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2008.03: Rundbrief Mai 2008

Mai 2008

 

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

 

allmählich treten wir in die Schlussphase des Schuljahrs ein. Das Abitur ist größtenteils bewältigt. Es bleibt die Debatte um den Minusstundenausgleich, nachdem der Schock des Arbeitszeitkontoausgleichs halbwegs überstanden ist.

 

Obwohl die Schulen im Lande im neuen Schuljahr auf ca. 96% in der Lehrerversorgung hinabgedrückt werden, hoffe ich sehr, dass es keine Kürzungen im Bereich des Geschichtsunterrichts geben wird. Sollte es doch so sein, bitte ich die Fachobleute, darauf zu achten, dass es nur anteilige Kürzungen geben soll und möglichst keine Streichungen ganzer Fächer und Jahrgänge. Es gibt also keine unantastbaren Fächer. Auf keinen Fall dürfen einzelne Fächer auf Kosten anderer verschont werden, mindestens muss es einen festen Kürzungsrotationsplan geben.

 

Am Donnerstag, dem 19. Juni 2008, findet eine Mitgliederversammlung unseres Verbandes um 16.00 Uhr in der Leibnizschule in Hannover (Röntgenstraße 8, Stadtteil List) statt. Es geht um die offizielle Wahl der Delegierten für die Bundesdelegiertenkonferenz im Rahmen des Historikertages in Dresden (30.09. ? 03.10.08). Die Tagesordnung finden Sie weiter unten in diesem Rundbrief. Darin ist ein Punkt enthalten, der sich mit den Zentralabituraufgaben im Schwerpunktfach Geschichte im Abitur 2008 befasst, zu dem viele Mitglieder möglicherweise etwas mitzuteilen haben.

 

Beschlossen wurde die Mitgliederversammlung vom Geschäftsführenden Vorstand, der am  29. April in Hannover tagte. Im Rahmen dieser Sitzung wurde zunächst die Kassenlage analysiert. Der Schatzmeister verwies darauf, dass strenge Ausgabendisziplin zu wahren sei. Er gab dem Wunsch Ausdruck, dass Sponsoren gefunden werden möchten, die bereit seien, für die historische Bildungsarbeit Geld zu investieren.

Beschlossen wurden auch die Fortbildungstagungen und/oder Fachtagungen für die Mitglieder des Landesverbandes. Leider ließ sich eine zu große Tagungshäufung im September nicht vermeiden, da die Termine nicht von der Verbandsleitung allein bestimmt werden konnten. Es werden also nicht alle Tagungen von allen Mitgliedern besucht werden können. Aber dies war zu anderen Zeiten im Grunde auch so.

 

Am 5. September findet die leider im Frühjahr verschobene Tagung über ?Die Zukunft der Erinnerung? statt, die vom Geschichtslehrerverband in Kooperation mit dem Kultusministerium sowie dem Politologenverband, dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und der Gedenkstättenstiftung veranstaltet wird. Für die Tagung wurde ein Raum im Haus der Region in Hannover, Hildesheimer Straße, gefunden. Das Programm für diese Tagung hat sich nur unwesentlich gegenüber der bisherigen Tagungsplanung, die im Februarrundbrief ausführlich enthalten war, geändert. Wer den Rundbrief nicht mehr zur Hand hat, kann jederzeit alle Rundbriefe auf der Verbands-Homepage im Internet nachlesen. Statt des Referenten Dr. Falk Pingel referiert zum geschichtsdidaktischen Zugang im September Herr Dr. Peter Carrier, ebenfalls vom Georg-Eckert-Institut in Braunschweig. Neu im Programm sind einzelne Praxisbeispiele, die von den damit direkt befassten Kolleginnen und Kollegen vorgetragen werden.

Einige Leitfragen, um die es in den Beiträgen zu dieser Tagung gehen wird, seien an dieser Stelle wiederholt:

-          Wie hat sich die Erinnerungslandschaft in Deutschland in den vergangenen Jahren verändert?

