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2007.03: Rundbrief Oktober 2007

Rundbrief

des Verbandes der Geschichtslehrer Deutschlands

Landesverband Niedersachsen

 

Oktober 2007

 

 

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

 

 

seit dem letzten Rundbrief im Mai ist nun schon einige Zeit ins Land gegangen und entsprechend viel hat sich in der Zwischenzeit ereignet. Der September, der eigentliche Rundbriefmonat, war durch zwei große Ereignisse für den Geschichtslehrerverband, nämlich den Tag der Landesgeschichte im Landtag mit dem Stand zum Haus der Geschichte und die schon im Mai angekündigte Tagung in Helmstedt, aber auch durch die Schulinspektion an der Leibnizschule Hannover so besetzt, dass der Rundbrief noch ein wenig warten musste.

Da der Landesverbandsvorstand auf seiner letzten Sitzung beschlossen hatte, dass die Zentraltagung in Hannover vom November auf Anfang Dezember verschoben werden sollte, war zudem etwas Zeit gewonnen.

 

Da nun das Schuljahr überall hoffentlich gut angelaufen ist, werden sich viele jetzt kurz vor den Herbstferien mit der weiteren Planung befassen. In diese Planung sollte unbedingt der 3. Dezember 2007 einbezogen werden, das Datum des Tages des Geschichtslehrers in Hannover, wieder am angestammten Ort im Historischen Museum (Einladung s. unten). Im Zentrum steht diesmal das Thema Spätmittelalter. Im Nachmittagsbereich kommen aber auch andere Themen zum Zuge. Wieder findet die Übergabe der Preise an die Preisträger im Wettbewerb der Henning von Burgsdorff Stiftung statt. Der Landtagspräsident hat ein Grußwort zugesagt, hoffen wir, dass ihm nicht wieder ein anderer Termin dazwischenkommt.

 

Die Verwirklichung der Idee des Geschichtslehrerverbandes, ein Haus der Geschichte des Landes Niedersachsen in Hannover zu errichten, ist in diesem Sommer ein erhebliches Stück weitergekommen. Inzwischen können wir sicher sein: Das Haus der Geschichte wird kommen. Viel hing in der Vergangenheit von der Klärung der Finanzierungs- und der Gebäudefrage ab. Der Wunsch und die Tendenz gehen im Augenblick dahin, das Historische Museum Hannover aus der rein städtischen in eine gemeinsame Trägerschaft des Landes und der Landeshauptstadt zu überführen und durch gezielte inhaltliche Verschiebungen und Ergänzungen zum Haus der Geschichte umzugestalten. Damit wäre in der Landeshauptstadt zugleich eine historische Meile geschaffen, die vom Hauptstaatsarchiv über den Platz der Göttinger Sieben und das Leineschloss mit dem Landtag zum Leibnizhaus und zum Haus der Geschichte des Landes Niedersachsen reichen würde, hinter dem sich der historische Ballhof anschließen würde.

 

Es lag nahe, dass der Geschichtslehrerverband  ? zusammen mit dem Niedersächsischen Heimatbund ? einen diesmal groß angelegten Stand zum Haus der Geschichte am Tag der Landesgeschichte im Landtag aufbaute. Mehrere unserer Verbandsmitglieder halfen dankenswerterweise beim Aufbau und der Betreuung des Standes und sprachen die Besucher an. Es gab außerordentlich viel Resonanz. Den stärksten Widerhall fanden zwei Interviewrunden, für die wir den NDR mit der Moderatorin Frau Goes gewinnen konnten. Prominente Zeitzeugen sollten sich an die Geschichte des letzten halben Jahrhunderts seit dem Krieg in Niedersachsen erinnern. Dies taten in der ersten Runde Herbert Schmalstieg, der ehemalige hannoversche OB, der ehemalige Innenminister Josef Stock und Dr. Waldemar R. Röhrbein, der Ehrenpräsident des Niedersächsischen Heimatbundes. In der zweiten Runde waren der ehemalige Bundeslandwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke, Horst Hirschler, Abt von Loccum und früherer evangelischer Landesbischof, und Rolf Zick, der Ehrenvorsitzende der Landespressekonferenz, am Interviewstehtisch vor unserem Stand des Hauses der Geschichte vertreten. Alle wurden natürlich auch nach dem ihrer Meinung nach dem wichtigsten Stück für das Haus der Geschichte gefragt. Wir werden die zweite Gesprächsrunde beim Tag des Geschichtslehrers in voller Länge als DVD-Präsentation abspielen, so dass jetzt noch nichts verraten zu werden braucht; jedenfalls gab es interessante Vorschläge.

