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2004.03: Rundbrief Herbst

Rundbrief als PDF-Datei

 

September 2004

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

 

Ihnen allen wünschen wir einen guten Start in das neue Schuljahr 2004/05, das ja eine Reihe von Neuerungen mit sich gebracht hat. Insbesondere hoffen wir, dass Sie die Integration der Jahrgänge 5 und 6 in Ihren Schulen gut bewältigt haben und dass Sie, sofern Sie in diesen Jahrgängen das Fach Geschichte unterrichten, gut hineingefunden haben.

 

Im Augenblick befindet sich der Entwurf der neuen Oberstufenverordnung in der Anhörung. Er soll zum 01.08.05 beginnend mit Klasse 11 in Kraft treten. Das Fach Geschichte scheint zwar auf den ersten Blick gut gestellt zu sein, da es im gesellschaftswissenschaft­lichen Schwerpunkt gesetztes Fach ist. Schaut man jedoch die Regelungen für die Qualifikationsphase näher an, so bietet das ?Kleingedruckte? erheblichen Anlass zu Bedenken.

 

Als Geschichtslehrerverband können wir mit einer Lösung, die es den einzelnen Schulen überlässt, ob sie den gesellschaftswissen­schaftlichen Schwerpunkt von vornherein überhaupt anbieten, nicht zufrieden sein. Als zentralen Fächern des schulischen Bildungskanons kommt den Fächern Geschichte und Politik eine gewichtigere Rolle zu, als sie im augenblicklichen Entwurf vorgesehen ist. Hier sind lediglich der sprachliche und der naturwissenschaftliche Schwerpunkt als verpflichtend gesetzt, der gesellschaftswissenschaftliche ist ebenso wie der musisch-künstlerische und sportliche Schwerpunkt fakultativ.

 

Grundsätzlich ist es möglich, dass sich Schulen dafür entscheiden, lediglich die verpflichtenden beiden Schwerpunkte anzubieten und diese in größeren Systemen mehrfach vorzusehen. Als Begründung dafür, dass das Fach Geschichte nicht benachteiligt sei, wird von den Befürwortern dieses reduzierten Angebots darauf verwiesen, dass das Aufgabenfeld B unter den Abiturprüfungs­fächern vorkommen müsse und dass die Prüfungsfächer vierstündig belegt werden müssten.

 

Dies ist richtig, aber es handelt sich nicht notwendig um das Fach Geschichte, das als Prüfungsfach u.U. nicht zustande kommt, sondern durch Politik-Wirtschaft oder Erdkunde oder Religion ersetzt werden kann. In dem Fall ist das Fach Geschichte auf zwei zweistündige Semester reduziert. Bisher war die Mindestverpflichtung die Belegung von zwei dreistündigen Kursen im Fach Geschichte.

 

Es ist richtig, dass Schulen mit kleinen Oberstufen lediglich eine begrenzte Anzahl von Schwerpunkten anbieten können und dass hier die Schwerpunkte 1 und 2 (Aufgabenfeld A und C) den Vortritt haben sollten. Dies ist jedoch keine Rechtfertigung dafür, dass auch großen Systemen grundsätzlich ermöglicht wird, den gesellschaftswissenschaftlichen Schwerpunkt von vornherein nicht vorzusehen und stattdessen die Schwerpunkte 1 und 2 zu vervielfältigen.

 

Wir haben in diesem Sinne an den Minister geschrieben und sehen dieses Schreiben zugleich als Stellungnahme im Rahmen des Anhörungszeitraums, der bis zum 4. Oktober andauert.

 

Sollte es nicht gelingen, eine Verbesserung zu erreichen, so bitte ich Sie als Fachkolleginnen und -kollegen, darauf hinzuwirken, dass an Ihren Schulen Lösungen ohne den gesell­schaftswissenschaftlichen Schwerpunkt nach Möglichkeit nicht zustande kommen.

Sollte dies nicht möglich sein, sollte das Fach Geschichte möglichst als vierstündiges Prüfungsfach vorgesehen werden. In kleinen Systemen sollte erwogen werden, ob es nicht möglich ist, die kursgruppenbezogene Schwerpunktbildung durch die einzelschüler­bezogene Schwerpunktbildung zu ersetzen und so auch den gesellschaftswissenschaft­lichen Schwerpunkt zu ermöglichen.

 

Auf die mit dem Grundsatzerlass für die Klassen 5 ? 10 verbundenen Fragen, insbesondere den für den jetzigen 6. Jahrgang im kommenden Schuljahr einzurichtenden Profilunterricht,  soll im nächsten Rundbrief eingegangen werden.

 

Vorerst steht der kommende Tag des Geschichtslehrers am 9. November 2004 im Vordergrund:

Der Termin ist bereits früher mehrfach angekündigt worden. Er ergibt sich aus der Kooperation mit dem Niedersächsischen Landtag zum Thema 9. November.

 

Da wir die Geschichtsprojekte zu den Themen 9. November 1918, 1938 und 1989 als Geschichtslehrerverband an den Schulen in Niedersachsen mit in Gang gesetzt hatten, lag es nahe, die Geschichtslehrertagung unmittelbar mit dem Tag der Präsentation der Projektergebnisse im Landtagsgebäude zu verbinden.


Der Geschichtslehrertag findet im Vormittags­bereich statt, um dann ab 14.00 Uhr allen Tagungsbesuchern die Teilnahme an der Präsentation und am Festprogramm des Landtags zu ermöglichen, zumal viele mit ihren Kursgruppen anreisen, die sich vorgenommen haben, ihre Arbeitsergebnisse dem Landtags­publikum und der Öffentlichkeit zu erläutern.

