedel

Beziehungen Hannover-Leipzig 1989

Gymnasium Julianum Helmstedt

9. November 1989 in Helmstedt einschließlich Grenzübergang Marienborn

Gymnasium Mellendorf

?Nun wächst zusammen, was zusammengehört" - Fiktion oder Realität aus Sicht des Jahres 2004

Gymnasium am Silberkamp Peine

Der 9. November in Peine - Beginn der deutsch-deutschen Partnerschaft zwischen Peine und Aschersleben

BBS 1 Goslar

Grenzöffnung

BBS - Rinteln

Öffnung der Mauer 1989

Präsentation mehrerer Zeiträume:

Ludwig-Erhard-Schule, Salzgitter-Lebenstedt

Historische Wendepunkte ? Planung oder Zufall?

BBS Stadthagen (3 Kabinette)

?Facetten des 9. Novembers" ? Eine allgemeine Einführung in die Thematik

Musikalische Beiträge:

Chor des Gymnasiums Carolinum Osnabrück

Die Stimme der Synagoge - Zum 66. Jahrestag der Reichspogromnacht

Gymnasium Carolinum Osnabrück

Musikalisches Kaleidoskop: 1918 - 1989

Schillergymnasium Hameln

Musik der 70er und 80er Jahre in der DDR und Bundesrepublik

Matthias-Claudius-Gymnasium Gehrden

Swing mit der Bigband

Max-Planck-Gymnasium Delmenhorst

"Biste für - Biste gegen" - Texte und Musik von Tucholsky, Hollaender, Eisler, Stoltzenberg Revue (Ausschnitt)

Die Theater-AG des Matthias-Claudius-Gymnasiums Gehrden gestaltete zusammen mit der Landesbühne Hannover "Die Liste des Schweigens".

Abschließend sprach der Landtagspräsident  Jürgen Gansäuer im Plenarsaal über "Der 9. November - ein 'Schlüsseldatum' der deutschen Geschichte".

?Die Stimme der Synagoge" sang zum 66. Jahrestag der Reichspogromnacht (Chor des Gymnasiums Carolinum Osnabrück unter der Leitung von Professor Andor Izsak, Direktor des Europäischen Zentrums für Jüdische Musik der Hochschule für Musik und Theater Hannover )

Einen Bild-Bericht des Jugendservers Niedersachsen über den 9. November 2004 im Niedersächsischen Landtag erstellten Schülerinnen und Schüler der 9c der IGS Linden aus Hannover.


Quellenstudium und die Kunst der Präsentation - eine Herausforderung

Ausstellungen und musikalische/szenische Darbietungen am 9. November 2004 zeigten eine außerordentliche Vielfalt der Herangehensweisen bei der Erforschung des 9. November und eine große Kreativität bei der Erarbeitung der Präsentationen.

Bei der Recherche überwog das Quellenstudium in Archiven aller Art und die Zeitzeugenbefragung. Von verschiedenen Gruppen wurden die Ursachen mit den Folgen konfrontiert oder eindrucksvolle Längsschnitte oder Zukunftsperspektiven erarbeitet. PowerPointPräsentationen, Videosequenzen und Tonband-Dialoge ergänzten die aufgebauten Kabinette.

Die Präsentationen erforderten Recherchen ganz anderer Art: Originale oder kopierte bzw. nachgebaute Objekte erzeugten eine teilweise unter die Haut gehende Nähe zu den dargestellten Vorgängen: Revolutionsfahnen, Fluchtgepäck, zerbrochene Scheiben, herausgerissenes Inventar, brennende Bücher, angebrannte Mauern und Dokumente, Mauer- und Stacheldrahtreste, ein Trabi, Fahnen deutsch-deutscher Partnerschaft ...  Die Kabinette waren z.T. mit Decke und Boden genutzt ? als Gestapo-Keller oder um den Fachwerkstadt-Bezug herzustellen oder um die unzähligen Opfer namentlich nennen zu können. Zugleich bestand die Herausforderung darin, die vielen Dokumente, Bilder und Plakate für den ortsunkundigen Betrachter zu klaren historischen Abläufen und Aussagen zu strukturieren, was mit den verschiedensten Mitteln erreicht wurde.