-          Gibt es dauerhafte Erinnerung ohne Zeitzeugen?

-          Wie wird die Vergangenheit der Dreißiger und Vierziger Jahre des vorigen Jahrhunderts von Jugendlichen heute gesehen?

-          Fühlen sie sich noch davon betroffen oder verantwortlich für das Geschehene?

-          Warum ist für sie das Erbe der Geschichte wichtig?

-          Wie verhalten sich Kinder aus Familien nichtdeutscher Herkunft?

-          Ist Gedenkarbeit dann gelungen, wenn sie dazu beiträgt, die Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in die deutsche Gesellschaft zu fördern?

Es wird wieder Verlagstische geben, die in den Pausenzeiten besichtigt werden können. In der Mittagszeit wird ein kostenloses Buffet angeboten.

 

Interessenten für die Tagung bitten wir, sich beim Landesverbandsvorsitzenden (Dr. Martin Stupperich, Fax 0511/16841334 oder E-mail: stupperich.vgd@web.de) zu melden.

 

Die zweite Tagung im September ist die im Vorjahr erstmalig durchgeführte Tagung im Zusammenhang mit den Helmstedter Universitätstagen. Sie findet statt vom  26. bis zum 29. September. Leider beginnt am nächsten Tag der Historikertag in Dresden, so dass man sich entscheiden muss, an welcher Tagung man teilnimmt. Der Prototyp dieser Tagung im vergangenen Jahr hat uns ermuntert, der Bitte der Leitung der Universitätstage zu folgen und auch in diesem Jahr wieder eine Fachtagung für Geschichtslehrer/innen anzuschließen. Wieder soll es so sein, dass man sowohl die Gesamtzeit der Doppeltagung belegen kann, als auch die Teile davon.  So ist es z.B. möglich, nur die Universitätstage am Freitagnachmittag und am Sonnabend zu besuchen, oder aber nur die Fachtagung, oder aber beides. Wieder haben wir Mittel der Stiftung Aufarbeitung bekommen, um die Übernachtungskosten zu bezuschussen. Es sind bereits vorsorglich Zimmer in unserem Tagungshotel ?Best Western? gebucht.

Sie erhalten rechtzeitig die Tagungsunterlagen für beide Tagungen, sofern Sie sich anmelden. Die Universitätstage befassen sich in diesem Jahr mit dem Thema ?1968?. Die Fachtagung allerdings schließt sich nicht einfach thematisch an, sondern besinnt sich auf den traditionsreichen Tagungsort an der früheren innerdeutschen Grenze. Daher soll der Gesamttitel voraussichtlich lauten ?Grenz-Räume?. Eingeleitet wird die Arbeit zu diesem Thema wie im letzten Jahr mit einer gemeinsamen Grenzlandfahrt im Bus am Sonntagnachmittag, zu den sehr bekannt gewordenen Grenzorten Hötensleben und Marienborn mit ihren Grenzgedenkstätten und Konservierungen von Grenzanlagen. Dieser Fahrt geht ein in die Thematik einführender Vortrag am späten Vormittag voraus, in dem es um Analysen und Interpretationen zu historischen (Grenz-)Räumen geht. In diesem Vortrag, vor allem aber in den Beiträgen des folgenden Tages wird es um einen methodischen Aspekt der Arbeit im Doppeljahrgang 9/10 gehen. Das neue Kerncurriculum Geschichte sieht im Abschnitt 3.2.2 (Erkenntnisgewinnung durch Methoden) vor, dass die Schülerinnen und Schüler in dieser Stufe die Befähigung erwerben, Geschichtskarten zu interpretieren und die thematische Darstellung auf Karten zu beurteilen. Was erfährt man also aus einschlägigen Karten über die innerdeutschen und andere Grenzräume. Bezogen auf die Sachkompetenz gehört diese Thematik in den Zusammenhang des dritten Teilthemas der Unterrichtseinheit im letzten Halbjahr der Klasse 10 ?Geschichte Deutschlands nach 1945 im europäischen und internationalen Kontext?. In dieser Phase der modernen Geschichte waren Grenzen und Grenzräume allenthalben das Thema politischer Auseinandersetzungen bis hin zu Kriegen oder bis an die Schwelle von Kriegen. Zugleich beginnt die Epoche der Grenzüberwindung, ein Vorgang der erstaunliche Entwicklungen, v.a. in Europa, zeitigt, der aber auch von immer wiederkehrenden Rückschlägen begleitet ist und von neuen Grenzziehungen (in den Köpfen) abgelöst wird. Auf der anderen Seite wird die Vereinheitlichung ehemals getrennter Bereiche durch das wieder Bewusstmachen der regionalen Besonderheiten begleitet. Diese Zusammenhänge werden aufgenommen in einem Referat zu diesem Problembereich von Prof. Dr. Kurt Brunner, Bundeswehrhochschule München, der sich mit ?Fälschungen und Verfälschungen? von Karten beschäftigt.