Am Spätnachmittag begann ein Quiz zur niedersächsischen Landesgeschichte, das der Verbandsvorsitzende zusammen mit Herrn Dr. Mauersberg (ehem. Chefredakteur der Hannoverschen Allg. Zeitung) und dem Niedersächsischen Landtag vorbereitet hatte. Teilnehmer waren Geschichtslehrer/innen mit je 4 Schülerinnen und Schülern vom Herbartgymnasium Oldenburg, von der Wilhelm-Raabe-Schule Hannover, vom Gymnasium Melle und Gymnasium Im Schloss Wolfenbüttel. Gratulieren können wir unserem Regionalobmann Osnabrück für die Leistungen seiner Gruppe vom Gymnasium Melle, die den ersten Preis aus der Hand des Landtagspräsidenten entgegen nehmen konnte. Die Meller Schülerinnen und Schüler siegten dicht gefolgt von den Hannoveranern, Oldenburgern und Wolfenbüttelern.

 

Am selben Wochenende begann in Helmstedt die Tagung unseres Verbandes im Zusammenhang mit den Helmstedter Universitätstagen. Etwa zwanzig der über fünfzig Teilnehmer/innen blieben vier Tage hintereinander. Dies wurde durch günstige, von der Stiftung Aufarbeitung mitgetragene Übernachtungspreise erleichtert. Die Tagung kam bei den Teilnehmern sehr gut an. Der abendliche Auftritt von Wolf Biermann (Abschluss der Universitätstage) trug dazu ebenso bei wie die Grenzlandfahrt zu den Gedenkstätten an der ehemaligen innerdeutschen Grenze, aber auch der Vortrag von Joachim Gauck, der über die Gabe verfügt, in freier Rede sehr eindringlich und anschaulich die persönlich sehr bedrückenden Lebensbedingungen des einzelnen Menschen unter der SED-Diktatur zu schildern. Dieser Vortrag war ein notwendiges Korrektiv gegenüber der gegenwärtigen Tendenz, die DDR-Geschichte in Bildern einer Art Datschengemütlichkeit zu beschreiben, die geeignet ist, das ungeheuerliche Stasi-Spitzelunwesen in den Hintergrund zu drängen.

Im kommenden Jahr soll es wieder eine Tagung in Helmstedt geben, wenn es uns gelingt, dafür Helfer in der Region zu finden.

 

Parallel zu diesen Ereignissen wurde am niedersächsischen Kerncurriculum für das Fach Geschichte weiter gearbeitet. Der augenblickliche Stand ist auf der Verbandshomepage enthalten und kann heruntergeladen werden. Diese Arbeitsfassung kann als zu 90% fertiggestellt gelten. Alle, die an den Bildungsstandards des Bundesverbandes Kritik geübt hatten, können beide Texte, die aufeinander aufbauen, miteinander vergleichen und auf die Berücksichtigung ihrer Kritik hin abklopfen. Zwar ist das äußere Erscheinungsbild (Tabellenform) verschieden, dennoch ist der Inhalt bis in Formulierungen hinein identisch, wenn auch entschieden kürzer. Neben den Kompetenzen der Deutung und Reflexion und der Methodenkompetenz wurde nach langen Diskussionen eine Rubrik Kommunikationskompetenz aufgenommen. Nach wie vor gilt die Entscheidung, den chronologischen Durchgang erst mit dem Ende des Jahrgangs 10 aufhören zu lassen. So ist Zeit gewonnen für die Behandlung der NS-Zeit und der deutsch-deutschen Geschichte und der Weltgeschichte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

 

Der Arbeitskreis Bildungsstandards hat sich jetzt an die Arbeit gemacht, ein Rahmenmodell für ein Oberstufencurriculum im Fach Geschichte zu entwerfen. Das Ergebnis soll auf dem Historikertag 2008 in Dresden vorgestellt werden. Wir werden dort wieder eine abendliche Sonderveranstaltung abhalten, ähnlich wie es auf dem letzten Historikertag in Konstanz geschah. Zugleich sollen auch die Bildungsstandards für die Mittelstufe weiteentwickelt werden. Dabei wird das niederländische Vorbild eine gewisse Orientierung geben. Die neue Vorsitzende der Deutschen Konferenz für Geschichtsdidaktik, Prof. Dr. Susanne Popp, konnte für diese Veranstaltung bereits gewonnen werden.

 

Das Zentralabitur betreffend wollen wir versuchen, darauf hinzuwirken, dass nicht permanent neue, z.T. von den Kolleginnen und Kollegen erstmalig als Kursthemen zu entwickelnde Thematische Schwerpunkte vorgeschrieben werden. Es dürfte eigentlich nichts dagegen sprechen, die bis jetzt erarbeiteten Themenschwerpunkte für ausreichend zu erklären und in der Reihenfolge vorn wieder anzufangen. In welcher Weise wir dabei vorgehen werden, wird der LV-Vorstand demnächst noch entscheiden.

