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2004.02: Rundbrief Sommer

28. Mai 2004

 

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

 

das Schuljahr neigt sich seinem Ende zu. Bevor der Stress des Endspurts einsetzt und alle Aufmerksamkeit von anderen Dingen, die im Augenblick vorgehen, in Anspruch genommen wird, soll Sie der abschließende Rundbrief dieses Schuljahres noch erreichen.

 

Die großen Veränderungen nach den Sommerferien wollen gut vorbereitet sein. Für die Gymnasien, Realschulen und Hauptschulen bedeuten sie die Aufnahme von drei neuen Jahrgängen zugleich. Manch eine Schule vergrößert sich zahlenmäßig um ca. ein Viertel oder sogar ein Drittel. Das will bewältigt sein, denn neben vielem anderen, wie z.B. der Regelung der Lehrbuchfrage, sind vor allem zahlreiche neue Kolleginnen und Kollegen zu integrieren.

 

Der Geschichtslehrerverband plant zur Vor­bereitung auf den für viele ungewohnten Unterricht in den neuen Klassen 5 und 6 regionale Fortbildungsveranstaltungen anzubieten, die der didaktischen und methodischen Auffrischung dienen sollen. Die einzelnen Regionen werden gesondert zu diesen Veranstaltungen einladen.

 

Inzwischen sind mehrere Verlage mit neuen Geschichtsbuch-Ausgaben für die Stufe 5/6 auf den Markt gekommen. Die vom Kultusministerium herausgegebenen ?Curricularen Vorgaben? für die Stufe 5/6 (http://nibis.ni.schule.de/nli1/­gohrgs/rrl/cv5_6/cvgeschichte.pdf)  liefern erste Kriterien für die Prüfung der Neuerscheinungen durch die Fachkonferenzen. Weitere Kriterien können sein: die Schulformbezogenheit eines Lehrwerks und die landesgeschichtliche Einbettung. Da im kommenden Jahr 2005 an allen Schulen in Niedersachsen der Tag der Landesgeschichte begangen wird, hätte man in Lehrwerken mit Niedersachsenbezug eine Basis für Unterricht oder Projektarbeit an diesem Tag.

 

Es ist aber denkbar, die Anschaffung eines Lehrwerks erst für Klasse 6 vorzusehen. Da die ?Curricularen Vorgaben? für die Schul­jahrgänge 5/6 vorsehen, dass 20 Unterrichtsstunden zur Orts-, Regional- und Landesgeschichte durchgeführt werden, und da das Halbjahr Geschichte, das in Klasse 5 vorgesehen ist, normalerweise nicht mehr als 30 Stunden beträgt, kann auf die Neuanschaffung eines Buches in Klase 5 verzichtet werden. Dieses würde dann erst für den 6. Jahrgang angeschafft. Stattdessen befasst sich der Unterricht in Klasse 5 mit Orts-, Regional- und Landesgeschichte und nutzt die Gelegenheit außerschulische Lernorte, insbesondere Museen und historische Bauten oder Einrichtungen und Landschaften einzubeziehen. Die ?Curricularen Vorgaben? liefern dafür auf S. 11 einen Rahmen. Während der restlichen 10 Stunden könnte dann das Thema Steinzeit bearbeitet werden. Auch dazu finden wir in den verschiedenen Regionen reichliches in den Museen, v.a. auch in den Landesmuseen aufbereitetes und ausgestelltes Material. Außerdem kann zu dieser Thematik ohne Schwierigkeit auf die Bücher für das Fach Welt- und Umweltkunde der Orientierungsstufen zurückgegriffen werden.

 

Der Lehrmitteletat der Schule, der durch das Entleihverfahren erst nach und nach über Mittel wird verfügen können, würde durch diese Art des Vorgehens im kommenden Schuljahr entlastet. Dafür wäre dann die Anschaffung des Buches 5/6 für die Klasse 6 erleichtert. Die Anschaffung für den Jahrgang 6 des kommenden Schuljahrs müsste durch Mittel aus der Entleihe der gebrauchten Mittelstufenbände finanziert werden.

In der Anlage finden Sie eine Zusammenstellung von Hinweisen und Materialien für die Planung des Unterrichts zur Orts-, Regional- und Landesgeschichte. Diese Handreichung soll ihnen die Arbeit und das Auffinden geeigneter Möglichkeiten für die Klasse 5 erleichtern.