Eine gesonderte Einladung zu dieser Tagung geht Ende August heraus.

 

Sollten einzelne Regionen unseres Verbandes darüber hinaus gesonderte Fortbildungen anbieten wollen, so ergibt sich die Möglichkeit, das Thema ?Rolle der Justiz im Nationalsozialismus? zu bearbeiten. Mitarbeiter der Gedenkstätte der JVA Wolfenbüttel sind bereit, eine Fortbildung unter diesem Thema überall in Niedersachsen durchzuführen. Das Beispiel für die Region Braunschweig (Veranstaltung am 16. September 2008) ist auf unserer Homepage unter ?Nachrichten & Veranstaltungen? zu studieren. Bei Interesse bietet der Fachberater für Geschichte im Bereich Braunschweig, Herr Peter Heldt, seine Vermittlung an (heldt@hvf-bs.net).

 

In den Zusammenhang regionalgeschichtlicher Bezüge gehört das von uns nun bereits seit mehreren Jahren betriebene Projekt des Hauses der Geschichte für Niedersachsen. Es ist von unserer Seite mit dem Akzent auf der Beförderung landesgeschichtlichen Wissens stets im Kontext mit der deutschen und europäischen Geschichte betrieben worden. Sehr lange dauerte es, die verschiedenen Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Inzwischen bewegt sich das Projekt auf der Zielgeraden. Darüber wurde bereits in einem der Rundbriefe des vergangenen Jahres berichtet. Wissenschaftsministerium und Landeshauptstadt haben sich in diesem Punkt zusammengerauft. In einem Gespräch des LV-Vorsitzenden mit dem hannoverschen Oberbürgermeister Stefan Weil wurde dies am 22. Mai 2008 ausdrücklich bestätigt. Herr Weil unterstrich, dass die Landeshauptstadt das Projekt befürworte und entschlossen sei, es im Wege der Ergänzung des Historischen Museums der Stadt Hannover um die noch fehlenden Abteilungen vor allem zur Geschichte des Bundeslandes Niedersachsen seit 1946 zu verwirklichen. Dafür werde u.a. Platz geschaffen durch die Verlagerung der Welfenkutschen (darunter die goldene Staatskarosse) in den Schlossbereich in Herrenhausen. Neu ist, dass die Federführung der Konzepterstellung vom Ministerium für Wissenschaft und Kultur auf das Historische Museum am Hohen Ufer direkt übergegangen ist. Auf diese Weise haben wir als Verband möglicherweise bessere Chancen, auf die geplanten Inhalte mit Einfluss zu nehmen.

Da das Historische Museum inzwischen der traditionelle Tagungsort für unsere jährlichen Zentraltagungen im Herbst  ist, sind viele Kolleginnen und Kollegen mit den Örtlichkeiten vertraut und können sich eine relativ klare Vorstellung davon machen, in welchem Rahmen das von uns als Geschichtslehrerverband angestoßene Projekt verwirklicht werden wird.

