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Rundbrief März 2014

Rundbrief März 2014

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

seit dem letzten Rundbrief ist schon ein Vierteljahr vergangen, und so wird es Zeit, Ihnen wieder einmal zu berichten, bevor nach den Osterferien das Abitur beginnt und die meisten von uns in den Korrekturen versinken.

Zugleich versenden wir ihn mit leichter Verspätung. Das hat seinen Grund in den aktuellen Entwicklungen der Schulpolitik und den Konsequenzen für unsere Arbeit. Dazu unten mehr.

1914-2014. Krieg und Frieden. Von der Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts zu den Herausforderungen der Gegenwart. Tagung in Hannover, 6./7.2.2014

Die im letzten Rundbrief angekündigte Tagung zum Ersten Weltkrieg, an deren Organisation der NGLV in Gestalt seines Ehrenvorsitzenden Dr. Martin Stupperich beteiligt war, dürfte bei allen, die sie besucht haben, einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen haben. Obwohl der NGLV nur einer von insgesamt fünf Ausrichtern war, war das Vortragsprogramm, dem Thema entsprechend, vorrangig historisch ausgerichtet. Hochkarätige Referenten wie Gerd Krumeich (Düsseldorf), Etienne François (Berlin) und Gerhard Hirschfeld (Stuttgart) gelang es, die Fluchtlinien der neuen Welt­kriegs­forschung zu zeichnen. Wo in den Schulbüchern immer noch die Fischer-Kontroverse dominiert, da hat sich die Geschichtswissenschaft längst auf neue Felder begeben und untersucht – ganz im Sinne der Historischen Kulturwissenschaft – Wahrnehmungsmuster und Rezeptionsgeschichte des Ersten Weltkrieges, der dadurch in seiner historischen Bedeutung noch aufgewertet wird. Insbesondere Krumeich erwies sich dabei als streitbar und thesenfreudig, wenn er die Geschichte der Weimarer Republik im Zeichen eines „Traumas“ der deutschen Gesellschaft skizzierte. Aber auch die intensive Beschäftigung mit der Ikonographie des Weltkrieges (Hirschfeld) oder den Konsequenzen für einen transnationalen Geschichtsunterricht, wie sie unser Kollege Dr. Rainer Bendick (Osnabrück) in einem eindrucksvollen Vor­trag darlegte, waren überaus anregend und gewinnbringend. Man konnte und kann vor dem Hintergrund so vieler neuer, spannender Perspektiven auf 1914-1918 nur bedauern, dass dem Thema in diesem Jahr in der Oberstufe keine offizielle Bedeutung zuteil geworden ist und hoffen, dass dies im Jahr 2017, wenn sich der Beginn der Reformation zum 500. Mal jährt, anders sein wird. Das Echo, das der Erste Weltkrieg gegenwärtig in den Medien erfährt, hat alle Beteiligten überrascht. Der sensationelle publizistische Erfolg von Christopher Clarks „Schlafwandlern“ etwa – womöglich eine Folge seiner „nationalen Entlastungsfunktion“ für die Deut­schen – verdient, auch im Unterricht gewürdigt zu werden.

Einen ausführlichen Tagungsbericht mit Zusam­men­fassungen der wichtigsten Vorträge finden Sie HIER.

Den Verband erreichten auch Klagen einzelner Mit­glieder, die ihrem Unmut Ausdruck verliehen, dass sie sich für die Tagung nicht mehr anmelden konnten, nachdem die Teilnehmerhöchstzahl – der Tagungssaal in der Akademie des Sports fasst nur 200 Personen – erreicht war. Das tut uns sehr leid. Die große Resonanz auf die Tagung war nicht vorherzusehen, zumal die Öffentlichkeitsarbeit und das vom Volksbund organisierte Anmeldeverfahren zunächst nur mühsam anliefen und das MK als Mit­organisator es trotz mehrfachen Nachfassens von Seiten des NGLV nicht geschafft hatte, die Veranstaltung in die Vedab-Datenbank aufzunehmen. Das mag einige Schulleitungen dazu bewogen haben, die Freistellungsanträge abzulehnen. Der NGLV hatte jedoch keine Möglichkeit, sich im Vorfeld ein Kontingent an Plätzen dieser öffentlichen Tagung zu sichern. (Für künftige Tagungen unter unserer Mitwirkung werden wir dies zu erwägen haben.) Die Anmeldung war aber auch noch Wochen nach dem Versand des letzten Rundbriefes möglich – und viele Mitglieder waren dann ja auch dabei.

