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2009.04: Rundbrief September 2009 mit Einladung

 

Rundbrief September 2009


Liebe Kolleginnen und Kollegen,


da Anfang November die Zentraltagung des Niedersächsischen Geschichtslehrerverbandes in Hannover stattfindet, schieben wir diesen Rundbrief ein, um die Einladung zur Tagung rechtzeitig in Umlauf zu bringen. Sie finden den Tagungsablauf in Hannover wie bisher üblich auf Seite 3 dieses Rundbriefes.


Zuvor einige Informationen zur Verbandsarbeit seit dem Ende der Sommerpause: Der Niedersächsische Geschichtslehrerverband ist vom 25. bis zum 27. September Gastgeber für den Hauptvorstand des Verbandes der Geschichtslehrer Deutschlands, der seine Jahrestagung in Hannover abhält. Es werden sowohl der geschäftsführende Bundesvorstand als auch die Vorsitzenden aller Landesverbände teilnehmen. Tagungsort wird das Historische Museum sein, das sich als Tagungsort immer wieder bewährt hat. Wir wollen als Landesverband dem Gesamtverband ein Bild der historisch bedeutsamen Stadt Hannover präsentieren. Dazu gehört auch ein Besuch der Dokumentensammlung der Werke von Gottfried Wilhelm Leibniz, die 2006 zum UNESCO-Weltdokumentenerbe erklärt wurden. Zugleich wollen wir einen Einblick in die Arbeit des Niedersächsischen Geschichtslehrerverbandes geben, der einer der mitgliederstarken Landesverbände ist und neben den allgemeinen auch eigene landesbezogene Ziele verfolgt. Zur Begrüßung und zur Einstimmung in die Arbeit dieses Septemberwochenendes laden wir unsere Gäste aus den anderen Bundesländern zu einem gemeinsamen Essen am Freitagabend ein.


Die Arbeit für das Haus der Geschichte des Landes Niedersachsen hat erneut einen Rückschlag erlitten. Hatte der Geschichtslehrerverband mit diesem Vorhaben früher einen Rückhalt am Präsidium des Niedersächsischen Landtages, so ist dies mit dem Wechsel zu einem neuen Landtagspräsidenten anders geworden. Auch für das Kulturdezernat der Landeshauptstadt sind andere Ziele in den Vordergrund getreten, obwohl vor noch nicht langer Zeit dem Vorsitzenden die persönliche Zusage des Oberbürgermeisters gegeben wurde, man wolle sich dafür einsetzen. Ähnliches gilt für das Land, denn auch der Minister für Wissenschaft und Kultur hatte sich in ähnlicher Weise persönlich festgelegt. Jetzt verweist er auf die Vordringlichkeit des Wiederaufbaus des Schlosses am Großen Garten in Herrenhausen, wo u. a. eine dauerhafte Leibnizausstellung untergebracht werden soll. Im Übrigen werden im Augenblick alle Ressourcen für die große Landesausstellung über den Beginn der Personalunion zwischen Großbritannien und Hannover im Jahr 1714 benötigt. Sie soll aus Anlass des dreihundertjährigen Jubiläums im Jahr 2014 eröffnet werden. Wir werden uns daher auf die alte Lösung zurück besinnen, das Haus der Geschichte im früheren Forum des Landesmuseums gegenüber der Marktkirche im Zentrum Hannovers einzurichten. Da der Landtag aber vermutlich in den nächsten zwei Jahren während der Sanierungsphase des Landtagsgebäudes in diesem Haus übergangsweise tagen wird, muss das Ende der Sanierung des Landtages abgewartet werden. Doch auch dann ist Wachsamkeit geboten. Denn wenn unsere Wünsche nicht laut und rechtzeitig vorgebracht werden, machen andere Nutzungswillige das Rennen.


Viel Vorbereitungsarbeit ist in die Fachtagung in Braunschweig am 28. September über den Mauerfall in Niedersachsen geflossen. Wir werden, wie es bereits mitgeteilt wurde, bei dieser Gelegenheit eine Mitgliederversammlung durchführen, die über die Satzungsänderung befindet, deren Umfang Ihnen durch die Zusendung des geänderten Satzungstextes bereits bekannt gemacht wurde. Wir hoffen, bis zur Mitgliederversammlung unserer Jahrestagung am 5. November die Änderung im Vereinsregister vollzogen haben zu können.