 

Die Zentraltagung am 4. November 2008 in Hannover befasst sich mit China als dem Zentralabiturthema für 2010. Im Augenblick wird nach geeigneten Referenten Ausschau gehalten. Am Nachmittag sollen zwei parallele Sektionen stattfinden:

  1. Materialschau zum Thema China
  2. Ein Vortrag zur Französischen Revolution

Um den Termin der Mitgliederversammlung attraktiver zu machen, hat der Geschäftsführende Vorstand beschlossen, folgenden Zeitplan ablaufen zu lassen:

9.15 Uhr Begrüßung, 9.30 Uhr Vormittagsvortrag, 13.30 Uhr Nachmittagsvortrag, 14.45 Uhr Mitgliederversammlung.

 

Zum Historikertag Anfang Oktober in Dresden soll die erste Nummer der neuen Bundeszeitschrift  ?Geschichte für heute? erscheinen. Wir haben uns trotz der weniger erbaulichen Umstände im Vorfeld per Beschluss der Mitgliederversammlung für die neue Zeitschrift entschieden, letztlich um der einmaligen Chance, eine einheitliche Bundeszeitschrift für den Gesamtverband zu bekommen, nicht im Weg zu stehen. Alle Landesverbände bis auf Bayern sind jetzt unter dem Dach dieser Zeitschrift versammelt. Damit ist die Zeit, in der drei verschiedene Zeitschriften nebeneinander vertrieben wurden, je nachdem in welchem Landesverband man sich befand, vorüber. Hoffen wir, dass sich die neue Zeitschrift, die nicht mehr halb-, sondern vierteljährlich erscheinen wird, gut einführt.

 

Zur Fortentwicklung der Bildungsstandards und zur Vorbereitung der Entwicklung eines Oberstufencurriculums findet in Dresden eine Sonderveranstaltung des Geschichtslehrerverbandes u.d.T. ?Nachhaltiger Geschichtsunterricht in Sekundarstufe I und II: Vorschläge für neue Kerncurricula? statt (Mi, 1. Okt., 18.15 Uhr). Die Leitung wird beim Vorsitzenden des LV Niedersachsen liegen. Referenten sind an diesem Abend Frau Prof. Dr. Susanne Popp (Augsburg), Dr. des. Arie Wilschut (Amsterdam) und Prof. Dr. Ekkehard Weber (Wien). Die Vorbereitung der Veranstaltung liegt bei der AG Bildungsstandards des Geschichtslehrerverbandes.

 

Die Anmeldung zum Historikertag ist bis zum 15. August unter der Adresse www.dresden.de/historikertag möglich. Programmhefte können Sie unter derselben Adresse bestellen. Mitglieder des Geschichtslehrerverbandes erhalten eine Verbilligung der Tagungsgebühren. Bei Bedarf senden wir Ihnen gern eine Bestätigung Ihrer Mitgliedschaft zu.

 

Viele Grüße aus Hannover und Göttingen

 

Dr. Martin Stupperich
Dr. Wieland Sachse

  

Einladung zur Mitgliederversammlung

 

am 19. Juni 2008 um 16.00 Uhr

In der Leibnizschule Hannover, Raum 402

 

Tagesordnung

1. Genehmigung der Tagesordnung

2. Genehmigung des Protokolls

3. Wahl des neuen Schatzmeisters

4. Wahl der Delegierten für die Bundesdelegiertenkonferenz in Dresden

5. Die Aufgaben im Zentralabitur 2008 im Schwerpunktfach Geschichte

6. Papier zum Geschichtsunterricht im Zeitalter der Bildungsstandards

7. Verschiedenes

   
 Leibnizschule - Tagungsort für die Mitgliederversammlung am 19. Juni 08 (linker Eingang!) 
 Leibnizschule - Tagungsort für die Mitgliederversammlung am 19. Juni 08 (linker Eingang!) 
   
 

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