Es war wie gesagt wiederum zu großen Teilen das Verdienst von Martin Stupperich, dass die Tagung so gehaltvoll und für Geschichtslehrerinnen und -lehrer so ertragreich war. Amrei und Martin Stupperich hierfür ein herzliches Dankeschön!

Kerncurricula für Haupt-, Realschule und Gymnasium (5-10)

Die Überarbeitung der Kerncurricula geht in ihre letzte Phase. Die Anhörphase ist beendet. Aus den eingegangenen Stellungnahmen werden die Kommissionen dann die Landtagsfassungen erstellen.

Die Curricula für die Haupt- und die Realschule sind nur moderat verändert worden, in ihrer Grund­struktur jedenfalls unverändert geblieben. Für die Kolleginnen und Kollegen stellen sie eine gut handhabbare Planungsgrundlage dar, besitzen aber eher die Struktur eines Lehrplans alten Stils. Ihre Novellierung wird jedenfalls keine bedeutenden Veränderungen mit sich bringen, wohl aber eine gewisse inhaltliche Entlastung.

Komplizierter liegen die Dinge beim Kerncurriculum für die Sekundarstufe I des Gymnasiums. (Eine Verlinkung zur Anhörfassung finden Sie auf unserer Homepage.)

Die jüngst angekündigte Wiedereinführung von G 9 bringt es mit sich, dass das Kerncurriculum wohl noch einmal in einigen, wenigen Teilen verändert werden muss. Denn bekanntlich soll die Gesamtstundenzahl am Gymnasium unverändert bleiben. Das dürfte bedeuten, dass die Stunden des 11. Jahrgangs den Stunden der anderen Jahrgänge entnommen werden müssen. Wie hier die Verteilung aussehen wird und ob es für unser Fach zu Kürzungen im Sekun­dar­bereich I kommen wird, steht noch nicht fest. Es ist jedoch denkbar. Das hätte dann Folgen für die Zuordnung der Inhalte zu den Jahrgangsstufen.

Der NGLV wird die politischen Entscheidungen hier sorgfältig und kritisch beobachten. Unsere Zielvorgabe lautet, die Gesamtstundenzahl des Faches Geschichte zumindest auf dem jetzigen Stand zu halten.

Angesichts der neuen Sachlage und der sich daraus ergebenden offenen Fragen sieht es zurzeit so aus, als würde das überarbeitete KC nun doch mit einer gewissen Verzögerung das Gesetzgebungsverfahren durchlaufen. Die zunächst vorgesehene, lange Implementierungsphase über das gesamte Schuljahr 2014/15 hinweg wird sich voraussichtlich verkürzen, denn dass es weiterhin zum 1.8.2015, wenn die G 9-Änderungen wirksam werden, in Kraft treten muss, scheint festzustehen.

Die Vorgabe der Ministerin, dass  im Zuge der Wiedereinführung des 11. Jahrgangs keine neuen Inhalte hinzukommen dürfen, gibt uns fachlich die Möglichkeit, dieses Jahr als Einführungsphase in das oberstufengemäße Arbeiten und Denken zu konzipieren. Wir plädieren daher dafür, den 11. Jahrgang nicht als Raum für einen gestreckten Sek-I-Durchgang zu verwenden (was angesichts des Sekundarabschlusses I nach 10 ohnehin problematisch ist) und stattdessen das gewonnene Jahr zum Wiederaufgreifen, Vertiefen und Vernetzen von Inhalten aus der Sekundarstufe I zu verwenden, so wie es auch vor der Einführung von G 8 praktiziert wurde. Eine Streckung des chronologischen Durchgangs nach 11 wäre auch deshalb widersinnig, weil im neuen KC bereits massive inhaltliche Kürzungen, die berühmten „Entrümpelungen“, vorgenommen worden sind.

Zugleich wird deutlich, dass sich an die Über­arbei­tung des KC I umgehend eine Neufassung des KC II anschließen muss, die dann die Arbeit im 11. Jahrgang des Gymnasiums regelt. Denn die bereits enthaltene Einführungsphase ist für die Erfordernisse von Gesamtschulen, Beruflichen Gymnasien und Abendgymnasien konzipiert. Im Rahmen dieser Überarbeitung sollte sich dann auch die Möglichkeit ergeben, einige der Monita, welche die Umfrage des NGLV aus dem letzten Jahr zutage förderten, anzugehen und das KC II insgesamt zu optimieren.