 

Es liegt nahe, die Generalthematik des Landtages zumindest im ersten Teil unseres Geschichtslehrertages in den Mittelpunkt zu stellen, um dann im zweiten Teil im Rahmen der Arbeitskreise auf aktuelle Themen einzugehen, die mit dem Zentralabitur und dem Unterricht in den neuen Jahrgängen 5 und 6 zusammenhängen. Aber auch das in diesem Jahr gegründete Forum junger Geschichtslehrerinnen und Geschichtslehrer soll in diesem Rahmen zum Zuge kommen. Schließlich bieten die Arbeitskreise die Möglichkeit, sich mit thematischen Besonderheiten zu befassen, die unseren Unterricht ab und an bereichern können.

 

Ähnlich den Sektionen des Historikertages soll der bisher übliche große Vortrag durch eine Folge von Kurzreferaten (10 ? 15 Minuten) ersetzt werden, was sich schon aufgrund der zeitlichen Spanne von 1918 bis 1989 und der inhaltlichen Disparität der Thematik nahe legt.

Die Vorträge werden Fakten zusammenstellen, aber auch auf die Frage eingehen, welche Erkenntnisse sich insbesondere durch ein projektorientiertes Vorgehen verglichen mit dem herkömmlichen Unterricht bei diesen Themen in besonderer Weise erzielen lassen. Die Diskussion könnte u.a. der Frage nachgehen, welche Chancen projektorientierte Verfahren angesichts des Zentralabiturs noch haben können.

 

Zu den Arbeitskreisen:

 

§         Im Forum junger Geschichtslehrerinnen und Geschichtslehrer soll es nicht nur um den Geschichtsunterricht, sondern auch um die Arbeitssituation als junge(r) Kollege/Kollegin in den Schulen gehen.

§         Im Arbeitskreis zum Unterricht in 5 und 6 soll sehr praxisbezogen gearbeitet werden. Teilnehmer mit eigenen Erfahrungen und Vorschlägen sind willkommen.

§         Das Thema Antike wird wohl in den nächsten Thematischen Schwerpunkten für das Abitur 2007 vorkommen. Daher  richten wir schon jetzt einen Arbeitskreis dazu ein.

§         Der Arbeitskreis Mittelalter gibt Anregungen für alle, die schon jetzt mit diesem Thema beginnen.

§         Zum Thema Deutschland nach 1945 ist es wichtig, eine sinnvolle Verschränkung der Geschichte Ost- und Westdeutsch­lands hinzubekommen. Dabei will der Arbeitskreis helfen.

§         Die Geschichte der USA ist für viele  ? zumindest, was das 18. und 19. Jahrhundert angeht ? ein wenig erschlossenes Feld. Daher will der entsprechende Arbeitskreis einige Anregungen zur Weiterarbeit geben.

§         Der Arbeitskreis ?Erlebniswelt Renaissance? hat die Weserrenaissance zum Thema und wendet sich vorwiegend an diejenigen Kolleginnen und Kollegen, die den Aspekt der Landesgeschichte im Geschichtsunterricht sinnvoll zum Zuge kommen lassen wollen. Im Blick auf den Tag der Landesgeschichte im Jahr 2005, der an allen Schulen stattfinden soll, ließen sich hier Ideen sammeln.

 

Die Arbeitskreise werden in verschiedenen Räumen des Landtags stattfinden, die sonst von den Abgeordneten als Beratungsräume genutzt werden.

 

Zwischen beiden Hauptblöcken des Vormittags findet wieder die Preisverleihung der Henning von Burgsdorff Stiftung statt. Erst­malig wollen wir als Geschichtslehrer­verband auch hervorragende Schülerarbeiten aus­zeichnen, die in der Facharbeitsphase in den Schulen angefertigt wurden. Sollten sich im Stapel Ihrer Facharbeiten Arbeiten befinden, die Sie für preiswürdig halten, so bitte ich Sie, ein Exemplar der Arbeit einzureichen. Wir würden die Schülerin/den Schüler dann gegebenenfalls zur Preisverleihung einladen.

 

In den hinteren Bereichen des Veranstaltungs­saales wird es wieder Verlagsausstellungen geben.

 

Da es angesichts der Größe des Vortrags­raums keine Platzprobleme geben dürfte, verzichten wir auf eine förmliche Anmeldung.

 

Vor Beginn der Veranstaltung und während der Pausen wird im Vorraum des Saales Kaffee ausgeschenkt. Angesichts der gegen Ende des Jahres geschrumpften Kassenbestände des Verbandes wird dies allerdings nicht umsonst sein können.

 

Auf ein Wiedersehen in Hannover freuen sich

mit freundlichen Grüßen

Ihre

 

Dr. Martin Stupperich                         1. Vorsitzender

Dr. Wieland Sachse                           2. Vorsitzender
   
 Historikertag Kiel 2004: Sektion Geschichtsdidaktik - Blick in den Hörsaal 
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 Historikertag Kiel 2004: Dank an den alten und neuen VGD-Vorsitzenden, Dr. Lautzas, Mainz 
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 Historikertag Kiel 2004: Nds. Delegation bei den Vorstandswahlen - die Kollegen Heinßen, Schaap, Stupperich und Sachse 
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 Historikertag Kiel 2004: Ausflug in die Kieler Altstadt - Barlachs Geistkämpfer 
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 Historikertag Kiel 2004: Blick in den Kieler Hafen 
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