Mit diesem Rundbrief erhalten Sie die Einladung zum Zentralen Tag des Geschichtslehrers am 5. November in Hannover. Wie schon in den vergangenen Jahren findet diese Jahresversammlung des Niedersächsischen Geschichtslehrerverbandes wieder im Historischen Museum am Hohen Ufer statt. Auch in diesem Jahr wird einer der beiden Hauptvorträge sich mit einem Thematischen Schwerpunkt für das Zentralabitur beschäftigen.

Wir haben bezogen auf das Zentralabitur 2011 das Thema „Die Sowjetunion – Genese einer Weltmacht“ gewählt und als Vortragenden Herrn PD Dr. Lutz Häfner aus Bielefeld gewonnen, der im Augenblick den Göttinger Osteuropalehrstuhl vertritt. Er wird einen umfassenden Einführungsvortrag in die drei thematischen Hauptbereiche geben, die für die Prüfungskurse auf grundlegendem und auf erhöhtem Niveau vorgesehen sind. D.h. er wird sowohl über das Zarenregime des ausgehenden 19. Jahrhunderts, als auch über das Revolutionsjahr 1917 und die Zeit des Totalitarismus unter Stalin, aber auch über die sowjetischen Einflüsse in der Dritten Welt und die sozialistischen Befreiungsbewegungen der Dekolonialisierungsphase sprechen.


Den zweiten Hauptvortrag hält der Geschichtsdidaktiker Dr. Arie Wilschut aus Amsterdam. Einige Mitglieder unseres Verbandes haben ihn bereits auf dem Historikertag in Dresden im vergangenen Herbst gehört. Der Vortrag, den er dort hielt, erscheint demnächst in der Zeitschrift „Geschichte in Wissenschaft und Unterricht“. Es schien uns wichtig, das niederländische geschichtsdidaktische Konzept bei uns auch als Gegenentwurf zu den nur begrenzt für die Praxis hilfreichen Entwürfen deutscher Geschichtsdidaktiker zu präsentieren. Die Niederländer legen einerseits wesentlich mehr Gewicht als wir auf die Nachhaltigkeit des Erwerbs historischer Kenntnisse, aber auch auf die mit den Schuljahren zunehmende Schülerselbsttätigkeit im Unterricht und die Produktorientierung der Arbeit im Oberstufenunterricht.

In dem für Hannover konzipierten Vortrag befasst sich Arie Wilschut mit dem Thema Zeit als einem Schlüsselkonzept historischen Lernens. Dabei geht er auf Forschungen zum Zeiterleben und Zeitdenken bei Kindern und Jugendlichen ein und zieht daraus Schlüsse für den Unterricht. Insbesondere beleuchtet er Schwierigkeiten von Schülern im Umgang mit Zeitvorstellungen. Warum ist es so schwer Zeitvorstellungen mit Hilfe von Jahreszahlen zu vermitteln? Wie verhält sich das geschichtliche zum persönlichen Zeitempfinden? Welche Fehlurteile über andere Zeiten ergeben sich durch die Vernachlässigung der Tatsache, dass wir heute einen viel längeren Zeitraum überblicken können? Der Vortrag liefert am Ende kein Rezept, das eins zu eins in den praktischen Unterricht übertragbar wäre, aber er befreit uns von dem Gefühl der Selbstverständlichkeit verbreiteter didaktischer Grundmuster als Ergebnis neuerer Forschungen. Dabei gelangt Wilschut allerdings zu Schlüssen, die sich mit den Thesen deutscher Geschichtsdidaktiker nicht ohne weiteres zur Deckung bringen lassen.