 

Die ?Thematischen Schwerpunkte? für das Zentralabitur 2006 haben ? wie schon gesagt ? vereinzelt heftige Reaktionen hervorgerufen. Es ist klar, dass die Praxis des Unterrichts in den


Gymnasien durch diese Vorgaben bis hinunter in die Mittelstufe geprägt wird und je nach innerschulischer Fachplanung z.T. erheblich umgestaltet werden muss. Der Verband konnte sich einzelnen Forderungen, die sich gegen die Themen Mittelalter und z.T. auch USA richteten, nicht anschließen, da er einer Verkürzung des Faches Geschichte nicht das Wort reden kann. Die Geschichte des Mittelalters ist auf ihre Weise ebenso bedeutsam wie die neuere deutsche Geschichte, die Geschichte der USA ist gerade heute nicht weniger wichtig als die Geschichte Europas. Der niedersächsische Geschichts­lehrerverband bietet zu den Themen, denen manche Kolleginnen und Kollegen mit Unsicherheit begegnen, ähnlich wie zur Stufe 5/6 Fortbildungsveranstaltungen an. Insbesondere soll es Veranstaltungen zum Thema Mittelalter geben. Die Planung dazu hat begonnen.

 

Die Region Göttingen hat am 30. April mit einer Fortbildung zu den Themen ?Stadt im Mittelalter? und ?Krieg und Frieden im 18. Jahrhundert? bereits den Anfang gemacht:

Die Göttinger Tagung, die ? finanziell unterstützt durch die Henning von Burgsdorff Stiftung ? in Räumen der Universität stattfinden konnte, hatte beruhend auf einer Vorabfrage unter den Teilnehmern zwei thematische Schwerpunkte: Prof Dr. Ernst Schubert sprach über Umweltprobleme einer mittelalterlichen Stadt. Am Beispiel Göttingens entwickelte er auf der Grundlage einer bereits vor 100 Jahren publizierten rechtsgeschichtlichen Quelle ein Panorama völlig neuer umwelt- und sozialgeschichtlicher Erkenntnisse über das ökologische und soziale System dieser Zeit, das ? wie die anschließende Diskussion ergab ? vorzügliche Impulse für einen auch quellennahen modernen Geschichtsunterricht enthielt. Priv. Doz. Thomas Klingebiel referierte über Krieg und Frieden in der frühen Neuzeit und verdichtete seine Thematik an Beispielen aus dem Dreissigjährigen und dem Siebenjährigen Krieg, die er mit transskribierten Quellen untermauerte. In einer abschließenden, eher fachdidaktischen Diskussionsrunde wurden die thematischen Schwerpunkte für das Zentralabitur 2006 kritisch in den Blick genommen. Prof. Schubert und andere Teilnehmer äußerten besonders an der Art der das Mittelalter betreffenden Aufgabenbereiche Kritik. Es sei fraglich, ob Kreuzzüge in Verbindung mit europäischer Identitätsstiftung und der Kyffhäusermythos als Beispiel für die Konstruktion und Dekonstruktion von Mittelalterbildern im Lichte neuerer fachwissenschaftlicher Diskussionen glücklich gewählt worden seien. Es sei zu begrüßen, dass ein Mittelalterthema zu den Schwerpunkten gehöre, doch wurde das offensichtliche Ausmaß der Ideologiehaltigkeit von Unterrichtsvorgaben als wissenschaftsfern bezeichnet. Ein öffentlicher, kritischer Dialog soll hier Klärungsprozesse einleiten.

 

Die Regionaltagung in Lüneburg, die in Zusammenarbeit mit dem Studienseminar veranstaltet werden soll, wird aus organisatorischen Gründen erst im Spätherbst stattfinden.

 

Die Region Stade plant ihre Regionaltagung in Zusammenarbeit mit den Studienseminaren im August/September des Jahres.

 

Die Region Braunschweig hat ihre Regionaltagung auf Ende Oktober festgesetzt.

 

Die Region Hannover plant eine Fort­bildungs­tagung über das Thema Mittelalter für das erste Halbjahr des kommenden Schuljahrs.

 

Für den Spätherbst 2004 steht die zentrale didaktische Tagung mit der Jahres­haupt­versammlung unseres Landesverbandes an. Sie findet am Vormittag des 9. November 2004 in Hannover im großen Saal des Leineschloss-Restaurants (Parterre des Landtagsgebäudes) statt. Am Nachmittag folgt die große Landtags­veranstaltung zum Thema 9. November, an der der Verband maßgeblichen Anteil hat. Daher liegt es nahe, dass der Hauptvortrag der LV-Tagung, zu der auch der Politiklehrerverband eingeladen werden soll, sich dieser Thematik widmen wird. Die Detailplanung ist im Gange, aber noch nicht abgeschlossen. Sie werden die näheren Infor­mationen im nächsten Rundbrief nach den Sommerferien erhalten. Schon jetzt steht fest, dass im Rahmen dieser Veranstaltung die Preis­verleihung an die diesjährigen Preisträger der Henning von Burgsdorff Stiftung stattfinden wird. Die Ausschreibung der Burgsdorff ? Stiftung, die schon im März an die Schulleitungen ging, liegt diesem Schreiben erneut bei, um auch diejenigen Kolleginnen und Kollegen zu erreichen, die von der ersten Versandrunde nicht erreicht wurden.

