Startseite | HOMESitemap, SucheKontakt, eMail
Praxis Geschichte
Praxis Politik
Deutsch Unterricht
Praxis Englisch
 

2009.03: Rundbrief August 2009

 

Rundbrief August 2009



Liebe Kolleginnen und Kollegen,


Ihnen allen wünschen wir einen guten Start in das neue Schuljahr nach den Sommerferien! Hoffentlich sind die Klassen und Kursgruppen, die Sie jetzt übernommen haben, nicht zu überdimensioniert, was die Anzahl der Schülerinnen und Schüler angeht, die Sie unterrichten sollen. Gern wird ja von offizieller Seite darauf hingewiesen, dass es früher noch größere Klassen gab, und in der Tat begann mein eigener Unterricht als Schüler (Stupperich) in einer 5. Klasse eines Gymnasiums in den Fünfzigerjahren mit 50 Kindern in einem Raum. Das war damals möglich, denn diese 50 Kinder hielten Ruhe. Ich kann mich an keinerlei Störungen oder gar Chaos erinnern. Heute aber haben die Kinder eine völlig andere Sozialisation erlebt. Auch die Erziehung ist, sofern sie überhaupt stattfand, nicht unbedingt mit den schulischen Standards kompatibel. Und daher sind oft schon Gruppen, die halb so groß sind wie meine eigene Anfangsklasse, vor allem in Ballungsgebieten heute oft nur noch schwer zu konzentrieren. Wir wünschen Ihnen allen also gute Nerven!


Die Redaktion unserer Bundeszeitschrift hat mit dem Niedersächsischen Geschichtslehrerverband anscheinend ein Problem, denn zum wiederholten Mal erschien der von unserem Schriftführer, Herrn Dr. Heinßen, verfasste Bericht über die Tätigkeit des Landesverbandes nicht unter den Länderberichten. Inzwischen wurde eine Klärung herbeigeführt. Im nächsten Heft sollen zwei Berichte von uns erscheinen, der neue und der unterschlagene.

Damit Sie nicht über den Verlauf unserer Frühjahrstagung in Osnabrück am 27. Mai im Unklaren bleiben fassen wir in Kurzform zusammen, was dort Programm war. Die Tagung fand im Ratssaal des historischen Osnabrücker Rathauses statt, ein für unsere Zwecke sehr passendes Ambiente. Ein Dank dafür noch einmal an unser Mitglied, Frau Bürgermeisterin Jabs-Kiesler, die uns den Zugang verschaffte. Der Hauptvortrag wurde vom Ehepaar Dr. A. Rost (Universität) und Dr. S. Wilbert-Rost (Park und Museum Kalkriese) gehalten. Sie boten eine spannende Einführung in die Probleme der Archäologie eines Schlachtfeldes. Dabei erfuhr man, dass es eher zu den Seltenheiten gehört, ein Schlachtfeld ausgraben zu können. Viele Ungereimtheiten, die zunächst nicht erklärbar waren, hatten inzwischen Lösungen gefunden. Die Zuhörer wurden mit auf den verwickelten Weg der Lösung manches archäologischen Rätsels genommen. In beiden Vorträgen herrschte gespannte Aufmerksamkeit im Raum. Es gab anschließend zahlreiche Fragen, die ausführliche Antworten fanden, bevor die Teilnehmer sich anschließend in drei Gruppen zu unterschiedlichen Themen teilten. Dabei war die Gruppe Stadtführung mit Prof. Mittelstädt die am zahlreichsten angewählte. Nach der Mittagspause fuhr der von der Stadt gestellte Gelenkbus nach Kalkriese, wo die Teilnehmer eine Führung durch die große Ausstellung aus Anlass des 2000jährigen Jubiläums der Varusschlacht erhielten. Es war ein besonderes Erlebnis. Während der Rückfahrt erhielt Herr Grove, der Regionalbeauftragte unseres Verbandes für die Region Osnabrück, dessen Idee diese Tagung gewesen war und der sich um die Organisation sehr verdient gemacht hatte, ein ausführliches von Applaus gefolgtes Lob durch das Busmikrofon.


Während der Schlussphase des Schuljahrs im Monat Juni musste die Verbandsarbeit für viele Mitglieder zurücktreten. Der Vorstand aber blieb am Ball, denn die Zeit nach den Sommerferien würde rasch kommen, so dass es besser war, sich rechtzeitig vorzubereiten. Ende September findet die Herbsttagung, bisher in Helmstedt, in Braunschweig statt. Da es die nächste Verbandstagung sein wird, geben wir im Folgenden eine Vorschau darauf, was die Teilnehmer dieser Tagung erwartet.