Der Nachmittag ist zunächst der Preisverleihung der Burgsdorff Stiftung und zwei Workshops gewidmet. Die Burgsdorff Stiftung lobt in jedem Jahr Preise für wegweisende innovative Arbeit von Geschichtslehrerinnen und Geschichtslehrern aus. Angesichts der zunehmenden Belastung der Lehrkräfte in unseren Schulen ist die Anzahl der Arbeiten, die eingereicht wurden, geringer geworden. Nach wie vor finden sich aber bemerkenswerte Aktivitäten von Lehrkräften mit ihren Schülern, die ihre gebührende Anerkennung finden sollen. Zumindest in einem Fall soll ein preiswürdiges Projekt auch die Thematik eines Workshops liefern. Unser Kollege Christian Werner aus Braunschweig wird in die Projektarbeit mit Geschichtskursen anhand des Beispiels der Erstellung eines Audioguides für das Jüdische Museum in Braunschweig einführen.

Parallel dazu wird Herr Professor Reitemeier, der neue Landesgeschichtler in Göttingen, in die Arbeit am digitalen Atlas zur Geschichte Niedersachsens einführen. Seine Hoffnung ist es, in diesem Workshop auch Hinweise von den Kolleginnen und Kollegen zu bekommen, was in einem solchen digitalen Atlaswerk besonders unterrichtsrelevant sein könnte. Die Teilnehmer werden also in den Entstehungsprozess dieses Atlaswerks eingebunden.


Die Mitgliederversammlung wird wie schon in den früheren Jahren den Tag beenden.


Sie finden in diesem Rundbrief zwei Einlageblätter. Eines empfiehlt das Buch von Margot Kleinberger aus Hannover, die als Kind nach Thesesienstadt verschleppt wurde und überlebte. Margot Kleinberger berichtet auch vor Schulklassen im Raum Hannover.

Das andere ist eine Einladung zur Teilnahme an einer Schlesienreise für Lehrkräfte aus Niedersachsen. Die für diese Reise ins Auge gefasste Route ist mit ihren Sehenswürdigkeiten und Besonderheiten außerordentlich empfehlenswert (eigene Erfahrung). Die Reise liegt in der Zeit der Herbstferien und ist mit einem Beitrag von 200 € erschwinglich.


Wir hoffen auf ein Wiedersehen in Hannover!


Mit den besten Grüßen


Dr. Martin Stupperich, 1. Vorsitzender 
Dr. Wieland Sachse, 2. Vorsitzender

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Einladung


zum


Zentralen Tag des Geschichtslehrers


am 5. November 2009

im Historischen Museum am Hohen Ufer in Hannover



Programmablauf


9.00 Uhr Anreise, Kaffee


9.30 Uhr Begrüßung

Dr. Thomas Schwark, Direktor des Historischen Museums

Dr. Martin Stupperich, Vorsitzender des Niedersächsischen Geschichtslehrerverbandes


9.45 Uhr Vortrag: Die Sowjetunion – Genese einer Weltmacht

PD Dr. Lutz Häfner, Göttingen


10.30 Uhr Diskussion


11.00 Uhr Pause


11.15 Uhr Vortrag: Ein vergessenes Schlüsselkonzept? „Zeit“ als Thema der Geschichtsdidaktik und des Lernens im Unterricht

Dr. Arie Wilschut, Amsterdam


12.00 Uhr Diskussion


12.30 Uhr Mittagspause


14.00 Uhr Preisverleihung der Burgsdorff Stiftung an verdiente Kolleginnen und Kollegen


14.30 Uhr Workshop: Der didaktische Atlas zur Geschichte Niedersachsens – visualisierte Geschichte für den Geschichtsunterricht in Niedersachsen?

Prof. Dr. Arndt Reitemeier, Göttingen

parallel dazu: Christian Werner, Braunschweig

Workshop: Geschichte für die Ohren. Audioguide für das Jüdische Museum in Braunschweig (Vorstellung eines Projekts mit Schülern)


16.00 Uhr Mitgliederversammlung


17.00 Uhr Ende der Tagung

 

A n m e l d u n g

Wir bitten um Ihre Anmeldung bis zum 2. November 2009 per Mail oder Post an die Adresse:

Dr. Martin Stupperich
Weidengrund 3
30657 Hannover
Tel.: 0511/650562
Fax: 0511/9055004
stupperich.vgd@web.de







   
 Unser Tagungsort: Das Historische Museum Hannover am hohen Ufer der Leine 
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