 

Das Ergebnis des vom Geschichtslehrerverband angeregten und vom Landtag mit nachhaltiger Unterstützung des Kultusministeriums voran­getriebenen Projekts zum 9. November dürfen wir alle gespannt erwarten. Die Anzahl der Meldungen aus den verschiedenen Schulen im Lande ist sehr erfreulich. Bisher sieht es so aus, dass 33 Anmeldungen für Präsentationen im Landtags­foyer vorliegen. Diese verteilen sich unterschiedlich stark auf die drei Daten 9. November 1918, 1938 und 1989. Vier Meldungen waren ohne genauere Themenangabe. Vier Schulen haben musikalische Beiträge gemeldet. Außer den ausgestellten und vorgetragenen Projektarbeiten wird am Nachmittag der Synagogalchor Osnabrück unter der Leitung von Prof. A. Iszak vertreten sein.

 

Alle an den Projekten beteiligten Schülergruppen sind am 9. November in den Landtag eingeladen. Die Präsentation ihrer Arbeiten wird Teil des Programms sein. Die bisherige Zahl von Teilnehmergruppen wird für ihre Ausstellungen Platz finden. Wenn sich noch einzelne Schulen nachmelden wollen, wird dies in beschränktem Umfang wohl noch möglich sein. Eine zu große Zahl von Nachmeldungen wird allerdings ein Problem darstellen.

 

Die Kommission für Landesgeschichte beim Landtagspräsidenten, in der auch der Geschichtslehrerverband mitwirkt, bereitet eine Gedenkveranstaltung zum 20.Juli 1944 im Plenarsaal des Landtages in Hannover vor. Hauptredner wird der frühere Erste Bürgermeister von Hamburg und Sohn eines Widerstandskämpfers Klaus von Dohnany sein. Leider fällt dieser Termin am 15. Juli 2004 (!) in die Sommerferien. Ein weiteres Vorhaben der Kommission ist die Planung einer Ausstellung über die geschichtlich bedeutendsten Städte Niedersachsens. Als Drittes arbeitet die Kommission an der Vorbereitung des Tages der Landesgeschichte 2005. Da sich auch die Schulen an diesem Tag der Landesgeschichte beteiligen sollen, werden wir in den kommenden Rundbriefen genauer über die Planungen berichten.

 

Die Vorbereitung der neuen Ober­stufen­verordnung durch das Kultusministerium hat der Verbandsvorstand weiterhin im Auge, auch wenn es nicht leicht ist, die jeweils aktuellen Informationen zeitnah zu erhalten. Es ist das Ziel unseres Verbandes, im Fächerkanon der Oberstufe angemessen vertreten zu sein.

 

Dies wurde auf der Sitzung des Landes­verbands­vorstands am 27. April 04 in Hannover bekräftigt. Im Übrigen gab sich der Vortand eine aktualisierte Geschäftsverteilung und beschloss einen Tagungsrhythmus für die kommenden Jahre als grobe Richtlinie. Er begrüßte die Bereitschaft der Henning von Burgsdorff Stiftung, Finanzhilfe für Vortragshonorare bei den Verbandstagungen zu leisten. Es wurde bekundet, dass die Stellungnahme des Verbandes zu den Thematischen Schwer­punkten zum Zentralabitur vom Vorstand getragen wird.

 

Der Landesverbandsvorstand ließ sich über die Gründung des Forums junger Geschichts­lehrerinnen und Geschichtslehrer berichten, die im Februar in Oldenburg erfolgte und zu der es bereits zahlreiche Beitritte gibt. Noch ist die Gründungsphase nicht abgeschlossen, denn in manchen Regionen hat es noch keine Gründungstagungen gegeben. Die Zusammenarbeit mit den Studienseminaren ist für die Arbeit des Forums junger Geschichtslehrerinnen und Geschichtslehrer konstitutiv. Daher soll in den kommenden Monaten eine Form der Zusammenarbeit des Geschichtslehrerverbandes mit den Studienseminaren entwickelt werden, die dauerhaft tragfähig ist.