Die Verlegung der Tagung nach Braunschweig hat einen konkreten Anlass:

Der 20. Jahrestag der Maueröffnung fällt auf den 9. November 2009. Aus diesem Grunde hat das Historische Seminar der TU Braunschweig, Abteilung Geschichte und Geschichtsdidaktik, in Kooperation mit dem Georg-Eckert-Institut, dem Schulmuseum Steinhorst und dem Niedersächsischen Geschichtslehrerverband eine Ausstellung und eine einführende Fachtagung geplant. Sie trägt den Titel „Die Mauer fiel nicht nur in Berlin. Geschichtsbilder zur Grenzöffnung 1989 aus Schule und Gesellschaft.“

Präsentiert werden nationale und internationale Geschichtsbücher der vergangenen zwanzig Jahre, die mit diversen Quellen (Zeitzeugenbefragungen, Ton- und Bilddokumente) aus Schule und Gesellschaft kontrastiert werden. Letztere befinden sich zu einem großen Teil in Privatbesitz und stammen vorwiegend aus dem ehemaligen deutsch-deutschen Grenzraum zwischen Wittingen und dem Harz (ehemaliges Herzogtum Braunschweig). Schwerpunkte liegen dabei auf Zicherie-Böckwitz, Helmstedt-Marienborn, Braunschweig sowie Eckertal. Auf diese Weise werden nicht nur die offiziellen, durch das Schulbuch vermittelten Geschichtsbilder mit anderen „Erzählungen“ über den Mauerfall kontrastiert und mögliche „Gegenbilder“ zu den Schulbüchern präsentiert. Erstmals wird die Geschichte des Mauerfalls auch aus einer regionalgeschichtlichen Perspektive behandelt und dabei der Grenzraum selbst in den Blick genommen. Da zugleich Quellen unterschiedlicher Entstehungszeiten miteinander kombiniert werden, thematisiert die Ausstellung zugleich sich verändernde Perspektiven auf die Grenzöffnung innerhalb der vergangenen 20 Jahre.

Ausstellungsdidaktisch werden die Inhalte auf unterschiedliche Weise vorgestellt. Es wird originale Schulbücher geben, aber auch sog. Roll-ups (digital). Man wird sich verschiedener visueller und akustischer Medien bedienen können. Dazu gehören auch Filmausschnitte. Plakate, Bilder, Karten, Zeitungsartikel und bislang unveröffentlichtes Archivmaterial sorgen für interessante Variationen.


Das Thema Mauerfall ist ein wichtiges Thema der niedersächsischen Landesgeschichte des 20. Jahrhunderts. Gerade der Grenzübergang Helmstedt-Marienborn war am 9. November und danach ein Hauptschauplatz des Eintreffens von Besuchern aus der DDR in den westdeutschen Grenzregionen, die als Besucher erstmals begeistert von der neuen Reisefreiheit Gebrauch machten. Damit begann die Geschichte der so lange erhofften, aber von vielen damals als unrealistisch aufgegeben Wiedervereinigung und der dornenreiche Prozess des Zusammenwachsens beider Teile Deutschlands.


Am Tag der Eröffnung der Ausstellung im Haus der Wissenschaft in Braunschweig, dem 28. September 2008, veranstaltet der Geschichtslehrerverband eine Tagung in Braunschweig, die diese Ausstellung mit einbezieht. Die Tagung trägt den Titel „Das Schulbuch als Medium zum Thema Niedersachsen im Augenblick des Mauerfalls“.

Gerade Braunschweig ist mit dem international renommierten Georg-Eckert-Institut der zentrale Ort der Schulbuchforschung in Deutschland und Europa. Mit der Schulbuchbibliothek als Sondersammelgebiet gehört diese Einrichtung gemeinsam mit anderen in den größeren Zusammenhang der Deutschen Nationalbibliothek. Zugleich ist sie Schulbuchzentrum des Europarats. Aus diesem Grunde werden wir die Tagung um 15.00 Uhr im Georg-Eckert-Institut beginnen, wo die Teilnehmer einen Einführungsvortrag hören und anschließend eine Führung durch die einzigartige Sammlung von Schulbüchern zu den Fächern Geschichte, Geographie, Politik (Sozialkunde) und Deutsch erhalten. Dabei werden wir in die vergleichende Schulbuchforschung und in die Erforschung von offiziellen Deutungsmustern und Identitätsangeboten eingeführt. Es geht auch um Selbst- und Fremdbilder. Aktuell geht es um den Vergleich von Kompetenzanforderungen im praktischen Unterricht bei uns und anderswo. Bekannt geworden ist das Institut mit seinem Engagement als Mediator in Schulbuchkonflikten zwischen verschiedenen Ländern.

Es dürfte von besonderem Interesse sein wahrzunehmen, wie die Wende 1989 in den unterschiedlichen Schulbüchern international dargestellt wurde.