Ungeachtet der derzeitigen G9-Diskussion zeichnet sich eine insgesamt positive Aufnahme des neuen KC ab. Dies war auch der Tenor der Eingaben zur Anhörung. Der Verband wird die Implementierung konstruktiv begleiten. Wir sind zuversichtlich, dass sowohl die Neufassung der prozessbezogenen Kompetenzen als auch die erhebliche Verschlankung des Fachwissens uns endlich vom Stoffdruck entlastet, die unserem Fach bisher immer eigen war.

 

Frühjahrstagung des NGLV zum Thema „NS-Justiz und ihre Nachwirkungen in der Bundesrepublik Deutschland“ in Wolfenbüttel am 8. Juli 2014

Das lange Schuljahr bringt es mit sich, dass unsere Frühjahrstagung diesmal erst im Hochsommer statt­findet. Sie findet am 8.7.2014 im Gästehaus der Bundesakademie für kulturelle Bildung in Wolfenbüttel statt.

Herr Dr. Stupperich hat als Tagungsbeauftragter ein umfängliches, attraktives Programm zum Thema „NS-Justiz und ihre Nachwirkungen in der Bundesrepublik Deutschland“  zusammengestellt, das (Stand März 2014) wie folgt aussehen wird:

 

8.30     Eintreffen, Kaffee

9.00     Begrüßung und Einführung in die Thematik

9.15      Prof. Dr. Joachim Perels (Hannover)
Die Debatte über die Verjährungsfrist für Mord in der Bundesrepublik

10.00    Diskussion

10.15     Kaffeepause

10.30    Wilfried Wiedemann (Nienburg)
„Nacht- und Nebel-Gefangene“ im Justizstraflager Esterwegen

11.00    Oberlandesgerichtsrat a.D. Dr. Helmut Kramer (Wolfenbüttel)
Werner Hülle – Bündnis zwischen SS und Justiz

11.30     Dr. Albrecht Kirschner (Marburg)
Wirkungen der Militärjustiz des NS-Regimes und ihre Bewertung durch die bundesdeutsche Justiz

12.00    Diskussion der letzten drei Vorträge

13.30    Mittagspause (gemeinsames Essen)

14.30    Oberstaatsanwalt Dr. Gerhard Pauli (Hagen)
Zum Umgang der bundesdeutschen Justiz mit den NS-Verbrechen

15.00    Dr. habil Irmtrud Wojak (München)
Die Zeugenaussagen der Überlebenden

15.30    Diskussion der letzten beiden Referate und Kaffeepause

16.00    Arnulf Heinemann, Gedenkstätte Wolfenbüttel:  Gedenkstätten im Geschichtsunterricht

16.30    Besuch der Gedenkstätte Wolfenbüttel
(mit Führung)

            parallel: Mitgliederversammlung des NGLV

18.00    Ende der Veranstaltung

Tagungsort:

Gästehaus der Akademie für kulturelle Bildung, Rosenwall 17, 38300 Wolfenbüttel

Anmeldungen nimmt Frau Wessolowski in unserer Geschäftsstelle ab sofort entgegen.

Wir wissen, dass es hinsichtlich des Termins womöglich Unwägbarkeiten wegen möglicher münd­licher Nachprüfungen im Rahmen des schriftlichen Abiturs geben kann. Aber die Terminfindung gestaltete sich trotz des langen Schuljahres schwierig. Vielleicht können Sie, sofern Sie von Nachprüfungen bedroht sind, rechtzeitig Klarheit über Ihre Abwesenheit an diesem Tag schaffen.