Die gelungene künstlerische Visualisierung zeugte von großem Einfühlungsvermögen seitens der Schülerinnen und Schüler, die die Recherche und Präsentation nicht nur in der regulären Unterrichtszeit leisten konnten. Eine Ausstellung von der gebotenen Qualität erfordert viel zusätzliches Engagement der Lehrkräfte und die Bereitschaft der Schüler, sich auch außerhalb des Unterrichts auf Spurensuche zu begeben. Und die rein handwerkliche Arbeit muss dann auch noch geleistet werden!

 

   
 1918: Gymnasium Berenbostel 
 1918: Gymnasium Berenbostel 
   
 1918: Leibnizschule Hannover 
 1918: Leibnizschule Hannover 
   
 1918: Goethegymnasium Hildesheim 
 1918: Goethegymnasium Hildesheim 
   
 1918: Gymnasium Isernhagen 
 1918: Gymnasium Isernhagen 
   
 1918: Gymnasium Otterndorf 
 1918: Gymnasium Otterndorf 
   
 1938: Herderschule Bückeburg 
 1938: Herderschule Bückeburg 
   
 1938: Blumläger Schule Celle 
 1938: Blumläger Schule Celle 
   
 1938: BBS Goslar 
 1938: BBS Goslar 
   
 1938: Wilhelm-Raabe-Schule Hannover 
 1938: Wilhelm-Raabe-Schule Hannover 
   
 1938: Ursulaschule Osnabrück 
 1938: Ursulaschule Osnabrück 
   
 1938: Schiller-Realschule Sarstedt 
 1938: Schiller-Realschule Sarstedt 
   
 1938: Ratsgymnasium Stadthagen 
 1938: Ratsgymnasium Stadthagen 
   
 1938: KGS Stuhr-Brinkum 
 1938: KGS Stuhr-Brinkum 
   
 1938: West-Niedersachsen 
 1938: West-Niedersachsen 
   
 1989: BBS 1 Goslar 
 1989: BBS 1 Goslar 
   
 1989: Gymnasium Julianum Helmstedt 
 1989: Gymnasium Julianum Helmstedt 
   
 1989: Gymnasium Mellendorf 
 1989: Gymnasium Mellendorf 
   
 1989: Gymnasium am Silberkamp Peine 
 1989: Gymnasium am Silberkamp Peine 
   
 1989: BBS Rinteln 
 1989: BBS Rinteln 
   
 1918/1938/1989: Ludwig-Erhard-Schule Salzgitter 
 1918/1938/1989: Ludwig-Erhard-Schule Salzgitter 
   
 Auswerten der Schulgeschichte, Hannover 
 Auswerten der Schulgeschichte, Hannover 
   
 Zeitzeugenbefragung, Neustadt a. Rbge 
 Zeitzeugenbefragung, Neustadt a. Rbge 
   
 Biografische Recherche in Goslar 
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 Erinnerungsrecherche in Petz 
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 Erinnerungsrecherche in Israel 
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 Objektsuche in Celle 
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 Objektsuche in Hannover 
 Objektsuche in Hannover 
   
 Objektsuche in Stadthagen 
 Objektsuche in Stadthagen 
   
 Einzeldaten strukturieren 
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 Fotorecherche in Leeste 
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 Visualisierung des Geschehens 
 Visualisierung des Geschehens 
   
 Befragung und graphische Umsetzung 
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 Herstellen des Gegenwartsbezuges 
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 Umsetzen in eine PowerPointPräsentation 
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 Geographische Zuordnung 
 Geographische Zuordnung 
   
 

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