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2003.03: Rundbrief Herbst

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

das neue Schuljahr hat begonnen, die Ferienzeit liegt hinter uns. Ich hoffe sehr, dass Sie alle die Möglichkeit gefunden haben, trotz der großen Hitze in diesem Sommer Ruhe, Entspannung und Erholung zu finden, um für die Arbeit in dem vor uns liegenden Jahr neue Kraft zu schöpfen.

Geschichte in den Jahrgängen 5 und 6

Seit dem letzten Rundbrief im Juni dieses Jahres hat es neue Entwicklungen gegeben. Das Schulgesetz hat den Landtag passiert und ist am 01.08.03 in Kraft getreten. Ein wichtiger Punkt dieses Gesetzes ist die Auflösung der Orientierungsstufen und die Anbindung der Jahrgänge 5 und 6 an die weiterführenden Schulen vom 01.08.04 an.

Unser Verband konnte erreichen, dass das Fach Geschichte in den Jahrgängen 5 und 6 durchgehend zweistündig erteilt wird. Damit wird das Integrationsfach Welt- und Umweltkunde hinfällig. Der Geschichtsunterricht wird ebenso wie der Erdkundeunterricht wieder als Fachunterricht erteilt.

Solange neue Schulbücher noch nicht auf dem Markt sind, können die bisherigen Bücher der Orientierungsstufe oder aber schulformbezogene Bände von Geschichtslehrbüchern aus anderen Bundesländern vorübergehend eingesetzt werden (s. dazu Schulverwaltungsblatt für Niedersachsen 8-2003). Es dürfte aber wichtig sein, die besonderen niedersächsischen Bezüge durch eigene Ausarbeitungen der Geschichtsfachkonferenzen zu ergänzen, bis die Verlage mit niedersächsischen Regionalausgaben für die Jahrgänge 5/6 auf dem Markt sind.

Zur neuen Oberstufenverordnung

Auch mit dem Vorentwurf einer neuen Oberstufenverordnung in der bisher vorliegenden Fassung können wir als Geschichtslehrerverband vorerst zufrieden sein. Allerdings wissen wir nicht, was tatsächlich kommen wird, denn zu Beginn des neuen Schuljahrs wurde der Vorentwurf zurückgezogen. Folgendes war im Vorentwurf enthalten:

Es wird in der sog. Qualifizierungsphase (bisher "Kurssystem" genannt) drei vierstündige Kernfächer (Deutsch, Fremdsprache, Mathematik), Schwerpunktfächer, Ergänzungs- und Wahlfächer geben. Die Schülerinnen und Schüler wählen einen von in der Regel drei Schwerpunkten (sprachlicher, gesellschaftswissenschaftlicher, mathematisch-naturwissenschaftlicher Schwerpunkt).

Für uns ist entscheidend, dass Geschichte als zentrales Fach des gesellschaftswissenschaftlichen Schwerpunkts gesetzt ist. Ein weiteres gesellschaftswissenschaftliches

Fach wird durch die Schule zugeordnet (Politik oder Erdkunde oder Religion). Die Schwerpunktfächer werden vierstündig erteilt und sind verpflichtend bis zum Abitur. Schülerinnen und Schüler, die andere Schwerpunkte wählen wollen, belegen Geschichte als Ergänzungsfach in zwei Semestern. Diese Kurse werden dreistündig erteilt.

Für die Abiturprüfung werden fünf Prüfungsfächer gewählt, die die drei Aufgabenfelder abdecken müssen. Statt des vierten Prüfungsfaches kann eine "besondere Lernleistung" eingebracht werden. Das fünfte Prüfungsfach wird mündlich geprüft. Die beiden ersten Prüfungsfächer werden fünfstündig, die übrigen drei- oder fünfstündig unterrichtet.

Stärkung der Landesgeschichte

Die niedersächsische Landesgeschichte soll in Zukunft eine größere Rolle im Geschichtsunterricht spielen. Auf Initiative des Präsidenten des Niedersächsischen Landtags wird ein Vorstoß unternommen, um den Kenntnisstand der Schülerinnen und Schüler im Bereich der Landesgeschichte zu heben. Diesem Ziel dient auch eine Veranstaltungsreihe "Landesgeschichte im Landtag". In der Anlage finden Sie eine Übersicht über die Veranstaltungsfolge im Landtag. Auch der Geschichtslehrerverband wird sich an dieser Arbeit beteiligen.