Damit wird der zweite Teil der Tagung, die Einführung und Besichtigung der Ausstellung zum Mauerfall und zur Grenzöffnung in Niedersachsen, eingeleitet. Neben den Initiatoren, Dr. Heike Christina Mätzing und ihren Studierenden vom Historischen Seminar der TU Braunschweig, werden Prof. Matthias Steinbach, die Leiterin des Georg Eckert Instituts, Prof. Simone Lässig, die Landrätin Frau Marion Lau und der Vorsitzende des Niedersächsischen Geschichtslehrerverbandes sprechen. Dieser Teil der Tagung beginnt um 18.00 Uhr im Haus der Wissenschaft, Pockelsstraße 11. Der Tagungsort ist fußläufig vom Institutsgebäude, Celler Str. 3, erreichbar.

Die Ausstellung verspricht interessante Einblicke in die jüngste Zeitgeschichte am Beispiel Niedersachsens. Damit wird die lehrplanmäßige Verpflichtung zur Behandlung landesgeschichtlicher Themen im Unterricht eingelöst. In diesem Jahr legt es sich nahe, unabhängig von der Klassenstufe, im Geschichtsunterricht auf die Wendeereignisse heute vor 20 Jahren einzugehen und evtl. auch Klassenbesuche der Ausstellung zu planen.


Die von der letzten Mitgliederversammlung gewünschte Satzungsänderung ist vom Vorstand ausgearbeitet worden und geht allen Mitgliedern zu, bevor eine Mitgliederversammlung, die am 28. September im Rahmen der Braunschweiger Fachtagung stattfindet, den formalen Beschluss fasst. Zur Satzungsänderung ist eine Zweidrittelmehrheit der Mitgliederversammlung erforderlich. Die Einladungsfrist beträgt vier Wochen. Aus diesem Grunde laden wir bereits mit diesem Rundbrief alle Mitglieder ein, an der Mitgliederversammlung teilzunehmen:




Einladung zur Mitgliederversammlung
am 28. September 2009

um 17.00 Uhr

im Georg-Eckert-Institut Braunschweig


Einziger Tagesordnungspunkt: Beschlussfassung zur Satzungsänderung entsprechend dem allen Mitgliedern zugegangenen Änderungsvorschlag


Bitte teilen Sie dem Vorstand Änderungswünsche gegenüber dem Ihnen zugegangenen Vorschlag bis spätestens eine Woche vor der Mitgliederversammlung mit!



Mit nochmals besten Wünschen zur wieder begonnenen Unterrichtszeit grüßen vielmals Ihre


Dr. Martin Stupperich, Vorsitzender
Dr. Wieland Sachse,
stellv. Vorsitzender
__________________________


Einladung


zur

Fachtagung

Das Schulbuch als Medium zum Thema Niedersachsen im Augenblick des Mauerfalls

unter Einbeziehung der Ausstellung
„Die Mauer fiel nicht nur in Berlin“
Geschichtsbilder zur Grenzöffnung 1989 aus Schule und Gesellschaft

am 28. September 2009
Beginn: 15.00 Uhr
im Georg-Eckert-Institut
Braunschweig, Celler Str. 3

 

Programmablauf


14.30 Uhr Anreise


15.00 Uhr Einführungsvortrag im Georg-Eckert-Institut zum Thema „Das Institut und seine Aufgaben“

Vortragende: Verena Radkau, MA, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit


15.45 Uhr Kaffeepause


16.00 Uhr Führung durch die Bibliothek des Instituts

Führende Person: Brigitte Depner, Leiterin der Bibliothek des GEI


17.00 Uhr Ende des ersten Teils der Veranstaltung und gemeinsamer Gang zum Haus der Wissenschaft, Pockelsstr. 11


18.00 Uhr Ausstellungseröffnung im Haus der Wissenschaft in Braunschweig

mit Grußworten von Dr. Heike Christina Mätzing, Prof. Dr. Matthias Steinbach (beide TU), Prof. Simone Lässig (GEI), Marion Lau (Landrätin), Dr. Martin Stupperich (Niedersächsischer Geschichtslehrerverband)


Literarisch-musikalische Begleitung:

Georg Oswald Cott (Lyriker), Dieter Lindner (Gitarre)


19.00 Uhr Führung durch die Ausstellung durch Studierende des historischen

Seminars der TU Braunschweig „Die Mauer fiel nicht nur in Berlin“


20.00 Uhr Ende der Tagung


anschließend Gelegenheit zum Gespräch bei einem Glas Wein

Anmeldung per Telefon, E-mail oder Fax:

Dr. Martin Stupperich,
Weidengrund 3
30657 Hannover
Tel.: 0511/650562
Fax: 0511/9055004
E-mail: stupperich.vgd@web.de

 

.:: Impressum | Disclaimer | Webmaster | Zuletzt aktualisiert am 14.09.2009 ::.