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Fortbildung, 28./29. Sept. 2008: Grenz-Räume, Helmstedt, Bericht

Am 26. und 27. September 2008 fand in Helmstedt die 14. Universitätstage in Kooperation mit dem Niedersächsischen Geschichtslehrerverband statt.

Im Anschluss daran, am 28./29. September, wurde wieder eine Fortbildung für Geschichtslehrer in Kooperation mit der Stiftung Aufarbeitung angeboten:

 

"Grenz-Räume. Zum Umgang mit Karten im Geschichtsunterricht"

 

Das Programm finden Sie HIER.

Wieder haben wir Mittel der Stiftung Aufarbeitung bekommen, um die Übernachtungskosten zu bezuschussen. Tagungsort war das Hotel ?Best Western? in Helmstedt.

Die Fachtagung, die dankenswerterweise von unserer Regionalbeauftagten Braunschweig, Frau Dr. Mätzing, TU Braunschweig, vorbereitet wurde, schloss sich thematisch nicht an die Universitätstage an, sondern besann sich auf den traditionsreichen Tagungsort an der früheren innerdeutschen Grenze. Daher lautete der Gesamttitel ?Grenz-Räume?.

Als Referentin des ersten Tages betonte Dr. Christina Böttcher (Universität Halle-Wittenberg) die Notwendigkeit, die Beschäftigung mit Geschichtskarten um die Schaffung von Mental Maps zu ergänzen. Ausgehend von der Beobachtung, dass Geschichtskarten nur scheinbar anschaulich, tatsächlich aber ?hochabstrakte Konstrukte? seien, in der die narrative Dimension in der Regel verschüttet werde, wandte sie sich ergänzenden Konzepten für ihren Gebrauch zu. Von Interesse sei vor allem der historische Raum in seiner Vieldimensionalität. ?In den Kopf? kämen Geschichtskarten nur, wenn die Schüler in der Lage seien, eine Geschichtskarte ?mit anderen Bildern zu bevölkern?. Sie illustrierte diese Notwendigkeit am Beispiel der deutsch-deutschen Grenze, die höchst unterschiedliche Wahrnehmungen bei den Zeitgenossen evoziert habe. Als geeignete Ergänzungsmedien nannte sie beispielhaft Bildquellen und Filme.

Deutlich wurde an ihren Ausführungen, dass es nach wie vor erhebliche Forschungsdesiderate im Umgang mit Geschichtskarten gibt, denn die kognitiven Fähigkeiten der Schüler in Bezug auf Kartenarbeit in Abhängigkeit vom Lebensalter  seien bisher nicht systematisch untersucht worden. Insofern seien auch die Kompetenzen des Kerncurriculums recht gewagt.

 

Seinen Abschluss fand das Programm des ersten Tages mit einer Grenzlandrundfahrt, auf der die Teilnehmer im Anschluss an einen Rundgang durch das Zonengrenzmuseum in Helmstedt die erhaltenen Grenzanlagen in Hötensleben sowie die Gedenkstätte Deutsche Teilung in Marienborn besuchten.

 

Der zweite Tag (Montag, 29.09.) wurde durch einen Vortrag von Prof. Dr. Brunner von der Universität der Bundeswehr München über ?Fälschungen und Verfälschungen von Karten? eingeleitet. Prof. Brunner führte zahlreiche Beispiele aus der Geschichte der Kartographie an, die erstaunliche Befunde erbrachten. So galten exakte Karten lange als Geheimsache; nur das Militär hatte Zugang zu exakten Daten. Gerade die sozialistischen Länder, auch die ehemalige DDR, verfügten amtlich, dass bestimmte Fälschungen in Karten einzuzeichnen waren. Eine rege Diskussion schloss sich an den Vortrag an.

 

Der Nachmittag war der Arbeit in Arbeitsgruppen gewidmet, nachdem der Vorsitzende des Landesverbandes eine Einführung in die konkreten Auflagen des neuen Kerncurriculums gegeben hatte.

 

Dr. Johannes Heinßen (Stade)

   
 Frau Dr. Böttcher beim Vortrag 
 Frau Dr. Böttcher beim Vortrag 
   
 ENTfalten der vielschichtigen Karten 
 ENTfalten der vielschichtigen Karten 
   
 Beginn der Grenzlandfahrt im Grenzlandmuseum Helmstedt 
 Beginn der Grenzlandfahrt im Grenzlandmuseum Helmstedt 
   
 Grenzanlagen bei Hötensleben 
 Grenzanlagen bei Hötensleben 
   
 Auf dem Weg zum Wachtturm 
 Auf dem Weg zum Wachtturm 
   
 Erkärungen zur Funktion des Wachtturms 
 Erkärungen zur Funktion des Wachtturms 
   
 Von vielen Teilnehmern noch in denkwürdiger Erinnerung: Der Grenzübergang Marienborn 
 Von vielen Teilnehmern noch in denkwürdiger Erinnerung: Der Grenzübergang Marienborn 
   
 Marienborn - Passkontrolle von innen 
 Marienborn - Passkontrolle von innen 
   
 Prof. Brunner referiert über Kartenfälschungen, hier anhand einer Karte von \"Berlin, Hauptstadt der DDR\" 
 Prof. Brunner referiert über Kartenfälschungen, hier anhand einer Karte von "Berlin, Hauptstadt der DDR" 
   
 Karten - lange Zeit militärische Geheimnisse 
 Karten - lange Zeit militärische Geheimnisse 
   
 Frau Dr. Mätzing dankt dem Referenten. 
 Frau Dr. Mätzing dankt dem Referenten. 
   
 Herr Dr. Stupperich führt in den Prozess der Erarbeitung von Bildungsstandards und Kerncurriculum ein. 
 Herr Dr. Stupperich führt in den Prozess der Erarbeitung von Bildungsstandards und Kerncurriculum ein. 
   
 Arbeit an Teilthemen zu Karten der innerdeutschen Grenze 
 Arbeit an Teilthemen zu Karten der innerdeutschen Grenze 
   
 Arbeitsteam zu Kartenarbeit online 
 Arbeitsteam zu Kartenarbeit online 
   
 Durchforsten des Themenheftes \"Kartenarbeit\" des Westermann-Verlages 
 Durchforsten des Themenheftes "Kartenarbeit" des Westermann-Verlages 
   
 Berichterstattung aus den Arbeitsgruppen 
 Berichterstattung aus den Arbeitsgruppen 
   
 

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