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2010.03: Rundbrief Sept. 2010

 

Rundbrief


an die Mitglieder des
Niedersächsischen Geschichtslehrerverbandes (NGLV)

 


Liebe Kolleginnen und Kollegen,


der letzte Rundbrief erreichte manche von Ihnen erst in den Sommerferien. Inzwischen ist das neue Schuljahr längst im Gange und wir steuern allmählich auf die Herbstferien zu. Diese liegen für uns Niedersachsen ziemlich genau in der Mitte zwischen dem Historikertag in Berlin und dem zentralen Tag des Geschichtslehrers in Hannover.

Dass sich so viele Kolleginnen und Kollegen für den Historikertag angemeldet haben, ist vermutlich auf den Tagungsort Berlin zurückzuführen. In Konstanz und Dresden schien uns die Zahl der Niedersachsen eher gering zu sein. Da inzwischen der Anmeldevorgang nur noch online erfolgen kann und jeder Teilnehmer, der die erhebliche Verbilligung der Tagungsgebühren in Berlin nutzen wollte (42,- statt 120,- €) sich mit der Bitte um eine elektronische Mitgliedsbescheinigung meldete, wissen wir ziemlich genau, wen wir in Berlin evtl. treffen können.

Der Verband der Geschichtslehrer Deutschlands veranstaltet mehrere eigene Sektionen und eine Abendveranstaltung. Am Mittwoch um 15.00 Uhr findet die Sektion über globalgeschichtliche Perspektiven unter der Leitung von Hans Woidt (Tübingen) statt. Parallel leitet Gisbert Gemein (Neuss) die Sektion über Kulturen im Konflikt? Zur Begegnung zwischen Orient und Okzident. Die anschließende Abendveranstaltung steht in der Tradition zweier Vorläufer, die in Konstanz 2006 und in Dresden 2008 stattfanden. In beiden Veranstaltungen ging es um den Geschichtsunterricht angesichts der neuen didaktischen Forderung nach Vermittlung von Kompetenzen. Dieses Thema und die Debatte darüber in Bezug auf das Fach Geschichte wurde maßgeblich vom Verband der Geschichtslehrer Deutschlands mit angestoßen, der mit der ersten Ausgabe seiner Bildungsstandards eine erstaunlich weit ausgreifende Diskussion auslöste. Diese erste Ausgabe der Bildungsstandards wurde von einer niedersächsischen Kommission erarbeitet und von einer anschließenden Kommission des Bundesverbandes weitergeführt. Inzwischen ist das damals zum Konstanzer Historikertag erschienene grüne Bändchen in vielen Veröffentlichungen zitiert worden und wird als eine der drei Grundkonzeptionen zur Definition des Kompetenzbegriffs angeführt neben der sog. FUER-Gruppe und dem Kompetenzmodell von Hans-Jürgen Pandel. Dass sich die beiden zuletzt genannten Kompetenzmodelle als Gegenmodelle zum VGD-Konzept verstehen, muss einen nicht schrecken, denn ohne Kontroverse gäbe es keine Diskussion. Jetzt legt die dritte Bildungsstandards-Kommission des VGD die Weiterentwicklung der ersten Ausgabe der Bildungsstandards vor und wird sie in Berlin mit den dort versammelten Geschichtslehrern aus zahlreichen Bundesländern diskutieren.

Diese Veranstaltung beginnt um 18.00 Uhr und ist weitgehend konkurrenzlos. Sie läuft unter dem Titel: Schulfach Geschichte: Geschichtslehrpläne ohne Inhalte? (Podiumsdiskussion) und wird von Ulrich Bongertmann (Rostock) geleitet.

Das Thema wird noch einmal aufgenommen in der Sektion am Donnerstag um 9.00 Uhr unter dem Titel Historische Urteilskompetenz im Rahmen von Bildungsstandards – Möglichkeiten und Grenzen. Auch diese ist eine VGD-Sektion und wird geleitet von Jörg Ziegenhagen.


