Startseite | HOMESitemap, SucheKontakt, eMail
Praxis Geschichte
Praxis Politik
Deutsch Unterricht
Praxis Englisch
 

Tagung in der Gedenkstätte Esterwegen, 6./7. Sept. 2013, Vortragsdokumente

Tagung in der Gedenkstätte Esterwegen

 am 6./7. Sept. 2013

Der Niedersächsische Geschichtslehrerverband hatte gemeinsam mit dem Verein „Gegen Vergessen – für Demokratie“ eine Tagung zur NS-Justizgeschichte und deren (Nicht)Aufarbeitung in der frühen Bundesrepublik vorbereitet. Die Tagung fand in der Gedenkstätte Esterwegen bei Papenburg, dem früheren NS-Strafvollzugslager u.a. für politische Gefangene (z. B. Carl von Ossietzki), statt. Die 2008 eröffnete Gedenkstätte erinnert an die Geschichte der 15 Emslandlager, die am 20. Juni 1933 mit der Einrichtung von drei Lagern („frühe Konzentrationslager“) begann. Sie erinnert an die Lager und deren unterschiedliche Funktionen: Konzentrationslager der SS, Schutzhaftlager, Lager für „Nacht-und-Nebel-Gefangene“ und Strafgefangene.

Da die Tagung vom Niedersächsischen Justizministerium mitgetragen wurde, wurde sie von Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz eröffnet. Den Einführungsvortrag hielt der hannoversche Politikwissenschaftler Prof. Dr. Joachim Perels (selbst Sohn des noch im April 1945 als Widerstandskämpfer hingerichteten Friedrich Justus Perels) zum Thema „NS-Verbrechen und der Umgang mit den Verbrechen in der Bundesrepublik – zur Gedenkstättenarbeit heute“.

Damit war die Grundstruktur der Tagung vorgegeben: Es ging im ersten Teil der Tagung um die Geschichte der NS-Justiz und des NS-Strafvollzuges und im zweiten Teil um den Umgang mit den NS-Verbrechen nach 1945. Es folgten zwei parallel stattfindende Panels, einmal zu Gedenkstätten und Geschichtsunterricht und zum anderen über Justizgeschichte in Gedenkstätten.

 

Da für den Oberstufenunterricht im Fach Geschichte zunächst weiterhin die bisherigen Pflichtmodule gelten, steht die NS-Geschichte mit dem Modul „Nationalsozialismus und deutsches Selbstverständnis“ weiterhin auf dem Programm. Schaut man sich die im Kerncurriculum vorgegebenen inhaltlichen Schwerpunkte näher an, so deckte diese Tagung mindestens zwei dieser Schwerpunkte ab:

  • ·       Zwischen Anpassung und Widerstand im nationalsozialistischen Deutschland (u. a. militärischer Widerstand)

       Aufarbeitung von Schuld und Verantwortung nach 1945 (u. a. für Holocaust/Schoah)

Was den zweiten Punkt betrifft, so muss heute in den Blick gerückt werden, dass es eine nennenswerte Aufarbeitung von Schuld und Verantwortung nach 1945 zunächst nicht gegeben hat. Diese setzte erst nach Jahrzehnten ein. Die Tagung setzte sich mit den Ursachen dieses Befundes auseinander, denn nicht zufällig konnte die Gedenkstätte Esterwegen erst 2008 eröffnet werden und nicht zufällig werden erst heute 50 ehemalige KZ-Aufseher des Lagers Auschwitz vor Gericht gestellt.

Einige Referenten haben dankenswerterweise ihre Manuskripte zur Verfügung gestellt.

Zur Zeit liegen vor:

Dr. Martin Stupperich, OStD i.R., Vors. NGLV

 

Flyer der Tagung s.

http://www.gedenkstaette-esterwegen.de/index.php?con_cat=136&con_lang=1&sid=4f7f73ebaefd91e483e244f3104a01b0

 

 

   
  
   
  
   
 Prof. Perels mit Herrn Albrecht Pohle vom Verein Gegen Vergessen - Für Demokratie 
 Prof. Perels mit Herrn Albrecht Pohle vom Verein Gegen Vergessen - Für Demokratie 
   
 Auf dem Gelände des ehem. Sonderlagers/KZ - Weg ins Moor 
 Auf dem Gelände des ehem. Sonderlagers/KZ - Weg ins Moor 
   
 

.:: Impressum | Disclaimer | Webmaster | Zuletzt aktualisiert am 09.10.2014 ::.