Für das kommende Jahr sind besondere Aktivitäten in Kooperation mit dem Landtag zum Thema "9. November" in Aussicht genommen worden. Unsere Mitarbeit soll sich auch auf die Umsetzung des für 2005 geplanten "Tages der Landesgeschichte" beziehen, der an allen Schulen in Niedersachsen stattfinden soll.

Eine Zusammenarbeit mit dem NDR, die über den landesgeschichtlichen Aspekt hinausreicht in den grundsätzlichen Bereich, ist ins Auge gefasst worden. Es soll um die Frage nach der Bedeutung der Geschichte und des Geschichtsunterrichts für den Einzelnen und die Gesellschaft gehen.

Tag des Geschichtslehrers am 6. November in Hannover

In den größeren Zusammenhang der Förderung der Landesgeschichte im Unterricht fügt sich auch die Hauptthematik unseres Geschichtslehrertages am 6. November dieses Jahres. Prof. Dr. Hauptmeyer wird über "Regionalgeschichte in Niedersachsen. Herausforderungen und Probleme für den Geschichtsunterricht" sprechen. Außerdem erhalten wir eine fachkundige Führung durch einen Teil der landesgeschichtlichen Sammlung des Historischen Museums am Hohen Ufer in Hannover.

Schon diese beiden Themenbereiche und das Beiprogramm (Ausstellung über Charlotte Kestner, d.h. also "Goethes Lotte", und die Verlagsausstellungen neben den Exponaten des Museums und des benachbarten Leibnizhauses) machen eine Teilnahme lohnend.

Wichtig ist ihre Teilnahme außerdem, weil die Vorstandswahlen erfordern, dass eine möglichst große Zahl von Mitgliedern bei der Mitgliederversammlung anwesend ist, um Zufallsergebnisse zu vermeiden. Bitte planen Sie den Termin 6. November schon jetzt ein.

Arbeit in den Regionen

Die Aufforderung des Landesverbandsvorstands an die jungen Kollegen hat zwar vereinzelte, aber noch keine größere Zahl von Neueintritten erbracht. Geplant ist daher die Durchführung von Nachmittags- oder Abendveranstaltungen in den Studienseminaren unter Einbeziehung junger Kolleginnen und Kollegen, die ihre Referendarzeit gerade hinter sich haben. Es sollen Themen bearbeitet werden, die für Berufsanfänger wichtig sind, und für das kommende Jahr ein landesweites Forum junger Historiker vorbereitet werden.

Im September oder Oktober beginnt der Landesverbandsvorstand mit dem Versuch, in den bisher weniger aktiven Regionen die Verbandsarbeit in Gang zu bringen.. Zu Veranstaltungen aus diesem Anlass sind auch Kolleginnen und Kollegen der Region, die bislang (noch) nicht Mitglieder unseres Verbandes sind, herzlich eingeladen. Ziel der Regionalarbeit ist die Stärkung der Basis und die Verbesserung der thematischen Mitbestimmung im Verband.

Es gibt die Überlegung, dass die Foren junger Historiker und die Tage des Geschichtslehrers je einmal im Jahr stattfinden und daneben in den Regionen Gespräche mit den Referendaren in den Studienseminaren sowie mit den "gestandenen" Kollegen in den Regionaltagungen veranstaltet werden. Dazu ist es notwendig, dass die Regionen Initiativkraft entfalten und diese Arbeit ebenso wie die Fortbildungsarbeit selbständig in die Hand nehmen. Der Landesverbandsvorstand wird für alle notwendigen Hilfen zur Verfügung stellen.

Auch die Regionen sind aufgerufen, die Werbearbeit für den Eintritt in den Geschichtslehrerverband zu betreiben, denn diese Arbeit kann eigentlich überzeugend nur an der Basis geleistet werden. Bitte verweisen Sie zum Zweck der Information stets auf die Internetseite unseres Verbandes: www.geschichtslehrerverband-niedersachsen.de !

In den Regionen gibt es bestimmte Archive und Museen, die für andere Regionen außer Reichweite liegen. Mit diesen sollte eine Kooperation aufgebaut werden. Anregungen aus den Regionen, z.B. betr. Exkursionsziele, können über unsere Internetseite für andere Regionen Niedersachsens zugänglich gemacht werden. Für diesen Zweck wird unsere Verbandshomepage noch zu wenig genutzt. Insbesondere der Aufbau einer Themenbörse auf unserer Internetseite ist bislang nicht in Gang gekommen. Wahrscheinlich bedarf es der direkten Verabredung auf den kommenden Tagungen in den Regionen.