Diese Thematik weist in ihrer Häufung direkt auf die Debatte über das Kerncurriculum in Niedersachsen hin. Auch hier geht es einmal um die Kompetenzen und zum anderen um die Inhalte. Immer wieder wird behauptet, dass Kompetenzen und Inhalte einen Gegensatz darstellten, was wiederum signalisiert, wie sehr die gesamte Diskussion über die Kompetenzorientierung noch in den Anfängen steckt und von einem befriedigenden Konsens noch weit entfernt ist. Wir brauchen auch eine sinnvolle Diskussion über Inhalte. Es hilft niemandem hier eine Tabuzone zu eröffnen. Die Abendveranstaltung des VGD in Berlin wird dieses ansprechen.


Die besondere Situation auf dem Feld der Kerncurriculumentwicklung in Niedersachsen ist der Grund, weshalb einer der Vorträge auf dem Tag des Geschichtslehrers am 3. November in Hannover sich mit dem kompetenzorientierten Geschichtsunterricht befasst. Werner Heil (Stuttgart) hat kürzlich ein Buch darüber geschrieben, das starke Beachtung gefunden hat. Auch wenn er dem Kompetenzbegriff der in Niedersachsen entwickelten Bildungsstandards und des darauf beruhenden Kerncurriculums für die Sekundarstufe I kritisch gegenübersteht, werden seine Ausführungen interessant und vielleicht auch weiterführend sein. Dies wird die Diskussion erweisen, die dann auch den Komptenzbegriff einbeziehen sollte, der dem Entwurf des Oberstufen-Kerncurriculums zugrunde gelegt wurde.


Die Stellungnahmen aus dem Ministerium zu den verschiedenen Anfragen und Kritiken bezüglich des Kerncurriculum-Entwurfs für die Oberstufe waren rein formal und vermieden jede konkrete fachliche Positionierung. Die Kritik des Niedersächsischen Geschichtslehrerverbandes (NGLV) an der Anhörungsfassung, der sich 8 Studienseminare angeschlossen haben, ist stark beachtet worden. Manche Äußerungen gegen die Verbandsposition, die auch in der Presse zu lesen waren, ließen allerdings das notwendige Niveau vermissen.


Trotz aller Bemühungen unseres Verbandes, dies abzuwehren, wird sich die Lehrerschaft darauf einstellen müssen, dass ein nur marginal geänderter Entwurf zum 1. August 2011 in Kraft gesetzt wird. Wie dann das Zentralabitur aussieht, vor allem welche Aufgaben für die Abiturprüfung formuliert werden, ist weiterhin offen. Fest steht, dass es die alten Thematischen Schwerpunkte, mit denen man bei allen hin und wieder auftretenden inhaltlichen Schwächen leben konnte, nicht mehr geben. An diese Stelle treten mindestens drei sog. Module pro Halbjahr, das sog. Kernmodul (vor allem theoretische Texte), das Pflichtmodul (wird in jedem Jahr vom MK neu aus dem Kanon der Wahlmodule ausgewählt und festgelegt) und ein weiteres Wahlmodul, das von der jeweiligen Schule (Fachkonferenz) ausgewählt wird. Die Zentralabituraufgabe bezieht sich auf alle drei Module, auch auf das selbst gewählte Schulmodul, von dem das MK grundsätzlich keine Kenntnis hat. Dennoch wird es Basis der Abiturprüfung. Wie eine solche Aufgabe aussehen kann, ist offen, aber die Kompetenzorientierung macht es möglich. So lauten zumindest die hoffnungsfrohen Aussagen aus dem Ministerium und aus der Kommission. Man darf also gespannt sein!


Der andere Hauptvortrag auf dem kommenden Tag des Geschichtslehrers ist der Vortrag von Prof. Dr. Kaufmann über die Frühe Neuzeit. Dieses Thema ist einer der Thematischen Schwerpunkte zum Zentralabitur 2012. Allerdings ist dieser Thematische Schwerpunkt so abgefasst, dass ein seriöser Unterricht über das Thema Frühe Neuzeit nicht wirklich möglich ist. Die offenbare Auffassung des Verfassers, dass über die Frühe Neuzeit unter Ausklammerung des vielschichtigen Phänomens der Reformation als europäischer Bewegung und entsprechend unter Ausklammerung der konfessionellen Auseinandersetzungen dieser Zeit gesprochen werden könne, darf mit Fug als eine fachliche Verirrung bezeichnet werden. Hier muss im Interesse unserer Schülerinnen und Schüler korrigierend gegengehalten werden. Es wäre schlecht, wenn der Unterricht in blinder Fixierung auf das Zentralabitur ausschließlich die vorgegebenen Punkte des Thematischen Schwerpunkts abhandelte. Die Schülerinnen und Schüler haben ein Recht auf einen fachlich ausgewogenen Unterricht ohne einseitige Überspitzungen.