 

Der Historikertag findet vom 14. ? 17. September in Kiel statt. Der Geschichtslehrerverband ist mit vier Sektionen vertreten. Die Anmeldung erfolgt individuell über E-mail: organisation@­historikertag2004kiel.de . Aus Kiel erhalten Sie dann das Tagungsprogramm. Wer sich vorab im Internet informieren möchte, nutzt die Website des Historikertages www.historikertag2004kiel.de . Der Historikertag ist eine seit Jahren als Lehrerfortbildung anerkannte Veranstaltung. Voraussetzung der Teilnahme ist die Erteilung von Sonderurlaub durch den Schulleiter. Im Rahmen des Historikertages kommen auch der Bundes­vorstand des Verbandes der Geschichtslehrer Deutschlands und die Bundes­delegierten­ver­sammlung aller Landesverbände zusammen.

 

Mit Mitteln der Stiftung Niedersachsen und unter Beteiligung des Kultusministeriums, des Niedersächsischen Heimatbundes sowie von Experten aus Schule und Hochschule wird zur Zeit ein interdisziplinäres und schulformübergreifendes Unterrichtsprojekt erarbeitet, das in den Klassen 5 bis 7 an allgemein bildenden Schulen die Beschäftigung mit ?Kulturlandschaften? neu akzentuieren soll. Die Initiative knüpft an den Erlass ?Die Region im Unterricht? (KM 22.7.1997) an und hat zum Ziel, Konzepte und Materialien zum Thema zu entwickeln und im Unterricht zu erproben. Im Schulverwaltungsblatt 6/2004 wird darüber berichtet und zur Beteiligung aufgerufen. Für den Bereich der Geschichte geht es dabei um die unterrichtliche Umsetzung von Beschäftigung mit historischen Landschaftsformen, von Menschen­hand gestalteten Wirtschafts- und Sied­lungsformen, kurz: um die altersgerechte Beschäftigung mit der Historizität der eigenen regionalen Umgebung. Hierin wird ein pädagogisch wertvoller, methodisch innovativer und identitätsstiftender Ansatz gesehen, der den Unterricht bereichern und Geschichte greifbar machen soll. Teilnehmer erhalten eine Unterrichtsvorhaben befördernde materielle Unterstützung in Form etwa von Sach- und Reisemitteln sowie Expertenberatung und Hilfe bei konkreten Unterrichtsvorhaben. Aufgerufen sind Lehrkräfte der Klassen 5 bis 7 aller Schulformen in den Fächern Geschichte, Geographie, Biologie, den Naturwissenschaften sowie Kunst. Interessenten können sich melden bei Frau Linda Anne Engelhardt, Stiftung Niedersachsen, Sophienstraße 2 (Künstlerhaus), 30159 Hannover, Tel.: (0511)9905413, Fax.. (0511) 9905419 und erhalten weitergehende Informationen.

 

Schulen können sich jetzt an dem von ?n-21: Schulen in Niedersachsen online? ausgeschriebenen Schülerwettbewerben der Internetatlanten beteiligen. Darunter befindet sich auch der Geschichts@tlas. n-21 vergibt drei Mal 1000 ? plus Notebook, acht Mal 1000 ?, eine fünftägige Reise ins belgische Lommel, zwanzig Mal 200 ? und zwei Regionalpreise zu je 250 ?  (Anmeldung bis 25. Juni 04 unter www.internetatlanten.de).

 

Die Stiftung ?Erinnern, Verantwortung und Zukunft? hat das Förderprogramm ?Geschichte und Menschenrechte? neu ausgeschrieben. Der Fonds fördert innovative Projekte, in denen sich junge Menschen mit totalitären Systemen und Gewaltherrschaft auseinandersetzen und die zur Völkerverständigung und zur Menschen­rechts­erziehung beitragen (Informationen unter www.zukunftsfonds.de).

 

Aus verschiedenen Landesverbänden wird mit­geteilt, dass sich die von der Henning von Burgsdorff Stiftung unter Federführung unserer früheren Verbandsvorsitzenden Brigitte Netzel herausgegebenen Bände über die Deutsche Geschichte im 19. und 20. Jahrhundert im Oberstufenunterricht außerordentlich bewährt haben. Hier noch einmal die bibliografischen Angaben:

 

Rohlfes, Joachim, Rüdiger Hachtmann, Volker Ullrich: Deutsche Geschichte ? Wie wir wurden, was wir sind: Bd 1: 19. Jahrhundert (1789-1918). Klett-Verlag, Stuttgart u.a. 2002, 304 S., zahlr. s/w und farb. Abb. und Karten. ? 9,90; Bd 2: 20. Jahrhundert (1918-2000). Klett-Verlag, Stuttgart u.a. 2002, 329 S., zahlr. s/w und farb. Abb. und Karten. ? 9,90.

Allen Kolleginnen und Kollegen wünschen wir erholsame Sommerferien, um neue Kraft zu schöpfen für die Aufgaben, die uns im kommenden Schuljahr bevorstehen.

 

Es grüßen vielmals
Ihre

Dr. Martin Stupperich
Dr. Wieland Sachse

 

 

 

 

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