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Region Hannover: Regionaltagung ?Der 9. November in den Regionen Hannover und Celle?, 18. März 2004, Bericht

Die Tagung fand im Historischen Museum Hannover statt. Sie galt der Vorbereitung des Landtagsprojekts zum 9. November. Daher stand das Thema ?Schule und Archiv? im Zentrum.

 

Nach einer Begrüßung durch des Hausherrn, Herrn Dr. Schwark, den Leiter des Historischen Museums, und durch den Vorsitzenden des VGD, LV Niedersachsen, führte Herr Dr. Enste vom Niedersächsischen Landtag in die Aktivitäten des Landtags auf dem Gebiet der Landesgeschichte ein. Auf diese Weise stellte er das Projekt in den größeren Zusammenhang der Bemühungen um die Stärkung des landesgeschichtlichen Bewusstseins. Höhepunkte dieser Anstrengungen sollen die Großveranstaltung im Landtag am 9. November 2004 und der Tag der Landesgeschichte an allen Schulen des Landes im Jahr 2005 sein.

 

Um die Arbeit an Projekten zum 9. November richtig vorzubereiten, sind Grundkenntnisse zum Archivwesen notwendig. Diese versuchte der Direktor des Stadtarchivs Hannover, Herr Dr. Kreter, zu vermitteln. Nach seinen Ausführungen muss jeder, der Material im Archiv sucht, davon ausgehen, dass nicht alles, was es zu einem Thema gibt, in einem Archiv liegt. Je nach Provenienz liegt es im Staats-, im Stadt- oder im Landeskirchlichen Archiv. Außerdem gibt es eigene Firmenarchive. Materialien zu eingemeindeten Gebieten liegen erst vom Zeitpunkt der Eingemeindung an im Stadtarchiv. Wer also über die Novemberrevolution in Linden (heute ein Stadtteil von Hannover) arbeiten will, sucht im Stadtarchiv vergeblich nach Material.

 

Ein zweiter Punkt, den Herr Dr. Kreter hervorhob, war die unbedingt notwendige Vorbereitung eines Archivbesuchs durch den Fachlehrer. Das Material zu einem konkreten Thema liegt in den Akten der unterschiedlichen Abteilungen so verstreut, dass zunächst eine Vorauswahl von Akten durch den Lehrer erfolgen muss, bevor die Schülerinnen und Schüler herangelassen werden sollten. Andernfalls droht Frustration und Verfall der Motivation auf Seiten der Schüler. Zudem muss mit der begrenzten zur Verfügung stehenden Zeit ökonomisch umgegangen werden.

 

Dr. Kreter hob hervor, dass im Stadtarchiv Hannover Herr Heine, M.A., als bereitwilliger Helfer zur Verfügung stünde. Er gehe davon aus, dass auch die Archive der übrigen Orte der Region Hannover diese Hilfsbereitschaft Schülergruppen gegenüber an den Tag legten.

 

Nach der Mittagspause setzte Frau Dr. Hanslik, Fachberaterin bei der Bezirksregierung Hannover, die Bearbeitung zum Thema ?Schule und Archiv? mit einem Bericht aus der Praxis fort. Durch mehrfache Teilnahme ihrer Kurse am Geschichtswettbewerb der Körberstiftung hat Frau Dr. Hanslik viel Erfahrung im Umgang mit Archiven bei ?Spurensuchen? zu unterschiedlichen Themen sammeln können.

 

Sie betonte, dass es notwendig sei, die Schülerinnen und Schüler ausreichend in den historischen Gesamtzusammenhang der Zeit eingeführt zu haben, bevor die Arbeit im Archiv beginnen könne. Eine weitere Vorbereitung sei die Übung im Lesen von Texten, die in Fraktur gesetzt seien und dazu gehörten praktisch alle Druckerzeugnisse der Zeit um 1918/19. Manche Akten seien handschriftlich und dann natürlich in Sütterlinschrift abgefasst. Um den Erfolg der Arbeit zu sichern sei die Begleitung und Aufmunterung durch den Lehrer nötig, der gerade bei Durststrecken helfend zur Seite stehen müsse. Der Erfolg der Arbeit mache aber alle Beteiligten immer wieder zu willigen Mitstreitern, auch wenn sich ein Vorhaben über mehrere Monate hinstrecke.

 

Basis solcher archivgestützter Vorhaben sei im optimalen Fall ein Kurs oder ein Klasse. Dabei sei es günstig, mit der Schulleitung ein oder zwei Projekttage für die Arbeit im Archiv zu vereinbaren. Aus diesen Lerngruppen könne sich eine Teilgruppe für die Fertigstellung in der wichtigen Schlussphase bilden.

 

Frau Dr. Hanslik teilte eine Reihe von Materialien aus verschiedenen Archiven der Region aus, die einen ersten Einblick in konkrete Möglichkeiten gaben und auch für diejenigen, die sich nicht am Projekt beteiligten wollen, eine Bereicherung ihres Quellenmaterials für den Unterricht sein können.

 

Am Schluss der Veranstaltung warb der Vorsitzende um den Beitritt zum Verband und um die Mitarbeit der jüngeren Kolleginnen und Kollegen im Forum junger Geschichtslehrerinnen und Geschichtslehrer, das auf der Tagung in Oldenburg am 19. Februar gegründet worden war. Sechs Beitritte zum Geschichtslehrerverband waren am Schluss der Tagung zu verzeichnen.

 

   
 Gedenken an die Judenverfolgung: Holocaust-Denkmal in Hannover 
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 Tagungsort Historisches Museum am Hohen Ufer 
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 Historisches Museum an der alten Stadtmauer 
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