Der Nachmittag ist zunächst einem weiteren Thema des Zentralabiturs gewidmet, nämlich der Geschichte der USA. Diesen Workshop leitet unser Kollege Christian Werner aus Braunschweig in seiner nun schon bekannten und bewährten Art. Den parallel stattfindenden Workshop leitet Frau Dr. Puckhaber aus Buxtehude, die über die Rahmenbedingungen einer Teilnahme am Wettbewerb um den Preis des Bundespräsidenten (Körber-Stiftung) sprechen wird und dabei auch konkrete Anregungen zur Anleitung der Schülerinnen und Schüler in entsprechenden Arbeitsgruppen geben wird.


Eingeleitet wird der Nachmittag durch die traditionelle Preisverleihung der Henning von Burgsdorff Stiftung an verdiente Kolleginnen und Kollegen. Die Vorsitzende, Frau OStD’ i.R. Brigitte Netzel, wird die Laudatio auf die Preisträger halten. In der Jury sitzen neben ihr und dem Landesvorsitzenden des NGLV Herr Professor Sauer (Göttingen) und Herr Dr. Eckardt (Hameln).


Den Schluss der Tagung bildet die Jahreshauptversammlung unseres Verbandes. Der Posten des Schatzmeisters und die Posten der Kassenprüfer sind in diesem Jahr neu zu besetzen. Die Kandidatenaufstellung ist im Gange. Wenn jemand eine Kollegin oder einen Kollegen vorschlagen möchte, so ist er willkommen.


Für die kommende Herbstzeit wünschen wir Ihnen gutes Gelingen und hoffen auf ein persönliches Zusammentreffen am Tag des Geschichtslehrers in Hannover am 3. November.

Mit besten Grüßen

Dr. Martin Stupperich,
1. Vorsitzender NGLV  
Dr. Wieland Sachse,
2. Vorsitzender NGLV

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Einladung

zum

Tag des Geschichtslehrers

am 3. November 2010

im Historischen Museum in Hannover


Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,


hiermit lade ich ein zur Zentralen Tagung des Niedersächsischen Geschichtslehrerverbandes (NGLV) in der Landeshauptstadt am 3. November im Historischen Museum am Hohen Ufer (Pferdegasse).


Als Programm ist vorgesehen:


8.30 Eintreffen der Teilnehmer; Kaffee


9.00 Begrüßung durch den Direktor des Museums, Herrn Dr. Schwark, als Hausherrn

9.05 Begrüßung durch den Landesvorsitzenden, Dr. Martin Stupperich


9.15 -10.00 Vortrag mit Diskussion zum Thematischen Schwerpunkt 2 des Zentralabiturs 2012 (Europa an der Schwelle zur Neuzeit)
Referent: Prof. Dr. Thomas Kaufmann (Göttingen)


11.00 -11.45 Vortrag mit Diskussion über Kompetenzorientierten Geschichtsunterricht.
Referent: Werner Heil (Stuttgart)

12.30 -13.30 Mittagspause


13.30 -14.00 Preisverleihung der Henning-v.-Burgsdorff-Stiftung durch Frau OStD’ i.R. Brigitte Netzel


14.00 -15.30 Parallele Sektionen:

1) Sektion zum Thematischen Schwerpunkt 3 (Wirtschafts- und Sozialgeschichte der USA), Leitung: Christian Werner (Braunschweig)

2) Informationsveranstaltung zum Geschichtswettbewerb,
Leitung: Frau Dr. Puckhaber (Buxtehude)


15.30-16.30 Mitgliederversammlung des NGLV


Dr. Martin Stupperich, 1.Vors.NGLV

   
 Historikertag in der Humboldt-Universität unter den Linden - immer eine Reise wert 
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