Vermischte Mitteilungen

Mit dem Rundbrief erhalten Sie eine Kurzübersicht über das von Herrn Ballof herausgegebene Buch über die "Geschichte des Mittelalters für unsere Zeit." Es enthält die Erträge des Kongresses des VGD in Quedlinburg vom 20. bis 23. Oktober 1999:

Ballof, Rolf (Hrsg.)
Geschichte des Mittelalters für unsere Zeit.
Erträge des Kongresses des Verbandes der Geschichtslehrer Deutschlands "Geschichte des Mittelalters im Geschichtsunterricht".
Quedlinburg 20.-23. Oktober 1999
Wiesbaden, Steiner Verlag 2003
ISBN 3-515-08224-7
Preis: 60,00 ?

Vielleicht interessiert Sie auch die Pressemitteilung des VdS Bildungsmedien e.V. zum neuen Urheberrecht, die Sie im Rundbrief finden.

Der nächste Historikertag findet vom 14.-17. September 2004 in Kiel statt. Die Teilnahme der Geschichtslehrer an den Historikertagen ist sehr erwünscht. Der Verband der Geschichtslehrer Deutschlands, zu dem unser Landesverband gehört, trägt die Historikertage mit. Gerade in der Zeit der stark eingeschränkten staatlichen Fortbildungsmöglichkeiten für Geschichtslehrer ist die Teilnahme wichtig.

Die auf VGD-Bundesebene eingerichteten Arbeitsgemeinschaften, über die im letzten Rundbrief berichtet wurde, betreiben ihre Arbeit seit einiger Zeit. Neu beginnen werden in diesem Herbst die AG "Weltgeschichte" in Kooperation mit dem Georg- Eckert-Institut (erste Sitzung am 12./13. September in Braunschweig) und AG "Geschichte lesen" in Zusammenarbeit mit der Stiftung Lesen (Termin offen). Diese AGs stehen für Teilnehmer noch offen. Speziell für Schulbuchautoren und Lehrplanmacher findet vom 24.? 26. September eine Informationsveranstaltung des Leo-Baeck-Instituts mit dem VGD in Berlin statt. Die Tagung über die deutsch-deutsche Geschichte von 13.?15. Februar in Berlin, getragen von VGD und "Stiftung zur Aufarbeitung der DDR-Diktatur" richtet sich an die gleiche Zielgruppe.

Der VGD hat die Organisation eines Lehreraustausch-Programms der Robert-Bosch-Stiftung übernommen, das im Schuljahr 2003/04 durchgeführt werden soll. Für Interessenten legen wir dem Rundbrief  ein Merkblatt bei, das uns vom Bundesverband übersandt wurde.

Über den Bundesvorstand ist eine Kooperation mit der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft in Gang gekommen. Sie finden dazu eine Beilage in den nächsten "Informationen für den Geschichts- und Gemeinscahftskundelehrer".

Die Konferenz 2004 des Europäischen Geschichtslehrerverbandes EUROCLIO findet in Cardiff/Wales vom 30. März ? 4. April 2004 statt. Ab September können Teilnahmeanträge gestellt werden. Die Kosten werden nach Auskunft von EUROCLIO übernommen. Interessenten können sich beim Landesverbandsvorstand melden.

Die KMK hat auf ihrer Sitzung am 12. Juni 03 in Rostock 10 Thesen zur Bachelor- und Masterstruktur, d.h. zu einer gestuften Studienstruktur beschlossen. Die Thesen sind mit der Internetseite unseres Verbandes verlinkt.

Da viele Mitglieder unseres Verbandes nach wie vor nicht über einen Internetanschluss verfügen, legen wir die Thesen dem Rundbrief bei. Entscheidender Beweggrund ist die Anpassung der Studienstruktur an internationale, insbesondere europäische Rahmenbedingungen.

Mit allen guten Wünschen für die Arbeit im neuen Schuljahr 2003/04 grüßen vielmals

Ihre

Dr. Martin Stupperich, Hannover, und
Dr. Wieland Sachse, Göttingen

6. September 2003

 

 

 

 

 

 

 

   
  
   
 

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