Einladung zur außerordentlichen Mitgliederversammlung des NGLV am 8. Juli 2014 in Wolfenbüttel

Auf der abschließenden, außerordentlichen Mitglieder­versammlung anlässlich der Frühjahrstagung, zur der wir hiermit herzlich einladen, stehen folgende Tagesordnungspunkte an:

1. Genehmigung der Tagesordnung

2. Bericht des Vorsitzenden

3. Wahl der Bundesdelegierten für die Bundesdelegiertenversammlung des VGD auf dem Historikertag in Göttingen, 23.-26.9.2014

4. Wahl eines Bremer Regionalvertreters

5. Verschiedenes

Beitritt des Landesverbandes Bremen im VGD zum NGLV

Der Vorstand des Bremer Geschichtslehrerverbandes ist Ende letzten Jahres an den NGLV mit der Bitte um Fusion herangetreten, da die Bremer aus eigenen Kräften die Vereinsarbeit nicht mehr leisten können. Gemeinsam mit Herrn Dr. Rosteck, dem Bremer Landesvorsitzenden, hat der Vorstand beschlossen, die Bremer Mitglieder zum Beitritt in den NGLV einzuladen. Dies ist im Januar geschehen und wir haben einige Neueintritte aus Bremen zu verzeichnen, die wir auch an dieser Stelle herzlich willkommen heißen. Dies bedeutet, dass der erweiterte Landesvorstand um einen Bremer Regio­nalvertreter zu ergänzen ist, der sich um die Belange der Bremer Mitglieder bzw. der Bremer Schulpolitik kümmern wird. Dies soll auf der Mitgliederversammlung am 8.7. geschehen.

Angebote des Zentrums für Informationstechnologien und Medienbildung des NLQ

Auf der Weltkriegstagung referierte Detlef Endeward vom NLQ über die Online-Angebote, die sein Institut für den Unterricht bereitstellt. Viele von Ihnen kennen womöglich bereits die Merlin-Datenbank (www.nibis.de -> Service -> Online-Medien), auf der man zahlreiche Filme und andere mediale Angebote zum Download findet. Für sie hat das Land Niedersachsen die Rechte erworben, sodass sie im Unterricht problemlos einsetzbar sind. Zum Zugang benötigt man ein Passwort, das bei den Schulleitungen erhältlich ist.

Darüber hinaus bietet das Institut in diesem Jahr eine ganze Reihe von Fortbildungen zur Medienkompetenz an. Den Flyer finden Sie auf der Verbandshomepage unter „Nachrichten/Veranstal­tun­gen“.

Der NGLV sieht seine Aufgabe darin, auf der Dienstfunktion der Medienbildung für die Ziele des Fachunterrichts zu bestehen. Medienbildung ist kein Selbstzweck, sondern sie muss inhaltsbezogen erfolgen. Die Bereitstellung von Internetlinks kann nur der Anfang einer zeitgemäßen Einbindung der Medienvielfalt in modernen Unterricht sein.

50. Deutscher Historikertag „Gewinner und Verlierer“ in Göttingen, 23.-26.9.2014

Wie bereits im letzten Rundbrief halten wir Sie über die Vorbereitungen zum Historikertag auch diesmal auf dem Laufenden. Der Historikertag steht diesmal unter dem Motto „Gewinner und Verlierer“ und er findet vom 23.-26.9.2014 in Göttingen statt.

Ab dem 14.4.2014 wird das Veranstaltungsprogramm unter www.historikertag.de freigeschaltet sein. Ab diesem Tag ist auch die Anmeldung möglich. Sofern Sie Hotelübernachtungen planen, empfiehlt sich schnelles Handeln, da die Kapazitäten in Göttingen begrenzt sind.

Verbandsmitglieder bezahlen für die gesamte Dauer eine Teilnahmegebühr in Höhe von 50 €. Tageskarten kosten 25 €. (Zum Vergleich: Nichtmitglieder zahlen 120€/40€.) Zum Nachweis Ihrer Mitgliedschaft benötigen Sie einen Mitgliedsausweis. Diesen können Sie bei Frau Wessolowski in der Geschäfts­stelle anfordern. Sie erhalten dann ein PDF-Dokument, das Sie ausdrucken können und das im Tagungsbüro akzeptiert wird.

Gern weisen wir schon jetzt auf die didaktische Sektion unseres Verbandes hin. Sie beschäftigt sich mit dem Thema „Historisches Urteil“, das mit der Einführung des neuen Kerncurriculums an Bedeutung gewinnen wird. Referieren werden Geschichts­didaktiker und Fachleiter. Diese Sektion findet am Freitag, 26.9., nachmittags von 15.15-18.00 Uhr statt.

Mit herzlichen Grüßen

Johannes Heinßen

Axel Ehlers

Hans-Joachim Müller

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

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