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Tag des Geschichtslehrers, 6. Nov. 2003, Hannover, HAZ v. 8. Nov. 2003

 

Hannoversche Allgemeine Zeitung NR. 261 - SONNABEND, 8. NOVEMBER 2003

Mehr Geschichte wagen!
Geschichtslehrer tagten in Hannover

Großer Auftrieb im Foyer des Historischen Museums Hannover: Der niedersächsische Verband der Geschichtslehrer traf sich, um sich besonders mit Fragen der Regionalgeschichte des Landes zu beschäftigen. Mit Landtagspräsident Jürgen Gansäuer hatte man den richtigen Begrüßungsredner gefunden, denn dessen neue Vortragsreihe "Landesgeschichte im Landtag" ist bisher zu einem großen Erfolg geworden. Gansäuer rief die Lehrer auf, zu seinen Verbündeten zu werden, um mehr Geschichte zu vermitteln. Dann müsse er aber auch dafür sorgen, konterte Martin Stupperich, der Erste Vorsitzende des Verbandes, dass in den Klassen 5 bis 10 ein zweistündiger Geschichtsunterricht erteilt werde.

Das Hauptreferat hielt Prof. Carl-Hans Hauptmeyer vom Historischen Seminar der Universität Hannover zum Thema "Regionalgeschichte in Niedersachsen". Auf ihn ging jüngst eine Untersuchung zu entsprechenden Kenntnissen von Schülern zurück. Trotz eines grassierenden "Kulturkannibalismus" im Lande sieht Hauptmeyer für die Regionalgeschichte gute Chancen, selbst wenn die Lage nicht so günstig sei wie in den südlichen Bundesländern. Seit den siebziger Jahren sei das Interesse an einer immer feiner ausdifferenzierten Regionalgeschichte unter sozial-historischen Aspekten ständig gestiegen; die alte Landesgeschichte mit ihrer Orientierung an Politik und Institutionen sei demgegenüber in den Hintergrund getreten. Universitäten, Museen, Archive, Bibliotheken und Geschichtsvereine lieferten die dafür nötigen Materialien.

Hauptmeyer hielt ein Plädoyer für die Regionalgeschichte, und zwar für eine, die sowohl die NS-Zeit und die Nachkriegszeit als auch die ältere Vergangenheit umfasse. Niedersachsen habe da eine reiche Tradition. Und er sieht in der Finanzknappheit auch Chancen, auf diesem Gebiet abseits des Staates neue Initiativen zu entfalten - so wie Hänsel und Gretel, von den Eltern in den Wald geschickt, für ihren Lebensunterhalt selbst hätten sorgen müssen. Man solle dann auch offensiver an die Politik und die Öffentlichkeit herantreten. Zur Stärkung der regionalen Infrastruktur, so mahnte Hauptmeyer, gehöre auch die Kräftigung eines regionalen Identitäts- bewusstseins.

edb

   
  
   
 

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