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Landesgeschichtliche Fachtagung in Celle, 25. 3. 2009, Bericht

Im Residenzmuseum Celle (Leiterin des Museums: Frau Schmieglitz-Otten), das organisatorisch dem Celler Bomann-Museum zugeordnet ist, hat am  25. März 2009 eine landesgeschichtliche Fachtagung stattgefunden. Es ging um das Thema Welfenfrauen als Beitrag zur Landesgeschicht  (und Europageschichte) im Unterricht gehen. Die Tagung sollte einerseits die Befassung mit der niedersächsischen Landesgeschichte fördern, andererseits aber auch Abhilfe schaffen angesichts der Klagen, dass die Frauengeschichte zu wenig Berücksichtigung im Unterricht finde. Diese Klage war gerade im Zusammenhang mit der Veröffentlichung der Bildungsstandards des Verbandes der Geschichtslehrer Deutschlands geäußert worden. Bei den Fragestellungen soll die Sicht der Frauen auf die Geschichte eine besondere Rolle spielen.

 

Die geplante Tagung war gedacht als Vorabtagung zur Frühjahrstagung, die im Frühjahr 2010 wiederum in Celle stattfinden kann. Beide Tagungen mit dem Tagungsort Celle sind veranlasst durch die große Ausstellung, die vom Februar bis in den Sommer 2010 hinein im Celler Schloss stattfindet. Sie steht unter dem Titel

 

„Mächtig verlockend. Frauen der Welfen. Zwei Lebenswege zwischen Zwang und Selbstbestimmung“.

 

Es handelt sich um die Lebenswege von Eleonore d’Olbreuse (1639-1722), Herzogin zu Braunschweig-Lüneburg, und von Sophie Dorothea (1666-1726), Kurprinzessin von Hannover. Beide Biographien stehen nicht nur für die Kulturgeschichte und die Geschichte des höfischen Lebens der Zeit, sondern beide Persönlichkeiten stehen in vielfältiger Weise im Zusammenhang der Territorial- und Reichs- ebenso wie der internationalen Politik des 17./18. Jahrhunderts.

 

Tagungsbericht:

 

Zur o.a. landesgeschichtlichen Fachtagung des niedersächsischen Geschichtslehrerverbandes trafen sich am 25. März 2009 rund 15 Kolleginnen und Kollegen im Residenzmuseum Celle. Dessen Leiterin, Juliane Schmieglitz-Otten, stellte zunächst die Konzeption der neuen, 2007 fertig gestellten Dauerausstellung vor. Gut nachvollziehbar war dabei, in welcher Weise die neue Schau an Besucherfreundlichkeit gewonnen hat. Die Flügel der Residenz sind jetzt in einem chronologisch angeordneten Rundgang verbunden. Dabei wurde auch dem Umstand Rechnung getragen, dass die Celler Residenz eine komplexe Baugeschichte aufzuweisen hat, die sich über mehrere Jahrhunderte erstreckt. Die im Residenzschloss Stein gewordene Landesgeschichte stellt den roten Faden des Ausstellungsrundganges dar.

Im zweiten Teil ihres Referates gab Frau Schmieglitz-Otten eine Einführung in die Konzeption der Sonderausstellung „Mächtig verlockend. Frauen der Welfen. Zwei Lebenswege zwischen Zwang und Selbstbestimmung, die vom 15.2-15.8.2010 ebenfalls im Residenzmuseum Celle zu sehen sein wird. Am Beispiel der beiden Welfenherzoginnen Eleonore d’Olbreuse (1639-1722) und Sophie Dorothea (1666-1726) werden zentrale Aspekte des höfischen Lebens der Barockzeit exemplarisch vermittelt sowie in den Rahmen der welfischen Landesgeschichte (die zugleich auch eine europäische ist) eingebettet werden.

Im Anschluss an das Einführungsreferat entwickelte der Landesvorsitzende Dr. Martin Stupperich, ausgehend von den Inhalten des Kerncurriculums, einige mögliche  Zugangsweisen zu den in Celle gezeigten Aspekten der niedersächsischen Landesgeschichte unter besonderer Berücksichtigung einer verstärkten Schüleraktivierung.

Nach der anschließenden Führung durch die Dauerausstellung waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einig in der Einschätzung, dass sowohl mit der neuen Dauer- als auch mit der geplanten Sonderausstellung ein museales Angebot geschaffen worden ist bzw. werden wird, das sich hervorragend als außerschulischer Lernort eignet. Die Ausstellung weist bereits in ihrer Anlage ein hohes Maß an Didaktisierung auf und vermeidet ganz bewusst jegliche positivistische Überforderung. Der geschichtsdidaktischen Tugend, im Besonderen stets auch das Allgemeine zu suchen, wird hier in besonderer Weise Rechnung getragen. Aktivierende Elemente (Schubladen zum Aufziehen mit weiteren Informationen, aber auch dezent eingebettete NT-Elemente) laden zur eigenständigen Vertiefung des Gesehenen ein. Darüber hinaus werden an in den Rundgang eingebetteten Stationen spielerische Angebote an Kinder gemacht.
Es bleibt zu wünschen, dass dieses auch in seiner räumlichen Großzügigkeit beeindruckende Angebot von vielen Lerngruppen wahrgenommen wird.

www.residenzmuseum.de

Johannes Heinßen (Stade)

 

   
 Auftakt im Kaminzimmer (Verwaltungsgebäude des Bomann-Museums) 
 Auftakt im Kaminzimmer (Verwaltungsgebäude des Bomann-Museums) 
   
 Begrüßung durch den Leiter des Bomann-Museums 
 Begrüßung durch den Leiter des Bomann-Museums 
   
 Referate und Kaffeetafel 
 Referate und Kaffeetafel 
   
 Schlossführung: Begegnung mit der berühmten Prinzessin von Ahlden 
 Schlossführung: Begegnung mit der berühmten Prinzessin von Ahlden 
   
 Demonstration am Schlossmodell 
 Demonstration am Schlossmodell 
   
 

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