 

Die Bemühungen des Bundesvorstandes, eine möglichst alle Landesverbände einbeziehende Bundeszeitschrift zu entwickeln, in der sowohl die bisherigen ?Informationen? als auch die nordrhein-westfälische Zeitschrift ?Geschichte, Politik und ihre Didaktik? (GPD) aufgehen sollten, führte zu verschiedenen Konfliktsituationen zwischen dem LV-Vorstand und dem Zeitschriftenausschuss des Hauptvorstandes.

Die Mitgliederversammlung am 12. September beschloss daher, zunächst Nachbesserungen und ein klares Konzept zu verlangen, bevor die Zustimmung des Niedersächsischen Landesverbandes gegeben werden könne. Inzwischen sind einzelne Punkte bereits geklärt. So gab es eine längerfristige Garantie für einen deutlich unter dem bisherigen Satz liegenden Preis für eine neue Zeitschrift. Die Mitgliederversammlung am 3. Dezember wird über die Beteiligung an dieser Zeitschrift endgültig entscheiden.

 

Nun noch etwas Geschäftliches: Der Schatzmeister bittet darum, dass bei Eintritt in den Verband außer dem Bankkonto jeweils auch die Bankleitzahl sowie bei Referendar/innen auch das Jahr des Eintritts in das Beamtenverhältnis mitgeteilt wird. Ehemalige Referendar/innen mögen sich möglichst bald melden, um die kostenlose Mitgliedschaft auf Beitragseinzugsverfahren umstellen zu können. Um den Postversand möglichst gering zu halten, bittet der Vorsitzende noch einmal ? falls vorhanden ? um die E-mail-Adresse der Mitglieder.

 

 

In der Hoffnung, viele Mitglieder unseres Verbandes am Tag des Geschichtslehrers in Hannover am 3. Dezember willkommen heißen zu können,

 

grüßen vielmals

Ihre

 

 

Dr. Martin Stupperich, 1. Vors., Hannover                                
Dr. Wieland Sachse, 2. Vors., Göttingen

  

 


 

 

Einladung

Zum

 

Tag des Geschichtslehrers

 

am 3. Dezember 2007

im Historischen Museum Hannover

 

 

Tagungsablauf

 

 

9.00 Uhr                       Anreise, Kaffee

 

9.30 Uhr                     Begrüßung Dr. Thomas Schwark, Hist. Museum Hannover         

                                   Begrüßung und Einführung Dr. Martin Stupperich, 1. Vors.

 

9.45 Uhr                       Grußwort

                                   Präsident des Niedersächsischen Landtags Jürgen Gansäuer

 

10.00 Uhr                      Die Moderne und ihr Mittelalter

                                    Prof. Dr. O. G. Oexle, Göttingen

 

11.00 Uhr                      Kaffeepause

 

11.30 Uhr                     Preisverleihung an die Preisträger der Henning von Burgsdorff Stiftung

                                    OStD i.R. Brigitte Netzel

 

12.00 Uhr                      Mittagspause

 

13.30 Uhr                      Parallelvorträge:

 

-         Prof. Dr. Aufgebauer (Göttingen): Das Spätmittelalter

 

-         Dr. Martin Stupperich (Hannover): Der Reichstagsbrand ? eine unendliche Geschichte

 

-         Heinz Peter Platen (Neuenhaus): Geschichte im Seminarfach (angefragt)

 

15.00 Uhr                      Mitgliederversammlung

 

16.00 Uhr                      Ende der Tagung

 

 

Tagungsbeitrag 5 ?, Mitglieder 3 ?

 

 

Bitte melden Sie sich bis spätestens
23. November 2007 an unter:

VGD, LV Niedersachsen, Dr. Martin Stupperich
Weidengrund 3
30657 Hannover
Tel. 0511/650562
Fax: 0511/9055004
E-mail: stupperich.vgd@web.de

 

 

 

 

   
 Tagungsort Museum am Hohen Ufer 
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 Tag der Landesgeschichte: Präsentation des Hauses der Geschichte 
 Tag der Landesgeschichte: Präsentation des Hauses der Geschichte 
   
 Tag der Landesgeschichte: Präsentation des Hauses der Geschichte 
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 Tag der Landesgeschichte: Der NDR macht Interviews zum Haus der Geschichte. 
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 Tag der Landesgeschichte: Glückwünsche der Gewinner des landesgeschichtlichen Quiz. 
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 Tagung Helmstedt: Grenzanlage Hötensleben 
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 Tagung Helmstedt: Dr. Gauck beim Vortrag 
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 Tagung Helmstedt: Aufmerksame Zuhörer 
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